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Teufelstanz der Lust

Italien, 1992

  • Originaltitel: Spiando Marina
  • Alternativtitel:

    Naked Obsession (USA)

    The Smile of the Fox

    Foxy Lady

  • Regisseur: Sergio Martino
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Luigi Ceccarelli
  • Drehbuch: Sergio Martino, Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Mark Derrick (Steve Bond) ist ein früherer Cop, der sich nach seinem Rauswurf aus dem Polizeidienst nun seine Brötchen als internationaler Profikiller verdient. Ein neuer Auftrag führt ihn nach Argentinien, wo er für zwielichtige Gestalten ein ihm noch unbekanntes Ziel in absehbarer Zeit ausschalten soll. Man quartiert ihn in einer unauffälligen Mietwohnung ein, in der er jedoch praktisch mehrmals täglich die Lustschreie seiner hübschen Nachbarin (Deborah Caprioglio) anhören muss. Tatsächlich kommt man sich schon sehr bald näher, als Marina eines sonnigen Tages auf der Suche nach ihrer entschlüpften Schlange über das steinerne Mäuerchen steigt, das die beiden angrenzenden Balkone der Mietswohnungen notdürftig voneinander trennt. Schnell ist der nur äußerlich toughe Auftragsmörder vollkommen der langhaarigen Schönheit verfallen und vergisst so beinah, dass er nur zu einem Zweck dort ist: eine Person zu töten, deren Identität er schon in Kürze mitgeteilt bekommen soll. Doch vorher legt Mark sich noch mit dem aggressiven Liebhaber Marinas an, und gerät in einen reißenden Strudel aus Lust und Gewalt, der ihn weiter und weiter in eine totbringende Gefahrenzone zieht.

  • Autor: Sascha Nolte
  • Review:

    Sergio Martino sollte den meisten Lesern dieses Reviews kein Unbekannter sein, hat er doch wohl durch Filme wie „Der Killer von Wien“, „Torso“ oder „Die Farben der Nacht“ einen Platz im Pantheon des Giallos verdient. Auch im Genre des Poliziottesco war Martino umtriebig, schuf Filme wie „Die Killermafia“ und „Hetzjagd ohne Gnade“, wandte dann sich dem Horror- (z. B.: „Insel der neuen Monster“ oder „Der Fluss der Mörderkrokodile“) später dem Science-Fiction-Film („Fireflash – Der Tag nach dem Ende“ und „Paco – Kampfmaschine des Todes“) zu. Bereits zum Beginn seiner Karriere hatte er mit seinem zweiten Film „Der Tod sagt Amen“ einen Spaghettiwestern geschaffen mit „Mannaja – Das Beil des Todes“ sollte auch hier Jahre später ein weiterer folgen.

     

    Eher weniger bekannt ist aber, dass Martino über die fast gesamte Länge seines Schaffens auch dem Erotikgenre immer wieder einige weitere Werke hinzufügte. Dies waren in der Regel klassische Vertreter der italienischen Erotikklamotte mit so wohlklingenden deutschen Titeln wie „Lollipops und heiße Höschen“ oder „Müssen Männer schön sein?“ oder dem „Urlaubsreport alleinstehender Frauen“. Anfang der 90er Jahre schuf Martino dann mit „Teufelstanz der Lust“ einen Erotikfilm, der seine komödiantischen Elemente ganz zugunsten einer Thrillerhandlung aufgibt – eine Entwicklung, die wohl auf den großen Kassenerfolg von Filmen wie dem ebenfalls 1992 in die Kinos gekommenen „Basic Instinct“ zurückzuführen ist.

     

    Als Hauptdarstellerin wählte er die üppige Debora Caprioglio, welche zuvor bereits in Tinto Brass‘ loser Fanny-Hill-Adaption „Paprika – Ein Leben für die Liebe“ wortwörtlich eine gute Figur abgegeben hatte und deren dreijährige Liaison als Achtzehnjährige mit dem bereits jenseits der Sechzig agierenden Enfant terrible Klaus Kinski einige Zeit zuvor einen publikumswirksamen Skandal ausgelöste. An ihrer Seite spielt der eher unbekannte Steve Bond, der 1988 in Andy Sedaris‘ „Hawaii Connection“ bereits neben leicht bekleideten Vollweibern sein Bestes gab und der eigentlich als Shlomo Goldberg in Haifa, Israel geboren ist.

     

    Sowohl er wie seine Kollegin Caprioglio mühen sich redlich durch den eher dünnen Plot aus den Federn Martinos und Piero Regnolis (viel beschäftigter Drehbuchautor und Regisseur solcher Heuler wie „Das Ungeheuer auf Schloß Bantry“), welcher es zum Schluss des Filmes jedoch tatsächlich schafft, nach einem leichten Überhang an Softsex, doch noch so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen und dem Zuschauer mit einem mehr oder weniger überraschenden Twist den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Hier scheint des Maestros Expertise in Sachen Gialli dann doch noch durch und es darf sogar ein wenig Blut fließen.

     

    Gefilmt wurde übrigens tatsächlich zumindest zum Teil in Buenos Aires, ich könnte jedoch schwören in einer Außenszene ein römisches Straßenschild entdeckt zu haben... Freunden von sommerleichten Erotikstreifen sei also dieser Film genauso ans Herz gelegt, wie den vielen Fans des Herrn Martino oder Kennern des argentinischen Tangos, der im Leitmotiv Luigi Ceccarellis Verwendung findet und wohl zum titelgebenden „Teufelstanz der Lust“ aufspielen soll.

  • Autor: Sascha Nolte
  • Veröffentlichungen:

    Die deutsche DVD von Donau Film ist ungeschnitten und kommt mit dem Trailer sowie einem schmucken Schuber und zwei verschiedenen Covermotiven daher.

  • Autor: Sascha Nolte
  • Links

    OFDb

    IMDb

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