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SS Hell Camp

Italien, 1977

  • Originaltitel: La bestia in calore
  • Alternativtitel:

    La bestia en calor (ESP)

    Quand explose la dernière grenade (FRA)

    The Beast in Heat (USA)

  • Regisseur: Luigi Batzella
  • Kamera: Ugo Brunelli
  • Musik: Giuliano Sorgini
  • Drehbuch: Lorenzo Artale, Luigi Batzella
  • Inhalt:

    Der zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende. Doch Dr. Ellen Kratsch experimentiert weiterhin für den Führer. Sie hat sich zum Ziel gesetzt: den perfekten Menschen für das Reich zu schaffen. Zu diesem Zweck züchtete der weibliche Mengele eine Kreatur (halb Mensch / halb Tier). Ihre Forschungen beschränken sich u.a. darauf, den Affenmenschen mit Drogen vollzupumpen um so sein Verlangen zu steigern. Als Gespielinnen führt man dem Monster die weiblichen Gefangenen des Konzentrationslagers zu.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    Luigi Batzella debütierte 1953 als Schauspieler in Filippo Walter Rattis „Es ist nie zu spät“. Es folgten in den 60er Jahren weitere kleine Rollen, in denen er unter dem Pseudonym Paolo Solvay in Erscheinung trat. Der Durchbruch blieb ihm allerdings vergönnt. Somit entschloss sich Batzella die Seite der Kamera zu wechseln und trat ins Regiefach ein. Seine Western wie „Auch Djangos Kopf hat seinen Preis“ (1971) fielen – gelinde gesagt – ziemlich dürftig aus. Mit „Full Moon of the Virgins” (1973) und „Nude for Satan“ (1974) gelangen ihm (jedoch) zwei ordentliche Beiträge innerhalb des italienischen Horrorgenres. Dieses verließ er, um zwei Jahre später sein Glück mit Nazi(s)ploitation zu versuchen. Nach seinem ersten Fascho-Vehikel  „Wüstenfüchse kennen kein Erbarmen“ (1976) folgte der (abstoßende, widerliche, ekelhafte) Alptraum eines jeden Moralapostel: „SS Hell Camp“. Ein Film der derart mit überzogenen Klischees gefüttert ist, dass dieser einer Persiflage nahe kommt.

     

    Die, auch als Sadiconazista bezeichnete, Nazi(s)ploitation verbindet Sex und Gewalt mit Faschismus. Im Prinzip wurden die Psychopathen und Sadisten (welche sich im gesamten Exploitation-Bereich breit machen) in SS-Uniformen gepackt. Tortur und Erniedrigung, in den Laboratorien und Folterkellern diverser Konzentrationslager, im Zeichen der Swastika. Vom Nachtportier der 10 Dutzende von Tagen in Sodom verbrachte um anschließend im Salon Kitty zu relaxen, mag ich jetzt nicht berichten. Uns sollte – in Verbindung mit „SS Hell Camp“ - nur der Bodensatz des Genres interessieren.

     

    Nazi(s)politation hatte seine Blütezeit in den späten 60ern und den 70er Jahren. Lee Frosts „Love Camp 7“ (1969) sowie der Don Edmonds-Kracher “Ilsa: She Wolf of the SS” (1975) zeigen sich als gewichtige Paten für das italienische Naziploitation-Cinema. Gerade Zweitgenannter versorgte die italienischen Filmemacher mit Inspirationen. Somit rückt auch Luigi Batzella einen weiblichen Charakter in den Vordergrund. Macha Magall spielt die Rolle der – natürlich lesbisch veranlagen – Faschoforscherin Dr. Ellen Kratsch. Diese fühlt sich besonders erregt wenn sie den Liebespielen ihres gezüchteten Affenmenschen zuschauen darf. Dabei bietet die Kamera von  Ugo Brunelli einige widerwärtige Nahaufnahmen. Die Vorgangsweise die hier an den Tag gelegt wird ist: definitiv nicht für Jede/n geeignet.

     

    Macha Magall weiß als die reinrassige Frau Dr. Ellen Kratsch optisch zu überzeugen, denn ihr strenges Erscheinungsbild passt bestens. Im gleichen Jahr agierte sie übrigens noch als Madame Eva in Bruno Matteis „Private House of the SS Girls“.  Die Rolle des Affenmenschen ist mit Salvatore Baccaro ebenfalls gut besetzt - denn er wirkt einfach nur ekelhaft. Weitere Mimen sind (die in Mannheim geborene) Brigitte Skay, Muskelmann Brad Harris und Hackfresse Giuseppe Castellano.
    Die Story von „SS Hell Camp” ist genretypisch. Mehrere KZ-Insassen werden gefoltert sowie erniedrigt und hoffen auf den Einmarsch der Partisanen. Dabei muss man sich einigen Leerlauf gefallen lassen. Zudem zeigt sich das - in manchen Sequenzen eingesetzte - Archivmaterial als unpassend. Was jedoch im letzten Drittel an Sadismen geboten wird, lässt ein äußerst mulmiges Gefühl in der Magengegend resultieren. Der Aufenthalt im Folterlabor gestaltet sich - auch wenn nicht alle Sadismen deutlich ausgespielt werden - als sehr derbe.

     

    „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie den Klappentext und fragen Sie Ihren Psychiater oder Psychotherapeuten.“

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    Der Film wurde auf europäischer Ebene einzig in Schweden und Dänemark auf DVD veröffentlicht. Die dänische DVD ist um ca. 15 Sekunden (Dialog) gekürzt. Beide Auswertungen enthalten den italienischen sowie den englischen (teils asynchronen) Ton.

     

    Die Screenshots wurden von der dänischen DVD erstellt.

  • Autor: Frank Faltin
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