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Transgression

Italien, 1987

  • Originaltitel: La trasgressione
  • Regisseur: Fabrizio Rampelli
  • Kamera: Carlo Poletti
  • Musik: Gianni Marchetti
  • Drehbuch: Pierfrancesco Campanella
  • Inhalt:

    Um eine These für seine Abschlussarbeit an der Uni zu untermauern spritzt sich der Student Angelo (Pierfrancesco Campanella) eine hohe Dosis Kokain und wird so zu einem mordenden Soziopathen. Gemeinsam mit der jungen Valeria (Milly D’Abbraccio) begeht er eine Reihe von grausamen Verbrechen. Doch dann gibt es, nein, kein böses sondern ein gutes Erwachen. Vorläufig.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    1985 drehte Pierfrancesco Campanella nach eigenem Drehbuch und Story und mit sich selbst als Hauptdarsteller einen Film namens „Cattivi Pierrot.“ Dieser wurde bei einer Veranstaltung am Rande des Filmfestivals von Venedig uraufgeführt und schockte mit seinen teils drastischen Gewaltdarstellungen. Da man offenbar von Seiten der Produzenten der Meinung war, den Film keinem gewöhnlichen Kinopublikum zugänglich machen zu können, wurden ca. 15 Minuten an Gewalt entfernt und das ganze Ding komplett umgeschnitten und fortan unter Regieangabe eines Fabrizio Rampelli unter dem Titel „La Trasgressione“ (sowas wie „Grenzüberschreitung“) vertrieben. Rampelli ist seines Zeichens allerdings nur ein Produktionssekretär, kein Regisseur. Die Urfassung „Cattivi Pierrot“ muss man derzeit wohl leider als verschollen, bzw. unzugänglich betrachten.

     

    Worum geht es? Der junge Student Angelo macht ein Drogenexperiment, in dessen Folge er seine Mutter – durch unterlassene Hilfeleistung – sterben lässt und anschließend das Baby seines Bruders mit einer Nadel quält. Später lässt er sich per Anhalter von einem vermeintlich homosexuellen älteren Herren mitnehmen, doch der will ihn eigentlich für seine psychisch etwas schwierige Tochter Valeria. Als es dann schließlich doch zu einem Vergewaltigungsversuch durch den wohlhabenden Geschäftsmann kommt, töten Angelo und Valeria deren Vater gemeinsam und anschließend die Haushälterin. Fortan sind die Beiden gemeinsam auf Mördertour, doch nichts davon ist sonderlich blutig, denn wie gesagt, es handelt sich um eine verstümmelte Filmfassung. In der Folge sehen wir unter anderem, wie Altstar George Ardisson von Milly D’Abbraccio vergewaltigt und anschließend von Angelo mit einer Geflügelschere…cut.

     

    Achtung, ich spoilere schon wieder den kompletten Film. Eine grässliche Angewohnheit.

     

    Dann macht „La Trasgressione“ einen seltsamen Bruch, denn Angelo hat sich das alles nur im Drogenrausch ausgemalt, tatsächlich hing er die ganze Zeit weggedröhnt über seinem Schreibtisch. Nicht hilfreich, um seine These zu beweisen. In Folge sehen wir, was für ein netter Kerl Angelo ist und nicht einmal Drogen konnten daran etwas ändern. Schließlich aber versucht er es doch. Er lauert einer Kommilitonin auf, und während diese nichtsahnend in ihrem Zimmer Aerobic-Übungen macht, fällt Angelo über sie her. Eine Vergewaltigung will ihm nicht so recht glücken (lustig, wie er vergeblich versucht, sie aus ihrem Aerobic-Dress zu pellen), stattdessen erwürgt er sie – eher aus Versehen, falls das überhaupt möglich ist – und wir sehen seine verstörte Reaktion auf seine Tat. Ende des Films.

     

    Was uns Pierfrancesco Campanella mit dieser Geschichte sagen wollte, würde sich uns möglicherwiese aus der Urfassung erschließen, vielleicht aber auch nicht. Angelo versucht durch Erfahrung zum Bösen zu werden, doch es gelingt ihm nicht. Auch Drogen scheinen aus einem guten Menschen keinen schlechten Menschen machen zu können. Langweilig ist der Film nicht, und ob das Original so gewalttätig ist, wie die Gerüchteküche behauptet, da bin ich mir unschlüssig, denn das Ding hatte offenbar nicht mal einen Special Effects- oder Makeup-Artist. Auffällig ist in dieser Hinsicht nur die eine Ardisson-Szene und wie nach dem Mord an einem Psychiatrie-Patienten dessen zwei Krankenschwestern sang- und klanglos aus der Handlung verschwinden.

     

    „La Trasgressione“ ist nicht langweilig, lässt einen aber eher unbefriedigt zurück. Zu vieles bleibt den eigenen Vermutungen vorbehalten, und wer will schon einen verstümmelten Film sehen? Immerhin dürfte das aber die beste Rolle für Darstellerin Milly D’Abraccio gewesen sein, die später in Softerotik und Hardcore-Filmen landete.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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