Vier Fäuste - Hart wie Diamanten

Italien, 1976

  • Originaltitel: Il vangelo secondo Simone e Matteo
  • Alternativtitel:

    Pour pâques ou à la trinita (FRA)

    Os Dois Demissionários (POR)

    The Diamond Peddlers (USA)

    Diamond Pedlar

    Vier Fäuste räumen auf

  • Deutsche Erstaufführung: 12. März 1976
  • Regisseur: Giuliano Carnimeo
  • Kamera: Sebastiano Celeste
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Pierre-Louis Alberti, Giuliano Carnimeo, Gabriella Giustini, Ugo Tucci
  • Inhalt:

    Simone und Matteo (in der deutschen Fassung noch immer Toby und Butch) – die in ihrem vorherigen Abenteuer in Afrika gestrandet sind - versuchen es entgegen ihrer Überzeugung mit ehrlicher Arbeit. Doch das rentiert sich nicht, denn Simone/Toby frisst zu viel, und deshalb bleiben ihnen am Ende des Monats immer nur Schulden statt Lohn.

     

    Die Zwei versuchen in einer Pfandleihe einen Revolver in bares zu münzen, aber der Pfandleiher glaubt an einen Überfall, und so befindet sich das Duo mal wieder auf der Flucht vor der Polizei. Sie verstecken sich in einer Kirche und verkleiden sich als Priester. Dort wartet man schon seit einem Monat auf die Ankunft zweier Missionare und glaubt, Simone und Matteo wären das.

     

    Doch anstelle einer Mission im Dschungel erwartet sie in Form eines gefälschten Briefes aus Rom eine Versetzung nach Holland, um dort die Protestanten zu bekehren. Doch dabei handelt es sich um eine Falle von Schmugglern, die den Beiden eine mit Diamanten besetzte Statue der Madonna mit auf die Reise geben. Am Flughafen in Amsterdam werden Simone und Matteo von der Polizei gefasst und kommen ins Gefängnis. Aber die Statue wurde vor dem Flughafen versehentlich vertauscht.

     

    Sowohl durch die Hilfe der Gangster als auch durch heimliche Unterstützung der Polizei gelingt ihnen die Flucht, verfolgt von den Gangstern, die wissen wollen, wo die echten Diamanten geblieben sind und von Inspektor Nelson (Jacques Herlin), der glaubt, das Duo würde ihn zu deren Auftraggeber führen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Vielleicht bin ich ja wirklich ein Heiliger? Als Kind bin ich mal vom Stuhl gefallen, da erschien mir die Madonna und sagte, entweder wirst du mal ein Heiliger oder du bleibst so blöde.“

     

    Nach dem durchaus recht amüsanten Vorgänger „Toby und Butch – Vier Fäuste geben Zunder/Zwei irre Typen mit ihrem tollen Brummi“ – ebenfalls unter der Regie von Giuliano Carnimeo - geht es in hier in „Vier Fäuste – Hart wie Diamanten“ deutlich stärker in Richtung Bud Spencer/Terence Hill-Plagiat. Ein bisschen hiervon, ein wenig davon.

     

    Während die erste Hälfte noch einige recht lustige Szenen bietet, flaut der Unterhaltungswert in der zweiten merklich ab. Es wird zu handlungslastig, und öde Szenen werden nicht komischer, nur weil man die Szene im Zeitraffer schneller ablaufen lässt. Irgendwie haben Carnimeos Komödien das Problem, dass er einfach nicht die gesunde Mitte zwischen ganz witzig und komplett durchgeknallt findet. Ein Extrembeispiel für Letzteres wäre „Dicke Luft in Sacramento/3 Halleluja für den Satan“ (1974), was habe ich in diesem Film gelitten, von Kopfschmerzen bis Zahnschmerzen, über Fassungslosigkeit und Schreikrämpfen bis zum endgültigen Hirntod wegen absoluter Beklopptheit. Den muss ich mir demnächst unbedingt noch mal ansehen.

     

    Neben den üblichen Hauptprotagonisten Cantafora/Smith tauchen in „Vier Fäuste – Hart wie Diamanten“ wieder die vier Hilfsgangster aus dem Vorgänger auf, angeführt von Dominic Barto, der eine sehr interessante Filmographie vorweisen kann: von „Die rechte und die Linke Hand des Teufels“ (1970) und Sergio Garrones „Django – Tag der Abrechnung“ (1971) zu Gordon Parks‘ „Shaft“ (1971) und „Super Fly T.N.T.“ (1973), dann drei Auftritte in Bud Spencer-Filmen. Nach seinem Ausflug in die Cantafora/Smith-Komödien von Giuliano Carnimeo, später – nach einigen Rollen in US-TV-Serien – Nebenparts in „Ein Single kommt selten allein“, „Rocky IV“ und „Die Ehre der Prizzis.“ 1991 dann wieder Italien, als William Dalton in Terence Hills‘ „Lucky Luke.“ Eine sehr bunte Karriere.

     

    Wo war ich? Irgendwas mit vier Fäusten. Von allen fünf Toby und Butch-Filmen lag mir dieser hier in noch der besten Bildqualität vor, und dass ich mich während der zweiten Hälfte trotzdem eher gelangweilt habe, sagt mir, dass der Film wirklich schwächer als die drei vorherigen ist. Mal sehen wie der Letzte wird, Gianfranco Parolinis „Wir sind die Stärksten.“

     

    Thema Letzter, ein Wort zur Reihenfolge. „Vier Fäuste – Hart wie Diamanten“ wird mit dem Jahr 1976 angegeben, Premiere in Italien war aber schon Januar 1976. Parolinis „Wir sind die Stärksten“ hatte seine Erstaufführung im September 1975, aber ich möchte nicht die Hand dafür ins Feuer legen, welcher zuerst gedreht wurde. Da Letzterer aber ein Einzelabenteuer ist, habe ich ihn einfach mal als Nummer 5 angesiedelt.

     

    Die deutsche Fassung von „Vier Fäuste – Hart wie Diamanten“ ist um ca. 9 Minuten geschnitten, sowohl in Dialogen, Handlung und Prügelszenen. Paul L. Smith hat wieder die Stimme von Wolfgang Hess, Cantafora wird von Hartmut Reck gesprochen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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