Submission of a Woman

Italien, 1992

  • Originaltitel: Al calar della sera
  • Regisseur: Alessandro Lucidi
  • Kamera: Giuseppe Maccari
  • Musik: Claudio Rovagna
  • Drehbuch: Alessandro Lucidi
  • Inhalt:

    Luisa (Daniela Poggi) verdient sich ihren Lebensunterhalt mit zumeist leichtbekleideten Werbespots, doch damit soll jetzt Schluss sein, nachdem sie Giorgio (Gianluca Favilla) geheiratet und ihre Tochter Francesca bekommen hat. Doch sie hat anscheinend einen Stalker im Nacken, sie bekommt seltsame Anrufe, wenn sie allein ist, wenn sie aber ans Telefon geht, wird am anderen Ende stets aufgelegt, ohne dass der Teilnehmer sich meldet. Nach einem letzten Werbedreh, in dem sie ein Vampiropfer spielt, dem nur das richtige Heftpflaster noch helfen kann, hat sie eine Autopanne und gibt ihren Wagen nach ein paar Einkäufen in der Werkstatt ab. Der Mechaniker fährt sie und ihre Einkäufe nach Hause, wo sie sich auf ein besinnliches Wochenende mit Ehemann Giorgio freut. Auch eine Babysitterin ist verständigt, die die kleine Francesca wohl mitnehmen soll. Nachdem Giorgio etwas aus seinem Wagen holen will, kehrt er nicht zurück, denn Luisas Stalker (Paolo Lorimer) erscheint auf dem Plan und hat Giorgio getötet. Als er versucht, gewaltsam ins Haus einzudringen, gelingt es Luisa zunächst, ihn zu verletzen und sich zu verbarrikadieren. Sie löst in Francescas Apfelsaft ein paar Schlaftabletten auf und versteckt ihre Tochter anschließend in einer Truhe auf dem Dachboden – bitte nicht nachmachen... Als die Babysitterin eintrifft, befindet sich Luisa nach einem längeren - und gescheiterten - Fluchtversuch inzwischen in der Gewalt des Triebtäters. Luisa wird gezwungen, die Babysitterin zu fesseln, dann führt er Luisa in ihr Schlafzimmer, wo er sich an ihr vergeht. Doch die fühlt sich so gar nicht „submissive“ und will den Tod ihres Mannes und den sexuellen Übergriff auf sie rächen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Unter dem etwas unpassenden englischen Titel „Submission of a Woman“ erschien dieser kleine Thriller vor ca. 5 Jahren von mya auf DVD. Der Originaltitel „Al calar della cera“, übersetzt in etwa „Bei Einbruch der Nacht“, ist da schon passender.

     

    Gleich zu Anfang sehen wir, wie ein unbekannter Killer eine gefesselte Spät-Schönheit massakriert, was zu der irrigen Annahme verleitet, wir befänden uns in einem klassischen Giallo-Szenario. Tatsächlich ergibt diese Anfangsszene überhaupt keinen Sinn, da der Täter ja ausschließlich auf Luisa fixiert zu sein scheint. Und natürlich ist das mit dem klassischen Giallo so eine Sache, denn lässt man mal das Filmgenre außer Acht und nimmt sattdessen den Schundroman-Ursprung dieses Genres, nämlich leichtbekleidete Opfer und sadistische Schurken, dann ist „Submission of a Woman“ natürlich ein Giallo. Und gar kein schlechter. Im Vergleich mit den großen Filmgenre-Vorbildern käme dieser Film sicher nicht so gut weg, denkt man aber an andere in den späten Achtzigern oder frühen Neunzigern entstandenen Genre-Beiträge dieser Art, überzeugt hier die düstere Atmosphäre. Die Spannung stimmt, und trotz der recht dünnen Handlung kommt keine Langeweile auf. Stilistisch erinnert das Ganze natürlich trotzdem eher an italienische TV-Beiträge aus jener Zeit.

     

    In der Hauptrolle eine glaubhafte Daniela Poggi, die ihre erste Hauptrolle 1977 in Cesare Canevaris „L’ultima orgia del III. Reich“ spielte. Als kleinen Insider-Gag könnte man hier in „Submission of a Woman“ Poggis Dialog gegen Anfang bewerten, als sie ihrer Managerin mitteilt, dass sie künftig keine „Sexy Spots“ mehr drehen möchte, denn Ähnliches trifft auf Poggi selbst zu, die sich nach diesem (fast) letzten kleinen Ausrutscher fortan ernsteren Rollen zuwendete, hauptsächlich fürs italienische Fernsehen. Und sie ist hier ja auch kein junger Hüpfer mehr sondern ging langsam auf die 40 zu.

     

    Regisseur Alessandro Lucidi ist dagegen hauptsächlich nur als Editor bekannt, neben zwei Komödien, wo er sich bei einer davon die Regie-Credits noch mit Maurizio Lucidi teilen musste, ist „Al calar della cera“ die letzte von drei Regiearbeiten.

     

    Die Filmmusik von Claudio Rovagna kommt eher ruhig und mit Twin Peaks-Anleihen daher. Alles in Allem ist „Al calar della cera“ sicher keine Offenbarung, aber ein gut ansehbarer, spannender Thriller mit einer Rape and Revenge-Thematik, die mal nicht ganz so exploitativ und bluttriefend daher kommt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.