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Trio der Lust

Italien, 1972

  • Originaltitel: Byleth - Il demone dell'incesto
  • Alternativtitel:

    Les démons sexuels (FRA)

    Byleth: The demon of incest (USA)

    Byleth - Der Dämon mit den blutigen Fingern

    Byleth - Horrosex im Geisterschloss

    Trio der Lust - Wilde unmoralische Spiele

  • Deutsche Erstaufführung: 07. Oktober 1975
  • Regisseur: Leopoldo Savona
  • Kamera: Giovanni Crisci
  • Musik: Vasili Kojucharov
  • Drehbuch: Norbert Blake, Leopoldo Savona
  • Inhalt:

    Irgendwann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts steigt Graf Lionello der eigenen Schwester hinterher, während sich in seinem Dunstkreis die Mädchenleichen häufen. Who´s to blame? Der Graf? Ein Wahnsinniger? Oder ist der Täter gar im Bereich des Übernatürlichen zu suchen; etwa bei BYLETH, dem leibhaftigen Deibel der Inzucht?

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Wahr ist, dass die meisten unserer heißgeliebten italienischen Mörderrätsel zeitlich in den etwas freakigen, doch immer stylischen Siebzigern angesiedelt sind. Doch freilich gab es ihn schon in früheren Jahrhunderten: Den psychosexuellen Killer mit den schwarzen Handschuhen und den spitzen Klingen, dessen perverse Jagdgründe in der "sündigen Damenwelt" liegen. Und natürlich brannte schon zu dieser Zeit verbotenes Verlangen in so manch verwirrten Geist. So fühlt sich etwa Mark (DREI GESICHTER DER FURCHT, MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN) Damon in dem Achtzehnhundertirgendwann spielenden BYLETH weit übers übliche Maß hinaus zum verheirateten Schwesterherz hingezogen; was nicht zuletzt -sinnbildlich oder nicht- den Titel gebenden Dämon der Inzucht und seinen ungenannten Kumpel, den Dämon der Impotenz, auf den Plan ruft. Zur Folge hat dies nicht nur ungesunde Wahnvorstellungen, sondern auch ein paar Mädchenleichen...

     

    BYLETH –hierzulande unter dem Titel TRIO DER LUST erschienen- zählt nicht nur zu den weniger bekannten, sondern auch zu den ungewöhnlichen Gialli. Ungewöhnlich schon allein deshalb, weil die Handlung wie bereits erwähnt irgendwann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verortet ist und wir somit ein Murder Mystery geboten bekommen, das zu einer Zeit spielt, als man noch in alten Kastellen wohnte,auf Pferdesrücken unterwegs war und barocke Kostüme trug. Was nicht nur visuell und atmosphärisch neue Anreize schafft, beschreitet auch inhaltlich nicht unbedingt die gewohnten Pfade.

     

    BYLETH transformiert moderne psychosexuelle Giallo-Elemente in längst vergangene Zeiten und verwebt sie dort mit einer Quasi-Spukgeschichte gotischen Zuschnitts. Nach einer Dreiviertelstunde lenkt der Titelgeber die Dinge zudem etwas in die okkulte Ecke. „Byleth“ nämlich, so hat mir der Dämonologe meines Vertrauens versichert, ist nach biblischen Überlieferungen tatsächlich der Teufel der Blutschande. Doch auch wenn man BYLETH getrost als Mystery-Giallo bezeichnen darf, wird der psycho(patho)logische Aspekt der Geschichte nie gänzlich aus den Augen verloren.

     

    Formal passt´s auch. Unser TRIO DER LUST wird vom Flotten Dreier Damon, Gravy und Landi gut gespielt. Während Regisseur Savona unbestritten ein Händchen für Atmosphäre und schöne Bilder hat, gehört das Wort „Suspense“ scheinbar nicht zu seinen Lieblingsbegriffen. Die Geschichte erzählt er nämlich mit äußerster Bedächtigkeit und selbst das im Übrigen ziemlich abrupt kommende Finale begeht er betont unspektakulär. Er lässt BYLETH fast ausschließlich von der Kraft der Bilder, dem großzügigen Einsatz nackter Haut sowie Kojukaroffs klassischen Score leben. Dabei sind die Sexszenen - obgleich nicht übermäßig explizit- recht knackig und in jedem Fall zeigefreudiger als die Morde, die dagegen doch ziemlich blutleer wirken.

  • Autor: Christian Ade
  • Veröffentlichungen:

    X-Rated brachte den Film in guter Bildqualität auf DVD, leider ist diese nicht anamorph. Abrufbar sind die Tonspuren deutsch und italienisch. Als Bonus kann man sich ein paar Szenen mit und ohne Nachtfilter ansehen. Ein sicherlich entbehrliches Extra. Ansonsten gibt es noch eine Artwork-Galerie und eine kleine Tröhlerschau.

  • Autor: Christian Ade
  • Filmplakate

    Links

    OFDb
    IMDb

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