Toby und Butch - Vier Fäuste geben Zunder

Italien | Spanien, 1975

  • Originaltitel: Simone e Matteo: Un gioco da ragazzi
  • Alternativtitel:

    Simón y Mateo (ESP)

    Bons, brutes... mais pas méchants (FRA)

    Convoy Buddies (USA)

    Kid Stuff

    Toby und Butch - Wie zwei sanfte Engel

    Zwei irre Typen mit ihrem tollen Brummi

  • Deutsche Erstaufführung: 04. September 1975
  • Regisseur: Giuliano Carnimeo
  • Kamera: Sebastiano Celeste, Vicente Minaya
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Sergio Bazzini, Tulio Demicheli
  • Inhalt:

    Die beiden Gelegenheitsgauner Toby und Butch sind kurz vorm Verhungern, doch Butch hat noch seinen LKW-Führerschein. Den will Toby auf dem Arbeitsamt verhökern, denn einen richtigen Job wollen sie nicht. Ein zwielichtiger Transport-Vermittler (Francisco Merino) wird auf das Duo aufmerksam und überredet sie, eine Ladung mit Insektenspray nach Marseille zu bringen.

     

    Der Plan: zwei Trottel zu finden, die keine Fragen stellen (Toby und Butch) und die gegen Bares einen Waffentransport ahnungslos über die Grenze nach Frankreich fahren. Vor Erreichen Marseilles soll der Truck von vier kleinen Gaunern überfallen werden, die die Ladung zu ihrem Bestimmungsort und dem Auftraggeber Monsieur Le Renard (Eduardo Fajardo) bringen. Doch Toby und Butch sind nicht so leicht zu überwältigen, wie man gedacht hat.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Ihr Italiener, immer Scherze, bon voyage.“

     

    Nach Ferdinando Baldis „Vier Fäuste schlagen wieder zu“ und „Vier Fäuste und ein heißer Ofen“ machte man hier einen Neuanfang. Neuer Produzent, neuer Regisseur, Co-Finanzierung aus Spanien, neue Drehbuchautoren und neue Filmkomponisten – Guido & Maurizio de Angelis lösten als „Juniper“ Bixio und Tempera ab, wenn auch etwas verhalten. Ebenfalls erfolgte eine Neudefinition der beiden Hauptprotagonisten, man gab ihnen die Charaktere Simone e Matteo, aber davon ließen die deutschen Verleiher sich nicht beeindrucken und nannten sie weiterhin Toby und Butch.

     

    Paul L. Smith sieht natürlich noch immer wie Bud Spencer aus, aber dafür kann er ja nichts. Deutscher Synchronsprecher wurde wiederum Wolfgang Hess, wie gehabt. Antonio Cantafora hingegen erfährt ein Makeover mit Lederjacke und Ledermütze und wirkt hier präsenter und weniger desorientiert als in den zwei Vorgängern von Baldi. Und er erhält mit Hartmut Reck seinen nunmehr dritten deutschen Synchronsprecher innerhalb der Reihe. Ärger gab es anscheinend mit dem Filmposter des US-Imports. Paul L. Smith hatte im Vertrag, dass er als Hauptdarsteller mit seinem richtigen Namen zu nennen sei. Auf dem US-Poster „Convoy Buddies“ wurden in Hauptrollen allerdings Bob Spencer und Terrence Hall angegeben, Giuliano Carnimeo wurde zu Arthur Pitt. Smith soll die ganze Bande daraufhin kurzentschlossen verklagt haben.

     

    Beim Supporting Cast sieht es hier wieder etwas spektakulärer aus, als zuvor in „Vier Fäuste und ein heißer Ofen.“ Als Auftraggeber des Waffenschmuggels Eduardo Fajardo, als dessen Rechte Hand Mario Brega und als sein Leibwächter Fernando Bilbao, den man z. B. als Frankensteins Monster aus Jess Francos „Die Nacht der offenen Särge“ oder „Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein“ kennt, ebenso aus Christian Anders‘ „Die Brut des Bösen.“ Bei den Kleingangstern und sonstigen Prügelknaben gibt es ein paar bekannte Gesichter, etwa Nello Pazzaffini und Riccardo Petrazzi. Gering ist wiederum der Frauenanteil. Einzig Giuliana Calandra gibt eine Art Elisabeth Volkamann-Parodie zum Besten, in der deutschen Fassung geträllert von – richtig – Elisabeth Volkmann.

     

    Bleibt noch die wichtigste Frage zu klären. Kann man sich diesen Film antun? Ja, kann man. Es gibt ein paar ziemlich gute Gags, jede Menge Carambolagen und natürlich auch einige W.T.F.-Szenen, die die Welt nicht braucht. Ich schon. Ich wollte Regisseur Giuliano Carnimeo nach seinen Halleluja-Ausfällen eigentlich schon aufgeben, aber in diesem Film hier dreht er die Blödheitsschraube gottseidank und halleluja wieder etwas zurück. Etwas misslungen ist die finale Verfolgungsjagd auf einem Schiff, die ist im Vergleich zu vorangegangenen Szenen einfach zu lasch.

     

    Die deutsche Kinofassung scheint diesmal uncut gewesen zu sein, die VHS anscheinend nicht. Bei der Prügelszene in der Seemanns-Kneipe gibt es einige hör- und sehbare Sprünge, Darsteller stehen anschließend nicht mehr da, wo sie vorher waren.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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