Vier Fäuste und ein heißer Ofen

Italien, 1975

  • Originaltitel: Carambola, filotto... tutti in buca
  • Alternativtitel:

    Les llamaban los hermanos Trinidad (ESP)

    Si ce n'est toi, c'est donc ton frère (FRA)

    Carambola's Philosophy: In the Right Pocket (USA)

    The Crazy Adventures of Len and Coby

    Trinity and Carambola

  • Deutsche Erstaufführung: 01. Januar 1975
  • Regisseur: Ferdinando Baldi
  • Kamera: Aiace Parolin
  • Musik: Franco Bixio, Fabio Frizzi, Vince Tempera
  • Drehbuch: Ferdinando Baldi, Nico Ducci, Mino Roli
  • Inhalt:

    Auf der Flucht vor irgendwem irren Toby und Butch (Antonio Cantafora und Paul L. Smith) durch schneebedeckte Einöde, doch Toby erinnert sich an eine herrliche Stadt nur zwei weitere Tagesmärsche entfernt. Dort angekommen stellt man aber fest, dass das Ding inzwischen eine Geisterstadt ist und außer einer Ruhepause nur wenig zu holen.

     

    Ausgerechnet diesen Ort haben sich Soldaten der Union ausgesucht, um ihre neueste Erfindung zu testen: ein Motorrad mit Beifahrersitz, auf dem eine Gatling-Gun montiert ist. Toby und Butch stehlen das Gefährt und brausen damit in die nächste Stadt wobei einiges zu Bruch geht, inklusive einiger Denkrüben der Stadtbewohner. Die Zwei sollen den Schaden abarbeiten, Toby beim Sargmacher, Butch bei der Bäckerin Miss Peabody (Gabriella Andreini), die sich nach der Liebkosung seiner brutalen Händen sehnt.

     

    Inzwischen sind auch ein paar versprengte Konföderationssoldaten und eine Bande von Banditen auf das Motorrad aufmerksam geworden und wollen es Toby und Butch abkaufen. Dummerweise verkauft jeder von ihnen an einen anderen Interessenten und die ursprünglichen Besitzer haben es eh schon längst wieder einkassiert. Da sind jede Menge Backpfeifen und Schellen vorprogrammiert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Du lachst doch nicht etwa. Ich hab‘ genau gesehen, dass du gelacht hast.“

     

    Jetzt gibt‘s auf die Mütze. Ich wusste doch, das Ding war schlecht. Nach dem durchaus solide produziert aussehendem „Vier Fäuste schlagen wieder zu“, haben wir es hier optisch und inhaltlich eher mit einem Werk zu tun, dass den Eindruck erweckt, aus dem Restbudget des Vorgängers entstanden zu sein.

     

    In Sachen Humor geht es deutlich in Richtung Stummfilm-Ära, fliegende Torten und Eier, ein General, der während der Saloonprügelei mit gezogenem Säbel auf einem Fass reitet und ständig „Attacke“ brüllt, und Dialoge, die sich gewaschen haben. Gleich zu Anfang versucht sich Paul L. Smith sogar an Oliver Hardy-Gestik und -Mimik. Das Niveau liegt voll auf Augenhöhe mit Castellaris „Zwiebel-Jack räumt auf“ – doch der hat ja bekanntlich so seine Fans, weshalb ich auch zögere, den Gülleeimer über „Vier Fäuste und ein heißer Ofen“ auszuschütten. Denn amüsiert habe ich mich schon und könnte mir sogar vorstellen, dass der im Kino auf großer Leinwand und in Gesellschaft (ja, das seid Ihr) ziemlich spaßig wäre.

     

    Weniger spaßig ist die Synchronstimme, die man der armen Gabriella Andreini verpasst hat, denn die durchbricht nicht nur die Schallmauer sondern überredet auch jeden gesunden Zahn zu einem drohend vibrierenden Nerv. In Sachen Darsteller fährt „Vier Fäuste und ein heißer Ofen“ deutlich gegenüber dem Vorgänger zurück. Man sieht schon ein paar bekannte Gesichter wie etwa Glauco Onorato, Remo Capitani und Piero Lulli, aber nichts wirklich Großes.

     

    Paul L. Smith wird in der deutschen Fassung erneut von Wolfgang Hess gesprochen, und Antonio Cantafora diesmal von Tommy Piper. Doch es geht auch hier abwärts, gerade zu Anfang geht Ferdinando Baldi es im Original eher ruhig an, nicht jedoch die deutsche Synchronfassung, viele Sprüche, wo es eigentlich gar keine Dialoge gab. Und grundsätzlich, Butch spricht man so, wie es geschrieben wird, nicht Batsch. Aber wenn Miss Peabody ihn Battschi nennt, ist das auch schon wieder lustig - oder meine Birne wird einfach immer weicher.

     

    Die deutsche Kinofassung und DVD-Veröffentlichung geht diesmal in die Vollen und lässt gute 10 Minuten vermissen. Mir hat es allerdings gereicht.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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