Von Mann zu Mann

Italien, 1967

  • Originaltitel: Da uomo a uomo
  • Alternativtitel:

    A Morte Anda a Cavalo (BRA)

    La muerte viaja a caballo (COL)

    De hombre a hombre (ESP)

    La mort était au rendez-vous (FRA)

    As Man to Man (USA)

    Death Rides a Horse

    Die Rechnung wird mit Blei bezahlt

  • Deutsche Erstaufführung: 08. März 1968
  • Regisseur: Giulio Petroni
  • Kamera: Carlo Carlini
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Luciano Vincenzoni
  • Inhalt:

    Als Kind musste Bill (John Phillip Law) mitansehen, wie vier Banditen in das Haus seiner Eltern eindringen, den Vater erschießen, seine Mutter und seine Schwester vergewaltigen und auch sie anschließend töten. Doch jeder dieser Banditen hat ein hervorstechendes Merkmal, das Bill in Erinnerung behält. Der Eine hat ein besonders verschlagenes Gesicht (Luigi Pistilli), ein weiterer vier Asse auf die Brust tätowiert (Anthony Dawson), ein Mexikaner hat einen besonders ins Auge fallenden Ohrring (Bruno Corrazari) und der letzte eine Messernarbe quer durch das Gesicht (José Torres).Nachdem die Banditen die Farm in Brand gesteckt haben und vom Tatort verschwinden, erscheint ein unbekannter fünfter Mann – mit einem Totenkopfschmuck an einer Kette), der Bill vor dem Feuer rettet.

     

    15 Jahre später begegnet Bill dem Ex-Sträfling Ryan (Lee van Cleef), der auf der Suche nach der Bande ist, die ihn damals verraten und so zu 15 Jahren Steinbruch verdammt hat. Ryan will Genugtuung und Geld für die versäumten Lebensjahre, 15.000 Dollar von jedem der Vier. Schnell begreift Bill, dass Ryan dieselben Männer sucht, die seine Eltern und seine Schwester getötet haben. Doch ihre Interessen überschneiden sich, denn Bill hat keineswegs vor mit seiner Rache zu warten, bis Ryan abkassiert hat.

     

    Doch schon bald müssen die Männer erkennen, dass sie einander brauchen, spätestens als sie es mit dem besonders skrupellosen und verschlagenen Walcott (Pistilli) und seiner Bande zu tun bekommen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Die Älteren unter den Lesern können sich vielleicht kaum vorstellen, aber in der Prä-Internet-Ära bekam man zumeist eher negative Kritiken zu diesem ersten Western Giulio Petronis zu lesen. Das mag unter andrem damit zusammen hängen, dass dieser Western in den USA schnell in die Public Domain fiel und somit lange Zeit nur in grässlicher Qualität zu bekommen war. Grund Nummer Zwei war vermutlich Grinsebacke John Philipp Law.

     

    Erstmals habe ich „Von Mann zu Mann“ Mitte der Neunziger im TV gesehen und wusste sofort, dass diese etwas aufwändigere Produktion zu meinen Favoriten gehören würde. Allein schon während der düsteren Eröffnungssequenz hatte mich „Von Mann zu Mann“ als Fan gewonnen, und wenn man sich überlegt, wie viele Italo-Western nur Freigaben ab 16 oder gar 18 erhielten, dieser hier ist erstaunlicherweise ab 12. Und da mir selten etwas zu peinlich ist: obwohl ich Mitte der Neunziger schon zahlreiche Italo-Filme gesehen hatte, gebe ich zu, ich hatte damals noch keinen Schimmer wer z. B. Luigi Pistilli ist. Ein Begriff war mir Lee van Cleef, John Phillip Law, dann natürlich Anthony Dawson aus Dr. No., und dann war da noch „Dieser Dicke von Sergio Leone“ (Mario Brega). Gott, jetzt schäme ich mich. Luigi Pistilli gibt hier einen wunderbar bösartigen und schmierigen Bösewicht.

     

    Musikalisch untermalt ist diese derbe Rachegeschichte von Ennio Morricone. Kameramann Carlo Carlini liefert hier zahlreiche Ansichten von Almeria mit hohem Wiedererkennungswert. Als ich mir „Von Mann zu Mann“ gestern angesehen habe, konnte ich wirklich zum ersten Mal bei fast jeder Szene nachvollziehen, in welchem anderen Italowestern ich diese oder jene Location schon mal gesehen habe. Das macht Spaß. Der Grund dafür mag sein, dass Carlino nicht oft als Kameramann bei Western tätig war und deshalb womöglich keinen genauen Überblick hatte, wie man am besten das eine oder andere etwas für die Zuschauer unkenntlicher oder weniger bekannt aussehender macht.

     

    Das Finale etwa findet in derselben Hazienda statt, die man am Ende von Carlo Lizzanis „Mögen sie in Frieden ruh’n“ zu sehen bekommt, anscheinend fanden hier in „Von Mann zu Mann“ sogar ein paar Knochen Wiederverwendung. Ein recht neu aussehender hölzerner Anbau an der Seite der Kapelle wirkt dagegen irgendwie fremd. Wer weiß, für welchen Film der gebaut worden war. Darüber hinaus wurden beide Westernstädte – schon das ein Indiz für das höhere Produktionslevel, da im Film aber drei Städte vorkommen wurde eine der zwei später einfach aus der Gegenrichtung gefilmt.

     

    Ja, John Phillip Law. Man gewöhnt sich dran. Luigi Pistilli wie schon bemerkt schmierig großartig, Lee van Cleef wiederum kann gar nicht viel falsch machen, er braucht nur ein Pferd, einen Revolver und sein Gesicht. Einem kann ich mich nicht anschließen, dem Twist am Ende (zwischen Bill und Ryan), den viele Kritiker so bemerkenswert fanden. Wer wurde davon bitte überrascht? Ging doch gar nicht anders. Mein absoluter Petroni-Lieblingsfilm ist nach wie vor „Tepepa“, aber gleich danach folgt „Von Mann zu Mann.“

  • Autor: Gerald Kuklinski
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