Thunder

Italien, 1983

  • Alternativtitel:

    Tonnerre (FRA)

    Acorralado (PER)

    A Fúria do Guerreiro (POR)

    Navaho grom (SRB)

    Thunder - Eine Legende ist geboren!

  • Deutsche Erstaufführung: 25. November 1983
  • Regisseur: Fabrizio De Angelis
  • Kamera: Sergio Salvati
  • Musik: Francesco De Masi
  • Drehbuch: Fabrizio De Angelis, Dardano Sacchetti
  • Inhalt:

    Der Navajo-Sprössling Thunder kehrt von Irgendwo in seinen Heimatort in Arizona zurück. Er stellt fest, dass der Vertrag, den die amerikanische Regierung vor hundert Jahren mit seinem Großvater geschlossen hatte, gebrochen wird, denn ein Bautrupp ist dabei, die Begräbnisstätte seines Stammes zu zerstören, um ein Observatorium zu errichten. Nachdem er mit dem Vertrag in der Hand weder beim Sheriff (Bo Svenson) noch bei den Finanziers der Bank Gehör findet, verweist ihn Deputy Henson (Raimund Harmstorf) an die Stadtgrenze. Er soll sich nie wieder blicken lassen. Doch nachdem Thunder anschließend von Bauarbeitern verprügelt wird und es ihm beim Sheriff nicht besser ergeht erklärt er der Stadt den Krieg: anfangs nur mit Pfeil und Bogen, später mit der Bazooka.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Der von Enzo G. Castellari in einem Sportstudio entdeckte Schuhverkäufer Mark Gregory spielt hier zum ersten Mal die Rolle des „Thunder“, damals gerade erst 18 Jahre alt. „Thunder“ ist das Regiedebut von Fabrizio De Angelis alias „Larry Ludman“, der hier mit diesem Rambo-Rip Off wohl seine beste Regiearbeit abgeliefert hat.

     

    Und mal ehrlich, Thunder, ein Navajo, der von der Polizei erst gedemütigt, dann verfolgt wird, weil die Rechte seines Stammes wegen einer indianischen Begräbnisstätte verletzt wurden, und dann gnadenlos aber keineswegs wahllos zurückschlägt, war mir damals weitaus sympathischer als der Vietnam-Veteran John Rambo. Diese ganzen „Vietnam-Vet“-Filme gehen einem irgendwann schlichtweg auf die Nüsse, sorry.

     

    Zu Mark Gregory muss man sagen, dass er als Actionstar seinen Mann stehen kann. Er ist kein großes schauspielerisches Talent, Dialog hat er nie viel bekommen, und das ist gut so. Das Einzige, was mir heute (damals nicht) auffällt ist, wie uncool es aussieht, wenn ein Darsteller mit Cowboystiefeln rennen muss. Dazu hat man Gregory schon in Castellaris „The Riffs“ genötigt und Fabrizio De Angelis scheint ohnehin auf Stiefel-Helden zu stehen. In seinem „Arizona Road“ wird sogar in Cowboystiefeln geboxt, und das sieht erst mal richtig kacke aus.

     

    Besonders erwähnenswert ist bei „Thunder“ die sorgfältige Auswahl der Locations, ganze 11 Drehorte in Arizona, die eine sehenswerte natürliche Kulisse für Verfolgungsjagden zu Fuß, per Jeep und in der Luft bieten, untermalt von einem schönen Post-Italo-Western-Soundtrack von Francesco De Masi.

     

    Herausragend, wie in vielen frühen Fabrizio De Angelis-Filmen der Supporting Cast: Bo Svenson als Nicht-gut-aber-auch-nicht-wirklich Böse-Sheriff, Raimund Harmstorf als fieser Deputy, Paolo Malco als Reporter. Eher unauffällig eingesetzt ist Antonio Sabato (das Original, nicht der Junior) in einer unverdient kleinen Rolle. Und das fällt allgemein auf bei De Angelis Filmen, weitgehend gute Darsteller, aber die Hauptrollen? Mark Gregory, ok, aber immerhin auch erst 18, später dann Leute wie Oliver Tobias, Antonio Sabato jr., John Ethan Wayne, da hat es wohl wirklich einer auf die Milchbubis abgesehen. Egal.

     

    An den Actionszenen gibt es nichts auszusetzen, tatsächlich sieht „Rambo“ im Endprodukt billiger aus. Diskrepanzen gibt es in den deutschen Dialogen von Bo Svenson mit Raimund Harmstorf. Während Svenson in der DF immer von „Ich will ihn lebend“ spricht, feuert Harmstorf direkt neben ihm mit einem Gewehr mit Zielfernrohr und will Thunder den Schädel wegpusten. Svenson sagt...nichts dazu. Harmstorf an anderer Stelle, „der Sheriff hat gesagt, tot oder lebendig“, hat wohl wirklich was an den Ohren. Was im Kontext nicht verkehrt ist, schließlich spielt Harmstorf den Fanatiker, aber Svenson steht doch oft daneben und reagiert nicht auf diese Aussagen. Ich glaube, man wollte in der deutschen Fassung einfach für wenigstens einen „guten Cop“ sorgen.

     

    Der Film brachte es immerhin auf zwei spätere Fortsetzungen, zumindest der zweite Teil weitgehend wieder in Originalbesetzung. Erst im dritten Film ist nur noch Mark Gregory dabei, mit John Phillip Law als Gegenspieler.

     

    Die Qualität der deutschen DVD ist annehmbar, mehr leider nicht. Und da Thunder von Vornherein in unterschiedlichen Fassungen in verschiedenen Ländern veröffentlicht wurde, gibt es bisher keine wirkliche Uncut-Fassung. Hier gibt es dringenden Nachholbedarf.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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