Todesmarsch der Bestien

Italien | Spanien, 1972

  • Originaltitel: Condenados a vivir
  • Alternativtitel:

    Bronson's Revenge

    Cut-Throats Nine

  • Regisseur: Joaquín Luis Romero Marchent
  • Kamera: Luis Cuadrado
  • Musik: Carmelo A. Bernaola
  • Drehbuch: Joaquín Romero Hernández, Santiago Moncada
  • Inhalt:

    Capt. Brown (Claudio Undari als „Robert Hundar“) soll sieben verurteilte Schwerverbrecher über die Berge an ihren Bestimmungsort transportieren. Doch der Schein trügt, denn es handelt sich zugleich um einen verdeckten Goldtransport, und in Erwartung eines drohenden Überfalls wurde das Gold für die Ketten verwendet, mit denen die Sträflinge aneinander gefesselt sind.

     

    Zudem wurde kürzlich Capt. Browns Frau ermordet, und einer der Sträflinge soll der Täter sein, welcher von ihnen, wissen er und seine ihn begleitende Tochter Sarah (Emma Cohen) allerdings nicht. Als der Transport überfallen wird, töten die Banditen aus Wut darüber, kein Gold vorzufinden, die begleitenden Soldaten, zudem wird die Kutsche zerstört.

     

    Die Gruppe muss den Weg zu Fuß durch die verschneiten Berge fortsetzen, und als die Sträflinge erfahren, dass ihre Ketten aus Gold bestehen, beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Joaquín Luis Romero Marchents „Condenados a vivir“ (Verurteilt zum Leben) ist einer dieser kleinen Filme, die es in Deutschland nur auf VHS schafften, lange nach ihrer Entstehung. Und selbst die Videokassette, die Mike Hunter unter dem Titel „Todesmarsch der Bestien“ veröffentlicht hatte, fand wohl vor ihrer Indizierung und Beschlagnahme nicht allzu viel Beachtung. Zu Unrecht.

     

    „Todesmarsch der Bestien“ ist ein sehr intensiver und böser kleiner Film mit überzeugenden Darstellern und einer beständigen Wetten-dass-es-noch schlimmer-werden kann-Dramaturgie. Es geht immer weiter abwärts, durch Eis und Schnee, durch Unmenschlichkeit und Zorn, durch Gefühlskälte und seelischem Schmerz. Etwa wenn Capt. Brown angekettet in einer einsamen Berghütte gezwungen wird, die Gruppenvergewaltigung an seiner Tochter mitanzusehen, die anscheinend nur zu dem Zweck stattfindet, ihn zu quälen – denn anschließend scheinen die Verbrecher jegliches Interesse an Sarah zu verlieren (ausgenommen der Kerl, der in sie verknallt ist, aber auch dafür gibt es später eine eher böse Auflösung), die die Täter anschließend weiter begleitet, und der im weiteren Verlauf eine unerwartet wichtige Rolle zukommt.

     

    Die Abwärtsspirale dieses Films macht auch seine Spannung aus, weswegen diese Review kurz und nicht weiter auf die Einzelheiten der Story eingehen wird. Auf die Gewaltdarstellungen möchte ich aber eingehen. Solange die Gruppe durch die schneebedeckte Einöde marschiert und ums Überleben kämpft, sind diese Szenen mehr als berechtigt, tragen sie doch sowohl zur Grundstimmung als auch zu so mancher Erklärung der einzelnen Charaktere bei. Störend und überflüssig ist die übertriebene Gewalt (explodierender Kopf bei Schussszene, herausquellende Gedärme bei Messerstichen) in den Rückblenden, denn hier trüben diese Szenen die durchaus vorhandene inhaltliche Qualität des Films.

     

    „Todesmarsch der Bestien“ ist ein perfekter Film für einen frostigen Wintertag, und die kalte Wirkung auf den Zuschauer wird durch einen erschütternd passenden und erinnerungswerten Soundtrack von Carmelo A. Bernaola unterstrichen. In den USA folgte Anfang dieses Jahres eine erste HD-Auswertung von Code Red, abgetastet von einer 35 mm Kopie, die deutschen VHS-Rips oder amerikanischen Public Domain-Kopien natürlich haushoch überlegen ist – ohne das Ding komplett totzufiltern.

     

    Regisseur Joaquin Luis Romero Marchent – Bruder von Rafael Romero Marchent – stammte aus einer Familie, in der anscheinend so ziemlich jeder etwas mit Film zu tun hatte, einschließlich seiner Ehefrau (Schauspielerin) und später seiner Tochter (Regieassistentin). Marchent hat vornehmlich bei Western Regie geführt, von denen die Meisten auch in Deutschland veröffentlich wurden, etwa „Der Coyote“ und „Die Rache des Coyoten“ (1954), „Abrechnung in Veracruz“ (1963) mit Richard Harrison oder „100.000 Dollar für einen Colt“ (1965), in dem auch Claudio Undari die Hauptrolle spielte. Nachdem Marchent 1999 offiziell seinen Ruhestand erklärte, starb er im August 2012 im Alter von stolzen 90 Jahren.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Links

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