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Das süße Leben der Nonne von Monza

Frankreich | Italien, 1980

  • Originaltitel: La vera storia della monaca di Monza
  • Alternativtitel:

    A Monja de Monza (BRA)

    La verdadera historia de la monja de Monza (COL)

    Les novices libertines / Voeux de sang (FRA)

    The True Story of the Nun of Monza

  • Deutsche Erstaufführung: 30. Oktober 1981
  • Regisseur: Bruno Mattei
  • Kamera: Giuseppe Bernardini
  • Musik: Gianni Marchetti
  • Drehbuch: Claudio Fragasso
  • Inhalt:

    Virginia Maria de Leyva (Zora Kerova) wollte schon immer Nonne werden. Ihr Vater unterstützt diesen Wunsch, da er glaubt so ihre Mitgift einzusparen, aber da kennt er die katholische Kirche schlecht. Die verlangen von ihm die komplette Summe, die er allein nicht mal mehr aufbringen kann.

     

    Währenddessen wird die geweihte Virginia von erotischen Träumen geplagt, zudem hat sich der Lebemann und mehrfache Mörder Giampolo (Mario Cutini) in sie verguckt. Den verbindet eine Freund- und Komplizenschaft mit dem Priester des Klosters Don Paolo (Franco Garofalo). Doch bevor Giampolo zum Ziel gelangen kann, muss die strenge Mutter Oberin (Franca Stoppi) aus dem Weg.

     

    Das kommt auch Virginia zupass, die nach dem Tod ihres Vaters nun die Herrin von Monza ist und auch die Rolle der Oberin im Kloster für sich beansprucht. Dabei wird sie unterstützt von Schwester Benedetta (Paola Montenero), die ihre Vertreterin werden will. Doch die Mutter Oberin kommt zu Tode, Schwester Virginia wird von Giampolo vergewaltigt und schwanger.

     

    Die Inquisition soll alles Weitere klären.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Schwester Virginia wird zur Nonne geweiht, zwischendurch eine pulsierende Stutenvagina, die sogleich von einem Hengst bestiegen wird, der dann seinen Samen verspritzt und der Stute die heraustropfenden Reste von derselben schleckt. Betrunkene stören mit ihren zwei Huren die feierliche Zeremonie, einem von ihnen geht Virginia danach nicht mehr aus dem Kopf. Von wilden Albträumen mit züngelnden Nonnen, kaltem Wasser und Fellatio mit Jesus gepeinigt, bittet Virginia ihre Bettnachbarin um Bestrafung, welche sind dann auch in Ekstase peitschend abreagiert, um dann unter Tränen Virginias blutige Striemen zu lecken. Bei der Beichte ein als Teufel kostümierter und betrunkener Priester, der für ihre sündigen Gedanken nur Hohn und ein paar Verbesserungsvorschläge parat hat. Eine Vergewaltigung – natürlich ein eher kontroverser Spaß für das Opfer – vor den Augen eben jenes Priesters und dessen Geliebter sowie einer wild masturbierenden Mitschwester. Währenddessen zernagen Ratten eine vergessene Gefangene in einem dunklen Verlies.

     

    Ja, es geht ein bisschen schmierig zu in diesem Film, den Bruno Mattei unter dem Pseudonym Stefan Oblowsky im Doppelpack mit „The Other Hell“ (L’Altro Inferno) inszenierte. Erstaunlicherweise hat der Film einen gewissen Stil, und auch die Musik von Gianni Marchetti ist keinesfalls zu unterschätzen. Bisweilen versucht man sich an surrealen Szenarien – was mit kleinen Einschränkungen sogar gelingt – und über Symbolgehalt braucht man sich als Zuschauer nicht viel Gedanken machen, ist schließlich ein Mattei-Film. Aus diesem Grund unterlasse ich zudem jeden Versuch, ihn mir Eriprando Viscontis Interpretation des Nonne von Monza-Themas von 1969 unterlassen.

     

    Apropos Gedanken machen, für Ablenkung von denselben sorgt eine wunderschöne Zora Kerova in ihrer wohl einzigen wirklichen Hauptrolle ihrer Karriere. Mit dabei Paola Corazzi („SS Camp: Women's Hell“), Paola Montenero („Das Gasthaus zur Wollust“) und Annie Carol Edel („Foltergarten der Sinnlichkeit“), Franca Stoppi („Laura – Eine Frau geht durch die Hölle“ und „Laura II – Revolte im Frauenzuchthaus“) wiederum überlasse ich denen, die es härter mögen. Franco Garofalo („Die Hölle der lebenden Toten“) hat ein paar gute Szenen, insbesondere seine Performance als betrunkener Teufel im Beichtstuhl ist herausragend. Garofalo als Priester zu besetzen erscheint dabei ebenso gewagt, wie Zora Kerova als Jungfrau, aber was soll‘s.

     

    Und wer zudem schon immer wissen wollte, wie viele rammelnde Betrunkene auf einem Bankett-Tisch Platz finden, sollte „Das süße Leben der Nonne von Monza“ keinesfalls verpassen – aber seine Erwartungen an den „süßen“ Teil nicht zu hoch ansetzen. Es wird gehurt, gepeitscht, vergewaltigt und gemordet. Klasse Film.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    „Das süße Leben der Nonne von Monza“ erschien bei X-Rated in (mindestens) drei Covervarianten, ursprünglich in der Nunsploitation-Serie. Zudem findet man den Film als Bonus-DVD auf der X-Rated Eurocult Collection No. 12 von Chris Bogers „Cruel Passion.“ Eine um fast 10 Minuten gekürzte Kaufhaus-Fassung gibt es ebenfalls.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

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