Suchen

Verführung einer Nonne

Italien, 1975

  • Originaltitel: La novizia
  • Alternativtitel:

    Enfermera de noche (ESP)

    La novice se dévoile (FRA)

    A Noviça e o Amor (POR)

  • Deutsche Erstaufführung: 16. Mai 1980
  • Regisseur: Giuliano Biagetti
  • Kamera: Franco Villa
  • Musik: Berto Pisano
  • Drehbuch: Giuliano Biagetti, Giorgio Mariuzzo
  • Inhalt:

    Vittorio (Gino Milli) kehrt nach dem Studium in Rom nach Sizilien ins Haus seines Onkels Don Nini (Lionel Stander) zurück. Seinem Onkel geht es sehr schlecht, und er hat wohl nicht mehr lange zu leben. Gepflegt wird Don Nini von der jungen Novizin Maria (Gloria Guida), kaum eine geeignete Gesellschaft für die lockeren Redensarten von Don Nini, der gerne in Erinnerungen an seine zahlreichen Liebschaften schwelgt.

     

    Vittorio verbringt die meiste Zeit mit seinen Freunden Rodolfo und Saretto, mit denen er abends durch die eher trostlosen Dorfstraßen streift. Zudem lässt er seine Liaison mit Nunziatina (Femi Benussi) wieder aufleben, die inzwischen allerdings verheiratet ist.

     

    Doch irgendetwas treibt ihn immer wieder ins Haus seines Onkels zurück und zu der Novizin Maria, die ihn zu interessieren beginnt. Neugierig lauscht diese den schlüpfrigen Geschichten des Onkels und beobachtet Vittorios Aktivitäten mit dem weiblichen Geschlecht. Allmählich lernen die Zwei sich näher kennen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Als ich die Links zu diesem Film aufrief, war ich für einen Moment etwas erschrocken, denn IMDb behauptet, Regisseur Pier Giorgio Ferretti wäre identisch mit Giuliano Biagetti, der uns den Inselfilmchen/Giallo-Klassiker „Interrabang“ bescherte. Das italienische Wikipedia wiederum scheint da anderer Ansicht. Wenn ich das genau wüsste, hätte ich „Verführung einer Nonne“ in Relation zu „Interrabang“ jetzt gnadenlos verrissen, und es wäre leicht, diesen Film zu verreißen.

     

    Aber ich lasse es. Tatsächlich hat sich mir „La Novizia“ nicht so recht erschlossen. Wie ein anderer Reviewer mal ganz richtig bemerkte, war Gloria Guida hauptsächlich in zwei Arten von erotischen Komödien zu sehen, einmal die völlig Klamaukigen – etwa „Flotte Teens und heiße Jeans“ – oder die mit etwas ernsteren Untertönen, zu denen auch „Verführung einer Nonne“ gehört. Über die Schwierigkeit, die genaue Intention dieser „ernsten“ Sex-Komödien aus Italien zu erfassen, habe ich schon an anderer Stelle mal geschrieben.

     

    Bei „La Novizia“ ist es nicht ganz so schwierig, denn trotz humorvoller Dialoge ist die Intention klar: Verklemmtheit, Trostlosigkeit, verpasste Gelegenheiten. Maria verkörpert das Eine, will aber in Vittorios Welt eindringen, der seinen Gelüsten ebenso offen nachgeht, wie es einst sein Onkel getan hat. Wenn Vittorio mit seinen beiden Freunden Rodolfo und Saretto durch die Straßen des nächtlichen Dorfes streift, wird auch die Trostlosigkeit von deren Dasein offenbar. Die meiste Zeit über ist „La Novizia“ also – trotz heiterer Dialoge – erstaunlich depressiv. Der für mich witzigste Moment war, als Vittorio Maria im Kirchenchor singen hört und anschließend zu ihr sagt, er hätte ihre Stimme genau herausgehört – das haben wir alle, denn sie singt wirklich furchtbar.

     

    Gloria Guidas großer (erotischer) Moment ist ein eher wehmütiges Szenario. Der sterbende Onkel bittet sie, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen: sie soll sich wie eine Frau kleiden, sprich in Reizwäsche, mit dieser Vorstellung vor Augen will Don Nini sterben. Hier wird es in der deutschen Synchro etwas unklar. Denn an früherer Stelle hieß es, er sei inzwischen fast blind, andererseits scheint er sie hier im Spiegel zu beobachten. Für die übrigen sexuellen Momente dieses Films ist überwiegend Femi Benussi zuständig.

     

    Ich kenne die deutsche VHS-Version nicht, aber laut ofdb ging diese stolze 66 Minuten, und davon war sogar noch Fremdmaterial aus anderen Filmen reingeschnitten. Diese wies somit mehr als 30 Fehlminuten des Originalfilms auf. Die Stimmenauswahl der deutschen Synchro ist übel, das hört man auch auf der X-Rated DVD, die zwar den weitaus besseren italienischen Ton mit an Bord hatte, leider allerdings keine kompletten deutschen Untertitel. Abschließend sei noch erwähnt, dass die italienische DVD ein deutlich besseres Bild und ein verlängertes Ende aufweist.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

     

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.