Tanz des Satans

Italien | Spanien, 1971

  • Originaltitel: Las amantes del diablo
  • Alternativtitel:

    Tortures diaboliques (CAN)

    I diabolici convegni (ITA)

    Feast for the Devil (USA)

    Feast of Satan (USA)

    Night of the Devils (USA)

  • Regisseur: José María Elorrieta
  • Kamera: Emanuele Di Cola
  • Musik: Carlo Savina
  • Drehbuch: José Luis Navarro, Marino Girolami, Miguel Madrid, Espartaco Santoni, José María Elorrieta
  • Inhalt:

    Hilda Salas (Krista Nell) ist beunruhigt über das Verschwinden ihrer Schwester María (Verónica Luján), doch unvermittelt taucht ihre Schwester wieder auf, scheinbar um Jahre gealtert mit weiß gewordenen Haaren und geistesgestört. Man bringt María in einer geschlossenen Anstalt unter, doch von dort wird sie von einem unerkannten Fremden entführt und ist erneut unauffindbar.

     

    Hilda will herausfinden, wer ihre Schwester entführt hat und stößt in Marbella auf den mysteriösen Dr. Tills Nescu (Espartaco Santoni), der sich mit schwarzer Magie und Hypnose beschäftigt, in ständiger Begleitung seiner Assistentin Andrea (Teresa Gimpera). Es ist kein Geheimnis, dass Paula (Carla Conti) die Geliebte des Dr. Nescu ist und ihm auf sein Schloss nahe einem abgelegenen Fischerdorf folgte, als auch sie vermisst wird.

     

    Obwohl Dr. Nescu nun der Hauptverdächtige zu sein scheint, verfällt Hilda seinem Charme und weder ihr guter Freund Dr. Ferrer (Ennio Girolami) noch Polizeiinspektor Gonzalez (Julio Pena) gelingt es, Hildas Meinung ändern. Hilda ist in Nescu verliebt und folgt seiner Einladung, ihn auf sein Schloss zu begleiten.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Tanz des Satans“ ist ein kleiner spanischer Okkult-Thriller mit italienischem Support. Als Hauptproduzent und Co-Autor fungierte Hauptdarsteller Espartaco Santoni, der den mysteriösen Dr. Nescu spielt. Kein übermäßig bekannter Name, obwohl er in Filmen wie Mario Bavas „Lisa und der Teufel“ (1973), Jorge Graus „Violent Blood Bath“ (1973) oder zuletzt – im Jahr seines Todes – in Santiago Seguras „Torrente – Der dumme Arm des Gesetzes“ (1998) zu sehen war.

     

    Apropos – Santiago Seguras Torrente-Filme sind PFLICHTPROGRAMM!

     

    Hauptdarstellerin Krista Nell sieht hier in „Tanz des Satans“ sehr schön und natürlich aus, ein echter Hingucker. Teresa Gimpera dagegen bekam eine scheußlich hochtoupierte Perücke verpasst und Ennio Girolami sieht aus, als hätte ihm die Mama vor jedem Drehtag die Haare mit lauwarmem Wasser glattgekämmt und anschließend mit Mami-Spucke festgeklatscht. Wir Männer wissen wohl alle, wie sich das anfühlt. In „Metropolis 2000“ (1983) sieht er jedenfalls nicht so aus.

     

    Marketing sei Dank ist dieser zuvor sehr seltene Film seit 2003 als DVD im Umlauf mit Erst-Synchro. Und diese Synchro ist recht fade, passt damit aber leider zum restlichen Film wie die Faust aufs Auge. Die Story ist zunächst sehr interessant, es gibt gute Möglichkeiten, aber das Ganze ist sehr langatmig und dialoglastig inszeniert. 20 Minuten weniger davon hätten diesem Film nicht geschadet. Erwähnenswert ist eine gelungene Rückblende auf ein Kindheitstrauma nach Giallo-Art, und verdammt, mit so einer Mutter, da kann kein Seelenklempner mehr helfen.

     

    Unfreiwillig komisch dagegen eine Szene, in der Dr. Nescu als Demonstration seiner Fähigkeiten einen Sänger dahingehend hypnotisiert, dass dieser während seiner Darbietung die Stimme verliert. Anhand der Lippenbewegungen hat der Sänger offensichtlich ohnehin einen völlig anderen Song gesungen als den, welchen der Zuschauer zu hören bekommt, und so ist man für diesen Stimmenverlust recht dankbar.

     

    Alles kreist um die zwei Fragen, was wurde aus den verschwundenen Ex-Geliebten von Dr. Nescu, und ist Schwarze Magie im Spiel oder hat Nescu einfach mächtig einen an der Waffel. Und wer jetzt meint, ich hätte jetzt die Schuldfrage an dem Ganzen gespoilert, nenne mir einen anderen möglichen Verdächtigen – es gibt keinen.

     

    Selbst ein routinierter und erfahrener Filmkomponist wie Carlo Savina schafft es in „Tanz des Satans“, immer wieder die Stimmung der jeweiligen Szene zu verpassen, lediglich zum halbwegs gelungenen Ende kriegt Savina noch die Kurve.

     

    Somit ist „Tanz des Satans“ kein wirklich guter Film aber auch nicht völlig schlecht. Angestaubt. Aber obwohl ich mit diesem Film von José Maria Elorrieta nicht so recht warm geworden bin (von Krista Nell mal abgesehen), werde ich auf jeden Fall noch seinem „El Espectro del Terror“ (1973) mit Maria Perschy eine Chance geben – ein anderes Mal.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

     

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