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Violence for Kicks

Italien, 1976

  • Originaltitel: I violenti di Roma bene
  • Alternativtitel:

    La nuit des excitées (F)

    Terror in Roma (NL)

    Tromos sti Romi (GR)

    Terror in Rome (Int.)

  • Regisseur: Massimo Felisatti, Sergio Grieco
  • Kamera: Sergio Martinelli
  • Musik: Coriolano Gori
  • Drehbuch: Massimo Felisatti, Sergio Grieco, Giuseppe Maggi, Luigi Mordini
  • Inhalt:

    Italien 1976: Im ganzen Land terrorisieren kriminelle Jugendbanden die bereits zutiefst erschütterte Bevölkerung und verbreiten in fast allen größeren Städten unbehelligt Angst und Schrecken. Die italienische Hauptstadt befindet sich zu dieser Zeit in der Gewalt einer besonders kaltblütigen und moralisch enthemmten Jugendbande, deren Anführer aus der besseren Gesellschaftsschicht stammt und einer fatalen und menschenverachtenden Ideologie verfallen ist.

     

    Gelangweilt von der minderwertigen Gesellschaftsschicht und auf der Suche nach dem besonderen Kick brandschatzt sich die faschistische Rasselbande Tag für Tag erbarmungslos durch die italienische Hauptstadt, wobei Diebstähle, Entführungen, Drogenhandel oder Vergewaltigungen auf der schwer Einhalt zu gebietenden Tagesordnung stehen.

     

    Als sich dann auch noch Mord zum Betätigungsfeld der verbrecherischen Bande dazugesellt und die übermächtige Gewaltspirale weiterhin unentwegt zu eskalieren scheint, tritt der unnachgiebige Kommissar De Greogori (Antonio Sabato) auf den Plan, um dem unmenschlichen Treiben endlich Einhalt zu gebieten. Zwar gelingt es dem Kommissar den Kopf der Bande Stefano Donnini (Pierre Marfurt) mehrmals fest zu nehmen, wobei er ihn aber schlussendlich jedes Mal wieder aufgrund einer unzureichenden Beweislage auf freien Fuß setzen muss.

     

    Doch der wutschäumende Kommissar De Gregori bleibt weiterhin hartnäckig und rückt den feinen Pinkeln somit nach und nach immer näher auf den Pelz. Bleibt nur noch die Frage offen, ob er dabei als Vertreter des unantastbaren Gesetzes letztendlich über das allmächtige Verbrechen triumphieren kann...?

     

    „I'll teach you respect for the law!“

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Regisseur Sergio Grieco („Im Netz der goldenen Spinne“ - 1966, „Argoman – Der fantastische Superman“ - 1967, „Der Tollwütige“ - 1977) tischt dem Zuschauer mit der vorliegenden Inszenierung aus dem Jahr 1976 ein völlig unerwartetes Gewaltspektakel der Sonderklasse auf, die zudem ganz klar mit zu den Highlights der „Jung und höchstkriminell“ Beiträgen des italienischen Polizeifilm-Genres gezählt werden kann. Die Gewaltdarstellungen wurden im Vergleich zum noch viel intensiveren und versierteren „Wie tollwütige Hunde“ zwar recht plakativ in Szene gesetzt, was dem Vergnügen letztendlich aber keinen Abbruch bereitet und eine daumendicke Schmierschicht sorgt zudem für höchste Rutschgefahr während des gesamten Filmverlaufs. Der holden Weiblichkeit wird in diesem höchst politisch-unkorrekten Reißer durchwegs aufs Übelste mitgespielt, da es keiner der ahnungslosen Darstellerinnen auch nur im Ansatz vergönnt ist, die zuvor freiwillig betretene Spielwiese der unvorstellbaren Grausamkeiten wieder unbefleckt bzw. im lebendigen Zustand verlassen zu können.

     

    Am Nachhaltigsten prägte sich aber ganz klar die ausgiebig und detailliert dargestellten Streicheleinheiten einer zuvor makellosen Damenvisage an einem Stacheldrahtzaun ein, gefolgt von einem kaltblütigen Mord an einem unschuldigen Kind auf offener Straße. Zudem werden unliebsame Gegner gnadenlos zu Tode geprügelt, bevor der Leichnam anschließend in einer Schrottpresse endgültig entsorgt oder einer hilflosen Mutter grundlos das Lebenslicht durch Maschinengewehrsalven ausgeblasen wird.

