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Symphony in Blood Red

Italien, 2010

  • Originaltitel: Come una crisalide
  • Regisseur: Luigi Pastore
  • Kamera: Tiziano Pancotti
  • Musik: Claudio Simonetti
  • Drehbuch: Luigi Pastore
  • Inhalt:

    Durch eine verlorene Liebe in den Wahnsinn getrieben, tötet ein für den Zuschauer gesichtsloser Geisteskranker (Antonio Tentoni) zunächst seine Analytikerin (Anna Morosetti), um direkt danach auch noch die alte Liebschaft mit scharfer Klinge auszulöschen. Mit einer kleinen, digitalen Videokamera ausgerüstet, zieht der Killer von nun an los, seinen eigenen Kokon mit Gewalt zu durchschneiden und durch eine Reihe von blutigen Morden zu einer höheren Daseinsstufe zu gelangen. Ein Priester und ein zufällig daherkommender Jäger werden zu seinen weiteren Opfern, doch sind auch schon die Medien auf die Untaten aufmerksam geworden. Als ein abgebrühter Fernsehjournalist (Riccardo Serventi Longhi) ihn vor laufender Kamera herausfordert sich seinen Fragen zu stellen, überschlagen sich die Ereignisse; und dass gerade in jenem Moment, als der Verrückte eine neue Liebe in der sensiblen Studentin Lisa (Federica Carpico) gefunden zu haben glaubt.

  • Autor: Sascha Nolte
  • Review:

    „Come una Crisalide“ – wie ein Schmetterling aus der Puppe, so wollte sich auch Regieneuling Luigi Pastore mit seinem Debüt direkt von der unscheinbaren Larve zum vollendeten Prachtfalter entwickeln. Erste Erfahrungen im Genre sammelte er bereits hinter den Kulissen der beiden Argento-Werke „Das Stendhal Syndrome“ und „Das Phantom der Oper“, außerdem schuf er Musikvideos für die seit Jahrzehnten mit Argento verbundene Band Goblin, dessen Kopf Claudio Simonetti nicht nur die Musik zu „Symphony In Blood Red“ besteuerte, sondern auch im Film ein seltenes Cameo hat und Bachs Toccata und Fuge auf gewohnt prog-rockige Art performt.

     

    30.000 Euro soll die Produktion von „Symphony In Blood Red“ gekostet haben, welche Pastore aus eigener Tasche bezahlt haben will. Willige Kollaborateure fand er über das Internet, womit er nach eigener Aussage besonders Branchenneulingen eine erste Chance zum Fußfassen im Filmgeschäft geben wollte – dass solche zudem natürlich weit weniger als erfahrene Profis kosten, war wohl ebenfalls eine nicht unbedeutende Begleiterscheinung dieses Kunstgriffs.

     

    Sieht man sich dann Pastores Erstling an, muss man auch tatsächlich bemerken, dass er zumindest etwas vom reinen Handwerk zu verstehen scheint. Technisch ist sein Film vollkommen solide, doch bietet er inhaltlich leider nur eine Aneinanderreihung von mal mehr, mal weniger gelungenen Mordszenen, zwischen denen man immer wieder die Nahaufnahme eines aufgerissenen Auges zeigt, um den Zuschauer zu vergewissern, dass er einen typischen Giallo a la Maestro Argento sehen soll. Zwar steht dem Film ein (eher unbedeutendes) Zitat aus dessen Meisterwerk „Tenebre – Der kalte Hauch des Todes“ voran, doch ist sonst eher wenig direkter Einfluss des (über-)großen Vorbilds erkennbar. Aufwendige Kamerafahrten sind so ebenso zu vermissen, wie Argentos vielfach wiederkehrende Motive der unfähigen Polizisten oder des ausländischen Hobbykriminalisten auf der Spur des in Schwarz gekleideten, rasiermesserbewehrten Frauenmörders. Es gibt zwar tatsächlich eine Szene, in der ein Rasiermesser zum blutigen Einsatz kommt, doch erinnert diese eher an eine zeitgemäße Hommage an den übermühten Torture Porn, als an den klassischen Giallo, der sich im Grunde wiederum auf die gelegten Fundamente eines Mario Bavas beruft.

     

    Was bleibt, ist ein für Fans blutiger Genrekost sehenswertes Debüt, welches aufgrund seiner geringen Laufzeit von etwa 80 Minuten ohne unnötige Längen daherkommt. Wer jedoch eine gut geschriebene Story sucht, greife lieber woanders zu.

  • Autor: Sascha Nolte
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