Suchen

Todeskommando Panthersprung

Italien, 1969

  • Originaltitel: 5 per l'inferno
  • Alternativtitel:

    5 para el infierno (ESP)

    Cinq pour l'enfer (FRA)

    5 Para o Inferno (POR)

    Five Into Hell

    Five for Hell

  • Deutsche Erstaufführung: 20. Dezember 1974
  • Regisseur: Gianfranco Parolini
  • Kamera: Sandro Mancori
  • Musik: Elsio Mancuso
  • Drehbuch: Sergio Garrone, Renato Izzo, Gianfranco Parolini
  • Inhalt:

    Eine Gruppe von US-Soldaten soll unter dem Kommando von Lt. Glenn Hoffmann (Gianni Garko) aus der sogenannten Grünen Villa den Geheimplan K. stehlen, der irgendwelchen furchtbar wichtigen Strategie-Krempel der Deutschen enthält.

     

    Die Villa ist Sitz des Generals Gebauer (im Original „Friederich Gerbordstadt“, gespielt von Irio Fantini), dessen Sekretärin Helga Richter (Margaret Lee) Informationen an den Widerstand weitergibt. SS Col. Hans Mueller (Klaus Kinski) kommt ihr jedoch auf die Spur und erpresst sie zu sexuellen Gegenleistungen.

     

    Als die Gruppe um Lt. Hoffmann sich in die Villa schleicht, haben sie in Helga eine wichtige Verbündete vor Ort. Doch wird es den tapferen Basterds gelingen, unbehelligt mit Geheimplan K. zu entkommen?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Regisseur Gianfranco Parolini ist schon eine Nummer für sich, und genau da liegt das Problem: ich mag seine Filme nicht. Ja, ich weiß, der Mann hat die Sabata Filme gemacht, und er hat Kommissar X gemacht, aber ich mag nichts davon. Verschieben wir also den Teil mit der Veröffentlichung diesmal ausnahmsweise an den Anfang.

     

    An der DVD-Veröffentlichung von Koch Media gibt es nichts auszusetzen. „Todeskommando Panthersprung“ wurde hier erstmals uncut in Deutschland veröffentlicht – ca. 15 Minuten länger als die alte deutsche Fassung, neu eingefügte Szenen sind untertitelt. Es ist schwer zu glauben, dass das alte Bavaria-Tape tatsächlich mal indiziert war. Eine Szene mit Klaus Kinski und Margaret Lee scheint mir an der falschen Stelle, das liegt aber nicht an Koch Media, sondern wohl eher am schlampigen Schnitt des Originalfilms. Als Bonus gibt es eine interessante 45-minütige Interview-Featurette mit Regisseur Parolini und den Darstellern Gianni Garko und Sal Borgese, somit war auch für mich was dabei. Parolini und Kinski scheinen ja ein Pärchen gewesen zu sein, Liebe auf den ersten Blick sieht anders aus. Interessant ist auch der Teil über Luciano Rossi.

     

    Der Film selbst ist dagegen ziemlich verratzt. Die Story ist ein Witz, Logik Fehlanzeige, die darstellerischen Leistungen dürftig, und die kuriose Mischung aus Action und Komik dürfte für Nicht-Parolini-Fans schwer verdaulich sein. Dabei kommen die ersten 50 Minuten noch unterhaltsam daher, haben mir persönlich zwar nicht so zugesagt aber auch nicht gelangweilt. Leider ändert sich das dann mit dem zaghaften Erschleichen des Zutritts zur Villa durch unsere Helden, denn diese Szene nimmt nahezu 25 Minuten in Anspruch. Und DAS IST langweilig. Anschließend wandelt man noch auf den Pfaden von „Das dreckige Dutzend“, da kann man natürlich mit leben.

     

    Gar nicht leben konnte ich mit der Musik von Elsio Mancuso. Hier äußert sich selbst Parolini vorsichtig, der ursprünglich einen anderen Komponisten verpflichtet wissen wollte, dann aber mit Mancuso vorlieb nahm, da ihm dessen Hauptthema passend erschien. Das war es dann aber auch, die Musik ist oft thematisch daneben, sogar die Einsätze, wann welches Stück verwendet wird. Verpatzt. Bei ein, zwei Szenen fragt man sich gar, warum da überhaupt Musik ist. Überflüssig.

     

    Das ursprüngliche Drehbuch zu „Todeskommando Panthersprung“ stammte von Sergio Garrone, wurde aber von Parolini und seinem Freund Renato Izzo komplett neu geschrieben, da Parolini es seinem Stil anpassen wollte, mit mehr Komik, sympathischeren Charakteren und ein paar Gimmicks. Trampoline, explodierende Baseballs, etc.

     

    Der für mich interessanteste Part war hier die durchaus kontroverse Rolle von Margaret Lee, die in einer Art Nebenhandlung eine Deutsche spielt, die für den Widerstand spioniert, und dabei auch mal über Leichen geht – nicht gern, aber was sein muss, muss eben sein. Gerade bei diesen Szenen mit Margaret Lee hat man damals bei der Kinoaufführung leider die Schere angesetzt, deshalb nochmals danke an Koch Media. Unfreiwillig komisch dagegen Kinski, wie er mit verführerisch schmachtendem Blick aufs Bett zurücksinkt, als Margaret Lee ihn nach seinen vorherigen Erpressungen nun erstmals scheinbar freiwillig verführen will. Seine Augen, die sagen, „ ich wusste doch, früher oder später kommt sie angekrochen.“ Dabei will sie bloß den Alarm deaktivieren, der sich auf seinem Nachttisch befindet.

     

    In der Realität dagegen hatte Kinski wohl eine Affäre mit der Tochter eines der Produzenten und interessant ist hier die Wortwahl von Parolini und Garko, die Kinski als „kleinen Spielgefährten“ der Dame bezeichnen – und nicht etwa umgekehrt.

     

    Trotzdem hoffe ich, meine kurze Review hat niemandem den Spaß verdorben, denn andere mögen durchaus Gefallen an diesem kurzweiligen Filmchen haben, vor allem die Fans deutscher Trash-Synchros.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.