Verbotene Zärtlichkeiten

Italien, 1971

  • Originaltitel: Io cristiana studentessa degli scandali
  • Alternativtitel:

    Cristina, adolescente pervertida (ESP)

    La provocation sexuelle (FRA)

    Scandals Story (GBR)

    School of Erotic Enjoyment (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 24. Oktober 1975
  • Regisseur: Sergio Bergonzelli
  • Kamera: Antonio Maccoppi
  • Musik: Carlo Savina
  • Drehbuch: Sergio Bergonzelli
  • Inhalt:

    Eine Gruppe von Studenten will in dem kleinen Ort, in dem sich ihre Universität befindet, ordentlich Rbatz machen, insbesondere die junge Christina (Malisa Longo) und ihr Freund (Rossano aka Rossano Attolico), die beschließen, Christina zur „Königin der Skandale“ zu machen. Dies tut sie zumeist mit blankem Busen, doch als der neue Dozent Davide Andrei (Glenn Saxson) an ihre Uni Kommt, reift ein neuer Plan heran.

     

    Davide hat sich mit seiner Frau Simona (Patricia Reed) weitgehend auseinander gelebt, die scheint inzwischen eher die Gesellschaft anderer Frauen zu suchen. Das Paar lässt sich von den Studenten in ihre Partys und diversen anderen Freizeitaktivitäten hinein ziehen, und besonders Christina sucht die Nähe des neuen Dozenten, sie habe sich in ihn verliebt.

     

    Anfangs sucht Davide noch eine gewisse Distanz aufrecht zu erhalten, was ihm aber nicht lange gelingt. Schließlich gibt er Christinas Drängen nach, zudem er sie unzweifelhaft ebenfalls begehrt, doch alles nimmt ein sehr böses Ende.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Während der ersten Stunde scheint Sergio Bergonzellis „Verbotene Zärtlichkeiten“ ein reines Partyfilmchen, feiernde Studenten, jede Menge Brüste, bunte Ausstattung, fetzige Musik (von Carlo Savina) und eine Liebesgeschichte. Was bei mir bereits die Frage aufkommen ließ, was soll das Ganze eigentlich?

     

    Ja, wieder nicht aufgepasst, denn Christina hatte doch zu Anfang des Films – während einer Sequenz mit anderen Studenten im Bett, die sich diverse unanständige, künstlerische Dias anschauen – geschworen, die Königin der Skandale zu werden. Eine wichtige Rolle kommt dabei auch ihrem Freund und dem Wortführer der Studenten zu, gespielt von dem Sänger Rossano Attolico, der es zwar in den Vorspann aber nicht auf imdb oder ofdb geschafft hat, obwohl er doch neben Glenn Saxson die zweite männliche Hauptrolle spielt. Und das sehr gekonnt und präsent.

     

    Insgesamt ist die Informationslage zu Bergonzellis Film mal wieder eher schwierig, denn der Film hat eine Unmenge von Darstellern, aber nur sieben davon sind in den Datenbanken gelistet. So sieht z. B. die lesbische Freundin der Frau des Dozenten recht bekannt aus. Kostentechnisch gibt es auch ein, zwei Dinge zu bemängeln, so versucht uns Bergonzelli ein normales Wohnhaus als Uni anzudrehen und das Innere eines Schulklassenzimmers als Hörsaal für Studenten. Was die Dialoge der deutschen Synchronfassung betrifft, so klingt das Ganze erst mal ziemlich willkürlich, andererseits kann man sich nur schwer vorstellen, was in der Originalfassung anders oder besser gewesen sein könnte. Glenn Saxson wurde in der deutschen Fassung mit der Stimme von Harrison Ford bedacht, müsste also Wolfgang Pampel sein.

     

    Malisa Longo hat hier mal eine sehr schöne Hauptrolle als Studentin, die – ab jetzt Spoiler-Alarm bis zum bitteren Ende – ihren Dozenten in eine Falle locken soll, sich aber stattdessen tatsächlich in ihn verliebt. Hier nimmt der Film nach ca. 60 Minuten seine unerwartete Wendung, die Studenten, die zuvor gegen verknöcherte Moralvorstellungen prostieren wollten, werden nun selbst geradezu zu Hyänen, die die Beziehung zwischen einem Lehrer und seiner Studentin öffentlich verdammen und die selbst die Bevölkerung des kleinen Ortes mit auf ihre Seite ziehen wollen, um die Liebesbeziehung der Beiden zu schmähen.

     

    Thema Ende. Obwohl sich dazu kein Eintrag in der ofdb findet, wurde „Verbotene Zärtlichkeiten“ im Oktober 1975 in Deutschland uraufgeführt, und ich frage mich, ob diese Kinofassung noch vollständiger war als die VHS-Veröffentlichung von „Videoring.“ Denn diese hat zwar eine Lauflänge von ca. 80 Minuten, allerdings fehlt das komplette – und recht gewalttätige – Ende, ganze 9 Minuten. Vielleicht hat man sich gedacht, dass der Schriftzug „Wir hoffen dass sie sich gut unterhalten haben“ nach einer Massenvergewaltigung und einem zu Brei geschlagenen Lehrer etwas zu zynisch rüberkäme. Dabei wäre das doch ziemlich witzig gewesen, oder?

     

    Ich hoffe, das Spoilern wird niemanden davon abhalten, sich diesen seltsamen kleinen Film anzusehen, denn hey, Ihr hättet das Ende ja sowieso nicht zu sehen bekommen, das muss man nämlich erst auf youtube in einer italienischen Fassung suchen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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