     

    Der Stein des Anstoßes ist dieses mal eine besonders verwerfliche Jugendbande, die rein aus Langeweile heraus den in ihren Augen minderwertigen Teil der Gesellschaftsschicht auf Übelste terrorisiert und somit zugleich ihre vermeintliche Überlegenheit demonstriert. Zudem hat sich in den Köpfen der Jugendlichen eine fatale und verheerende Ideologie verankert, welche sie die Mitglieder unserer Gesellschaft in 3 Kategorien einteilen lässt: 1. „Die Würmer“ (minderwertiges Leben) – 2. „Die Sklaven“ (die unterwürfige Arbeiterschicht) – 3. „Die Herrscher“ (die mächtige Oberschicht). Die menschenverachtende Weltansschauung und die daraus resultierenden Schandtaten der höchsten Verwerflichkeitsstufe werden zudem durch ein Nietzsche Zitat zu rechtfertigen versucht.

     

    Gedeckt wird das unmenschliche Treiben durch die mächtigen Väter aus der privilegierten Oberschicht, die ihre ausgearteten Sprösslinge immer wieder über ihre Anwälte aus dem Gewahrsam der machtlosen Polizei herausboxen können und versetzen somit dem Rechtsstaat jedes Mal aufs Neue einen ordentlichen Schlag ins Gesicht. Außerdem klinken sich die Sprösslinge aus gutem Haus am laufenden Band Rauschmittel jeglichen Coleurs ein, durch deren enthemmende Wirkung der bestialische Wahnsinn erst so richtig angeschürt wird.

     

    Aber auch innerhalb der Bande von Missetätern macht sich die verwerfliche Ideologie des hochmütigen Bandenchefs Stefano bemerkbar, da eines der Mitglieder aus der „minderwertigeren“ Arbeiterschicht stammt und somit in der Hierarchie von den „Besseren“ der kapitalistischen Oberschicht durchwegs unterdrückt und schamlos ausgenutzt wird.

     

    Doch dann gibt es auf der Gegenseite auch noch den Spielverderber Antonio Sabato, der in der Rolle des ermittelnden Kommissars dem mordsmäßigen Treiben ein Ende zu setzen versucht und dessen einziges Anliegen darin besteht, die barbarische Jugendbande schnellstmöglich hinter Gittern zu sehen. Dabei legen ihm die Vorgaben der Justiz aber andauernd unüberwindbare Steine in den Weg, so dass er die faschistischen Missetäter ein jedes Mal wieder straffrei aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen muss. Doch der wutschnaubende Sabato lässt sich durch solch hausgemachte Rückschläge keineswegs aus dem Konzept bringen und verfolgt unerbittlich die blutige Spur der mordenden Bestien in Jugendgestalt. Etwas kurios wirkt die Szene, in der Antonio Sabato samt Freundin in einem Karateklub von 4 maskierten Gegnern attackiert wird und diese dabei mit einer ausgeklügelten Karatekampf-Technik allesamt im Alleingang außer Gefecht setzt. Die gewaltsame Befleckung seiner Freundin durch einen der maskierten Missetäter kann er aber während des gewaltsamen Überbegriffs dieses mal leider auch nicht verhindern....

     

    Die minimalistisch-absonderliche Filmmusik aus der Lallo Gori Sound-Schmiede setzt dem ganzen Schmierentheater dann auch noch die verdiente Krone auf und passt zu dieser hochexplosiven Sause wie die Faust aufs Auge: Einfach nur unglaublich.

     

    Sehr schade, dass dieser verwerflichen Sause die Ehre einer deutschen Synchronisation verwehrt blieb, denn Potenzial für ein „Feuerwerk der guten Laune“ wäre hier ausreichend vorhanden gewesen.

     

    Fazit: Ein rutschgefährliches, völlig unkorrektes und stacheldrahtgeladenes Gewaltspektakel der absoluten Sonderklasse!

  • Autor: Richie Pistilli
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