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Sklavin für einen Sommer

Italien, 1985

  • Originaltitel: L'alcova
  • Alternativtitel:

    La retape (FRA)

    Lust (GBR)

    The Alcove

  • Deutsche Erstaufführung: 06. August 1987
  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Manuel De Sica
  • Drehbuch: Ugo Moretti
  • Inhalt:

    Elio De Silveris kehrt, nach einem Kriegseinsatz in Afrika, zurück in seine italienische Heimat. Als besonderes Andenken an den Krieg, hat er die Königstochter Zerbal mitgebracht. Zerbal soll den Reichen und Schönen (in Elios Haus) das Leben einfacher gestalten. Elios Ehefrau, Alessandra, pflegt seit der Abwesenheit ihres Gatten eine lesbische Beziehung zu der Lektorin Velma. Die beiden Frauen sind von der exotischen Schönheit weniger begeistert. Man behandelt Zerbal in erniedrigender Weise. Dieses motiviert die Königstochter einen Racheplan zu „schmieden“. Eifersucht und Hass sind ihre Verbündeten.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    „Hier sind wir unter zivilisierten Menschen.“ (Elio De Silveris)

     

    Deine Worte in Beelzebubs Ohren, aber wer die Bewohner in Elios Luxusvilla als zivilisiert bezeichnet, der hat eine falsche Vorstellung von einem zivilisierten und harmonischen Zusammenleben. Joe D'Amato präsentiert mit „Sklavin für einen Sommer“ einen Einblick in eine durchweg missratene Gesellschaft.

     

    Die Handlung spielt (in der Nähe von Livorno und) während der Amtszeit von Duce Benito Mussolini. Aufgrund der Requisiten würde ich den Schauplatz ans Ende der 1930er-, Anfang der 1940er Jahre ansiedeln. Ein weiteres Indiz für diese Vermutung, ist die Rede vom Kriegseinsatz der Italiener in Afrika, womit zweifelsohne der Afrikafeldzug (zwischen 1940 und 1943) gemeint ist.

     

    Die damalige Rassenforschung war der Meinung das, was die Ungleichheit zwischen „wertvollen-“ und „unbrauchbaren Menschen“ ausmache, liege in den Genen jener Menschen und sei erblich. D'Amato betrachtet diese Theorie nicht revisionistisch. Er nimmt die rassistisch-faschistische Ideologie (als solche) hin, und nutzt sie für zusätzlichen Spielraum. Bei „Sklavin für einen Sommer“ bekommt jedoch nicht allein die Afrikanerin, sondern jede(r) Beteiligte niederschmetternde „Schläge in die Fresse“. Die „Idealmenschen“ suchen gezielt nach den Schwachpunkten ihrer Opfer und teilen anschließend gewaltig aus. Aus Opfern werden Täter, die noch heimtückischer agieren, als ihre einstigen Peiniger. Die Darsteller spielen ihre Rollen (beinahe fanatisch) gut. Ich mag niemanden (ob Gemser, Cliver, Pazzafini) besonders hervorheben, da jede(r) Beteiligte so unsympathisch wirkt, wie wir und der Regisseur es erwarten.

     

    „Die heimischen Frauen sind arrogant und arbeitsscheu, und im Übrigen stehlen sie.“ (Alessandra De Silveris)

     

    „Sklavin für einen Sommer“ kann man als ein Erotikdrama (mit einem zarten Hauch von Nazisploitation) im Stile eines Kammerspiels bezeichnen. Von den insgesamt sieben Protagonisten rücken vier (Allesandra und Elio De Silveris, Zerbal und Velma) in den Mittelpunkt. Jeder Charakter trägt (in seiner Individualität) entscheidend zu den zwischenmenschlichen Spannungsfeldern bei. Eifersucht, Neid, Hass und Unterwerfung erzeugen ein brisantes und gefährliches Klima. Dieses „Pulverfass“ genießt jeden Funken, der es zum Explodieren bringen könnte.

     

    Als ein zusätzliches „Bonbon", bietet D'Amato etwas von der „Film im Film Thematik“. Natürlich nicht in primärer Weise wie Abel Ferrara es mit „Dangerous Game“ demonstriert. Joe zelebriert eine kleine Hommage an John Byrums „Nahaufnahme(n)“. Das grandiose Regiewerk über einen abgewrackten und versoffenen Pornoregisseur, der sich nicht mit dem Fortschritt der Filmwelt anfreunden will.

     

    Fazit: „Sklavin für einen Sommer“ nutzt die Spannungsfelder zwischen Tradition und Moderne, um eine Atmosphäre von blindwütigem Hass zu erzeugen. Daraus resultiert ein fieser und zugleich prickelnder „Fascho- und Schmuddel-Bastard“, der sehr viel richtig macht.

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    „Sklavin für einen Sommer“ erschien 2005 erstmals ungeschnitten in Deutschland auf DVD. Die deutsche VHS von Perfect Video ist um ca. 23 Sekunden gekürzt. Betroffen sind die Vergewaltigung und der Vintage-Porno, den Elio im Wohnzimmer vorführt.

     

    Die X-Rated (zu dem Zeitpunkt unter Leitung von NK) DVD bietet eine gute Bildqualität. Als Tonoptionen werden die deutsche und die englische Synchronisation geboten. Die Extras inkludieren den deutschen Kinoaushang und den deutschen Trailer. Ferner sind die Trailer zu den folgenden Laura Gemser Vehikeln enthalten: „Die Frau vom heißen Fluss“, „Laura - Eine Frau geht durch die Hölle“, „Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus“, „Die Nonne und das Biest“ und „Caligula 2 - The Untold Story“.

  • Autor: Frank Faltin
  • Filmplakate

    Links

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