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Das süße Leben

Frankreich | Italien, 1960

  • Originaltitel: La dolce vita
  • Alternativtitel:

    The Sweet Life (Int.)

    Het zoete leven (BEL)

    Ihana elämä (FIN)

  • Deutsche Erstaufführung: 22. Juni 1960
  • Regisseur: Federico Fellini
  • Kamera: Otello Martelli
  • Musik: Nino Rota
  • Drehbuch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli, Brunello Rondi, Pier Paolo Pasolini
  • Inhalt:

    Der Klatschreporter Marcello (Marcello Mastroianni) treibt durch das Rom des Jahres 1960 und feiert und liebt zusammen mit den oberen Zehntausend der Stadt. Das Dahintreiben wird ein wenig dadurch erschwert, dass er zum einen literarische Ambitionen hat, und zum anderen seine Verlobte Emma (Yvonne Furneaux) sehr eifersüchtig ist.

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Einer der wenigen Filme die mich sprachlos zurückgelassen haben. 2 Tage nach dem Anschauen weiß ich immer noch nicht was ich sagen soll. Ein großer bunter Bilderbogen ist an mir vorbeigezogen, mir wurden Geschichten erzählt die ich noch nie gehört habe, und mir wurden Wunder gezeigt, eines strahlender und funkelnder als das andere.

     

    Ein Mann und eine reiche Frau nehmen eine Prostituierte mit und fahren zu dieser nach Hause. Dort lieben sich die beiden als ob es ihr Haus wäre, und die Prostituierte meint zum Abschied, dass sie sich freuen würde wenn die beiden wiederkommen würden.

    Ein Mann in der großen Stadt bekommt Besuch von seinem Vater vom Lande. Die beiden amüsieren sich, und der Vater genießt das Leben eines Bohemiens sichtlich. Am Morgen erkennt der alte Mann den Unterschied zwischen dem Leben das er anderen und auch sich selber immer vorgespielt hat und seinem wahren Ich und fährt nach Hause zu seiner Frau.

    Ein Mann, der selber an sich zweifelt, trifft einen alten Freund wieder, und wird von diesem in Künstlerkreise eingeführt. Er fühlt sich sehr wohl, und beneidet den Freund und dessen erfülltes Dasein. Aber wie sein Freund Selbstmord begeht erkennt er wie leer in Wirklichkeit auch dessen Leben war.

     

    Diese Geschichten und noch viele mehr werden hier episodenhaft erzählt. Das Band dazwischen ist immer der Klatschjournalist Marcello, der in Rom alles und jeden zu kennen scheint. Zwar zweifelt er an sich, an der Zugehörigkeit zu dieser Welt, aber er wüsste auch nicht wo er sonst hingehören sollte. Die Feste und Orgien langweilen ihn, aber seine Distanziertheit, heute würde sie als Coolness bezeichnet werden, macht ihn als Teilnehmer der Feste und als Liebhaber umso begehrenswerter, was ihm natürlich schmeichelt. Was sollte er auch sonst tun in dieser Welt, in der nur der Schein und das Vergnügen zählen? Auch sein alter Vater vom Lande genießt die Ausgelassenheit und Frivolität in einem Nachtclub. Aber im Gegensatz zu Marcello erkennt der Vater durch diesen Abend, was ihn wirklich antreibt, was ihn ausmacht, und er kehrt zu seiner Frau zurück. Marcello hingegen lässt sich noch mehr fallen, wird zunehmend ein Teil der dekadenten römischen Oberschicht, zu der auch Fellini zu dieser Zeit gehörte.

     

    Man kann wohl davon ausgehen, dass die eine oder andere Nebenhandlung von Fellini tatsächlich erlebt wurde. Und zumindest mir geht es so, dass ich zwar zum einen etwas abgestoßen bin von dieser Dekadenz, zum anderen aber auch eine sehr starke nostalgische Sehnsucht verspüre, die gerade durch diesen Touch an Realität noch zusätzlich gespeist wird. Wie mag es sein, mit einem kleinen offenen Sportwagen durch das Rom des Jahres 1960 zu brausen? Und dabei in einer Zeit und an einem Ort zu sein, wo Dekadenz noch nicht durch hemmungslosen Drogenkonsum, sondern durch sinnlose Verschwendung und ein ruheloses Sichtreibenlassen ausgedrückt wurde, dabei aber ein gewisses Grundniveau niemals unterschritten wird, Alkohol zwar dazu gehört, nicht aber das hemmungslose Besaufen, und Gewalt höchstens als Teil des künstlerischen Ausdrucks gilt.

     

    Und so erzählt LA DOLCE VITA nicht nur schöne Geschichten, dargestellt von herausragenden Schauspielern, sondern er vermittelt auch ein gehöriges Maß an Nostalgie. Es wird eine Welt gezeigt die so nicht mehr existiert, und der Zuschauer lässt sich wie Marcello einfach fallen und wird durch die Zeit transportiert. Wunder-Voll!

  • Autor: Maulwurf
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