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Teenager lieben heiß

Italien, 1975

  • Originaltitel: Blue Jeans
  • Alternativtitel:

    Couples impudiques (FRA)

    Jeans Tonic (POR)

  • Deutsche Erstaufführung: 17. Oktober 1980
  • Regisseur: Mario Imperoli
  • Kamera: Romano Albani
  • Musik: Nico Fidenco
  • Drehbuch: Mario Imperoli, Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Die 17-jährige Daniela „Blue Jeans“ Anselmi führt seit dem Tod ihrer Mutter ein freies Leben auf der Straße, das sie mit Gelegenheitsprostitution finanziert. Als die Polizei sie mit einem Kunden erwischt, wird sie wegen ihrer noch ein paar Monate andauernden Minderjährigkeit vom Jugendamt einkassiert.

     

    Das Jugendamt stößt bei der Suche nach einem potentiellen Verwandten auf den angesehenen und wohlhabenden Restaurator Dr. Carlo Anselmi (Paolo Carlini), der einst mit Danielas Mutter verheiratet war und drückt ihm die Verantwortung auf. Anselmi bestreitet vehement Danielas Vater zu sein, aber man teilt ihm mit, dass er dann gegen die Entscheidung des Jugendamtes klagen müsse – bis dahin bliebe die junge Frau aber bei ihm.

     

    Widerwillig nimmt er sie mit auf eine Burg, die er restaurieren soll, wo er mit einer geliebten und einem Hausmädchen lebt. Daniela bringt mit charmanter Respektlosigkeit sein Leben durcheinander und zieht damit die Eifersucht von Anselmis Partnerin Marisa (Annie Carol Edel) auf sich. Carlo, der gerade erneut in Scheidung lebt, wird schließlich von Marisa zu einer Entscheidung genötigt: sie oder Daniela, einer muss gehen.

     

    Und dann taucht Danielas Ex-Zuhälter Sergio auf.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Gloria Guida ist mal wieder 17, sieht aber, wie ihr empörter, von der Polizei am Anfang des Films verhafteter Kunde bemerkt, aus wie Zwanzig – was sie zur Zeit der Dreharbeiten natürlich auch war. Und sie sieht absolut wundervoll aus, trotz des langen, blonden Flaums auf den Schienbeinen.

     

    Mario Imperolis „Teenager lieben heiß“ ist eine Überraschung, denn nach seinem Guida-Vorgänger „Kesse Teens – Die erste Liebe“ lagen meine Erwartungen nicht besonders hoch. Mit „Blue Jeans“ gelang ihm jedoch eine vorwiegend leichte Komödie, die durchaus von einer charmanten Ausstrahlung Gloria Guidas profitieren kann. Am Meisten profitiert der Film allerdings von dem Verzicht auf einige Dinge: überzeichnete Coming-of-Age-Thematik, heutzutage schwer nachvollziehbare dramatische Elemente (wie man sie in einigen von Guidas ersten Filmen findet), und ebenso in unerträgliche Albernheit ausartende Kalauer wie in den Pennäler-Filmen mit Alvaro Vitali. Nichts davon findet man in „Teenager lieben heiß.“

     

    Vielmehr schließt der Film mit einem recht kurz gehaltenen Krimi-Element am Ende, welches seine dramatische Wirkung nicht verfehlt. Da es ein Guida-Film ist, dürfen weder die Nacktszenen noch eine Sexszene mit einem älteren Herren – hier Dr. Carlo Anselmi – fehlen. Das ist durchaus gewagt, denn obwohl er immer wieder bestreitet, Danielas Vater zu sein, so ganz sicher scheint er sich da nicht wirklich zu sein. Tatsächlich fand ich diese Richtung als Einziges etwas unnötig, denn die zunächst widerwillig anmutende Beziehung zwischen den Beiden hat als „widerspenstiger Vater/nervige Tochter“ ziemlich gut funktioniert und hätte nicht unbedingt in Sex münden müssen. Aber das hätten die etwas reiferen männlichen Kinozuschauer in Italien 1975 wohl anders gesehen.

     

    Romano Albani – Kameramann bei Dario Argentos „Inferno“ – bekommt auch in „Blue Jeans“ die Gelegenheit zu gewagten Kamerafahrten – nämlich immer Gloria Guidas Hintern in den kurzen Jeans-Shorts hinterher. Albani hat auch in Mario Imperolis folgenden drei Filmen „Wie tollwütige Hunde“ (1976), „Cane mozze“ (1977) und „Quella strana voglia d’amare“ die Kameraarbeit übernommen. Die Musik stammt wie schon in „Kesse Teens – Die erste Liebe“ von Nico Fidenco, unterstützt von einem Titelsong der Studiomusiker der Band „Cyan.“

     

    Die sehr schönen Außenaufnahmen entstanden in Sermoneta und dem dort gelegenen Castello Caetani.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    Der Film erschien uncut als DVD bei X-Rated sowie als Doppel-DVD (Disc 1 die X-Rated Scheibe, Disc 2 mit der kürzeren, dunkleren deutschen Kinofassung) bei Colosseo Film/VZ-Handelsgesellschaft. Letztere mit einem Cover, das ...oh mein Gott. Kopf und Body stammen anscheinend von verschiedenen Personen! Wer macht sowas? Ed Gein?

  • Autor: Gerald Kuklinski
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