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Von Corleone nach Brooklyn

Italien, 1979

  • Originaltitel: Da Corleone a Brooklyn
  • Alternativtitel:

    O Chefão Siciliano (BRA)

    Corléone à Brooklyn (FRA)

    The Sicilian Boss

    From Corleone to Brooklyn

  • Regisseur: Umberto Lenzi
  • Kamera: Guglielmo Mancori
  • Musik: Franco Micalizzi
  • Drehbuch: Umberto Lenzi, Anselmo Manciori, Vincenzo Mannino
  • Inhalt:

    Gerade ist der Mafiaboss Michele Barresi (Mario Merola) in New York eingetroffen, um dort künftig seinen Geschäften nachzugehen, da wird er auch schon verpfiffen und wegen des Besitzes eines gefälschten venezolanischen Passes vorläufig verhaftet. Ein weiterer falscher italienischer Pass deutet auf seine Herkunft hin, doch noch weiß niemand in New York, wer er tatsächlich ist. Zum Verhängnis könnte ihm ein Mord in Rom werden, für den es zwei Zeugen gibt: den Ganoven Scalia (Biagio Pelligra) und dessen Schwester Liana (Sonia Viviani). Commissario Berni (Maurizio Merli) weil unterdessen in Palermo, wo er von seinem Kollegen Danova (Venantino Venantini) Amtshilfe bei einem Mordfall erhält. Auf einem Interpol-Foto erkennt er den in New York verhafteten Barresi wieder und will diesen mithilfe von Scalias Aussage zur Strecke bringen. Und er hat gute Karten, denn Barresi lässt Liana ermorden und Scalia kann sich an zwei Fingern abzählen, dass er der Nächste auf der Liste ist. Doch wird es Commissario Berni gelingen, Scalia lebend von Palermo nach New York zu bekommen?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    In seinem letzten, 1979 gedrehten, klassischen Poliziesco geht Umberto Lenzi es eher ruhig an. Grund dafür dürfte nicht zuletzt eine kleinere Produktionsfirma und der wenig bekannte Geldgeber Sandro Infascelli sein, dessen einziger weiterer Producers‘ Credit der kurze Zeit später von Lucio Fulci gedrehte „Das Syndikat des Grauens“ (Luca il contrabbandiere, 1980) war. Nichtsdestotrotz ist Lenzi hier ein interessanter Film gelungen, der eben mehr Wert auf seine Story und die Zeichnung seiner Charaktere legt als auf Action, wie eben Lenzis eher episodenhafte Polizieschi zuvor.

     

    Und trotz allem fehlt dem Film nicht das Lenzi-Flair, denn so einige typische Komponenten sind drin. Ein gemeinsames Drehbuch mit Vincenzo Mannino fehlen ebenso wenig wie ein eingängiger Score von Franco Micalizzi. Ein amerikanischer Gaststar ist ebenfalls vorhanden, in Person von Hollywood-Altstar Van Johnson, der abgesehen von Deodatos „Das Concorde-Inferno“ eher weniger für die Italiener gedreht hat. Hier in „Von Corleone nach Brooklyn“ spielt er einen New Yorker Polizei-Lieutenant. Interessant sind – neben Maurizio Merli selbstredend – drei weitere Besetzungen. Die Rolle des Mafia-Bosses Michele Barresi wurde mit Mario Merola besetzt, der unter Lenzis Regie einen guten Eindruck hinterlässt. Meist hat man Merola eher in einer Reihe von grenzwertigen Alfonso Brescia-Polizeikrimis gesehen. Wer Brescias „Der große Kampf des Syndikats“ (I contrabbandieri di Santa Lucia, 1979) gesehen hat, weiß, was ich meine. Abscheulich. Ich wollte mal eine Review zu dem schreiben, war nach dem Ansehen aber dermaßen fassungslos, dass ich es einfach nicht übers Herz gebracht habe. GAR NICHTS Gutes hätte ich über den schreiben können. Egal.

     

    Biagio Pelligra – ein altbekanntes 2. Reihe-Schurkengesicht im italienischen Film hat hier von Lenzi zwar wieder eine Schurkenrolle als Scalia bekommen, aber eine sehr Interessante, in der er endlich mal Gelegenheit hatte, sein Können zu zeigen. Ein Killer, aber ein nicht unsympathischer, der am Ende des Films auch für ein paar Überraschungen in der Story sorgt.  Ebenfalls sympathisch ist die Figur des Polizisten LoCascio, gespielt von dem weniger bekannten Nando Marineo. Eigentlich ein einprägsames Gesicht, man fragt sich, warum er so wenige Rollen bekommen hat. Und als Bernis (Merli) Ehefrau sehen wir Laura Betti, einst das Entführungsopfer in Lenzis Polizei-Kracher „Der Berserker“ (Milano odia: la polizia non può sparare, 1974). Waren das Drei? Nein, natürlich nicht. Merli dagegen hat Glück. Glück, dass er ein so einprägsames Gesicht hat und wir Italo-Fans ihn aus zahlreichen Action-Filmen kennen. Lenzi versucht seiner Figur Tiefe zu verleihen, aber so recht will das nicht gelingen. Fairerweise muss man anmerken, dass die Figur Scalias – den er nach New York bringen soll und mit dem er deshalb natürlich viele gemeinsame Szenen hat – die Prägnantere ist.

     

    „Von Corleone nach Brooklyn“ wurde zunächst nur in der DDR gezeigt, eine Auswertung in Deutschland folgte erst 1986 auf Video durch VPS, anscheinend mit der DEFA-Synchronisation. Die VPS-Kassette gilt als ungeschnitten, ganz sicher bin ich da nicht – es sei denn, es hätte ein paar italienische Dialoge auf der VPS-Kassette gegeben, denn für zumindest zwei Szenen (Kampf in der Garage und Schießerei im Restaurant in N. Y.) existiert keine vollständige Synchro.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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