Tedeum - Jeder Hieb ein Prankenschlag

Italien | Spanien, 1972

  • Originaltitel: Tedeum
  • Alternativtitel:

    Tedeum, Um Homem Mais Duro que Trinity (BRA)

    Dá-lhe Agora Tedeum (POR)

    Father Jackleg (USA)

    Sting of the West (USA)

    Con Men

  • Deutsche Erstaufführung: 17. Mai 1973
  • Regisseur: Enzo G. Castellari
  • Kamera: Manuel Rojas
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Tito Carpi, Giovanni Simonelli, José Gutiérrez Maesso, Enzo G. Castellari
  • Inhalt:

    Die Gaunerfamilie um Stinky Manure (Lionel Stander) erbt von einem ebenso unvertrauenswürdigem Onkel eine Konzession über den Besitz einer Goldmine. Da sie ihren Onkel kennen, halten sie das Dokument für eine Fälschung und schicken ihren Sohn Tedeum (Giancarlo Prete) los, um einen dummen Käufer für die scheinbar nicht existente Mine zu finden.

     

    Tedeum stellt sich jedoch recht ungeschickt an, indem er in einem Zug versucht, die mine ausgerechnet an einen Sheriff zu verhökern. Der falsche Mönch Santini (Jack Palance) auf den ein Kopfgeld in Höhe von 638,50 $ ausgesetzt ist, hilft ihm aus der Klemme. Unterwegs begegnen sie dem weiblichen Gaunerpärchen Betty und Wendy Brown (Francesca Romana Coluzzi und Mabel Karin), die ebenfalls eine gefälschte Minenkonzession verkaufen wollen.

     

    Doch sie wissen nicht, dass es sich bei dem Dokument der Familie Manure um eine echte und sehr lukrative Mine handelt, hinter der der Banker/Gangster Grant (Eduardo Fajardo) her ist. Nachdem Tedum und der falsche Mönch Grant zunächst das falsche Dokument von Betty und Wendy Brown angedreht haben, ist Grant hinter ihnen her. Als die Manures von der Echtheit ihrer Mine erfahren, reisen sie Tedeum hinterher, und in einem Badehaus kommt es zu großen Showdown.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach „Zwiebel-Jack räumt auf“ hatte ich mir eigentlich vorgenommen, mir keine Western-Komödien von Castellari mehr anzusehen. Aber was soll‘s, was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Es ist natürlich schwer, sich einen solchen Film wie „Tedeum – Jeder Hieb ein Prankenschlag“ alleine und zuhause anzusehen, ich kann mir vorstellen, dass der auf großer Leinwand im Kino richtig Spaß macht.

     

    Aber auch im Heimkino kann man sich Tedeum ansehen, wenn das Vergnügen auch zwiespältig ist. Es gibt Szenen, die einfach herrlich sind. Dazu gehört die asoziale Manure-Familie, die Prügelei in Grants Auktionshaus und unbedingt das Finale im Badehaus. Andere Dinge dagegen wiederholen sich zu oft. Timothy Brent und Jack Palance rülpsen zu viel als wäre dem Drehbuch der Saft ausgegangen, andererseits weiß man nicht, wie viel davon nur in der deutschen Synchro eingefügt wurde. Diese geht hier insgesamt sehr willkürlich vor, bei einer Haudrauf-Komödie dieser Art ist das aber okay. Festzustellen bleibt, dass dem Film insgesamt zum Ende hin nicht etwa die Luft ausgeht, wie das bei Komödien leider oft mal der Fall ist.

     

    Giancarlo Prete als Tedeum wirkt in dieser komödiantischen Rolle keineswegs so steif, wie zu befürchten stand und kann neben Jack Palance bestehen, der ohnehin nicht ganz nüchtern wirkt. Es zeigt sich jedoch, dass es letztendlich Eduardo Fajardo ist, der den präsentesten Eindruck hinterlässt. Hier gibt es einen schönen Running-Gag, bei dem Fajardo immer wieder seine Hosen verliert, wobei seine Dreiviertel-Unterhose stets passend zu seinem Schlips ausgesucht wurde. Schlagkräftig sind in Tedeum auch zwei Frauen, Francesca Romana Coluzzi als Wendy Brown und die vor Schmutz starrende Mutter der Manure-Familie, gespielt von María Vico.

     

    Gedreht wurde – Überraschung – im spanischen Almeria. In Nebenrollen sind u. a. Jack Palance Bruder Ivan zu sehen sowie Castellaris Tochter Stefania, die ein kleines aber keineswegs auf den Kopf gefallenes Mädchen spielt, dem die Manures ihre Goldmine andrehen wollen. Bei dieser Szene hakt es aber mit der Logik, denn zu diesem Zeitpunkt wissen die Manures ja bereits um den tatsächlichen Wert der Mine. Musikalisch untermalt wird dieser Klamauk von Guido & Maurizio de Angelis.

     

    Die deutsche DVD von „Tedeum - Jeder Hieb ein Prankenschlag“ im Vertrieb von Edel Germany weist keinerlei Labelhinweise auf, man sieht es aber sowohl am Cover als auch an der Menügestaltung und anhand der Trailer, dass die „White Pearl“-Schmiede am Werk war. Die DVD ist uncut, die Qualität ansehbar, mehr aber auch nicht. Wer mehr als 5 Euro ausgibt, wird sich eher ärgern.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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