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Sklavenmarkt der weißen Mädchen

Italien, 1978

  • Originaltitel: La via della prostituzione
  • Alternativtitel:

    Emanuelle y el imperio de las pasiones (ESP)

    Emanuelle y el imperio de las pasiones (FRA)

    Black Emanuelle in Afrika

    Hemmungslose Emanuela

    Sklavencamp der wilden Mädchen

    Emanuelle and the Girls of Madame Claude

    Emanuelle and the White Slave Trade

  • Deutsche Erstaufführung: 08. August 1980
  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Nico Fidenco
  • Drehbuch: Joe D'Amato, Romano Scandariato
  • Inhalt:

    Die Journalistin Emanuelle ist, mit ihrer Freundin Susan Towers, in Nairobi unterwegs. Sie will für ihre Zeitung ein Interview mit Georgio Rivetti machen. Dieses ist jedoch äußerst schwierig. Die Reporterin beschließt, mit der Hilfe von Prinz Assani, an Rivetti ranzukommen. Als sie diesen am Flughafen abholt, fällt ihr ein ominöser Mann auf. Ihre Recherchen ergeben, dass es sich um den Mädchenhändler Francis Harley handelt. Die findige Emanuelle wittert eine Story und schleust sich als Luxus-Call-Girl in die Mädchenhändler-Organisation ein.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    Nach „Black Emanuelle 2“ (I, 1976), „Black Emanuelle - Stunden wilder Lust“ (I, 1977), „Emanuela - Alle Lüste dieser Welt“ (I, 1977) und „Nackt unter Kannibalen“ (I, 1977), drehte Laura Gemser, erneut unter der Regie von Joe D'Amato, „Sklavenmarkt der weißen Mädchen“.

     

    „Sklavenmarkt der weißen Mädchen“ ist ein interessanter Einsatz der tollkühnen Reporterin Emanuelle. Ein Film der sich als positives Segment in der Reihe der Black-Emanuelle-Filme niederlässt. Sleaze-Göttin Laura Gemser startet ihr „Sklavenmarkt-Unternehmen“ in Kenia. So wie es der alternative deutsche Filmtitel „Black Emanuelle in Afrika“ bereits erahnen lässt. Gemeinsam mit Ely Galleani (als Susan Towers) verdreht Emanuelle die Köpfe - von weißen wie schwarzen Männern - und bringt deren Hormone in Wallung. Der Schmuddel-Sex kommt demnach nicht zu kurz und präsentiert sich als ein wichtiger, wenn auch nicht unbedingt tragender, Bestandteil des Films. Somit geht es, zwischen sexuellen Eskapaden und der Recherche nach einem mysteriösen Fremden, auch in den Nairobi-Nationalpark. Ob - und inwiefern - hierbei Archivmaterial eingesetzt wurde, gestaltet sich als sekundär. In erster Linie sind die Bilder angenehm anzusehen und stärken den Wohlfühlfaktor des geeigneten Rezipienten.

     

    Leider verlässt der Film (nach ca. 50% der Spielzeit) den schwarzen Kontinent, um seinen Schauplatz in die USA zu verlegen. Dort bekommt man nur einen kleinen Teil von Außenaufnahmen geboten, da sich der Hauptanteil auf Innenaufnahmen beschränkt. Man erhält einen minimalen Einblick in die „Freierschaft“ aus den besseren Kreisen, denn die Identität des politischen Machtmissbrauchs wird nur am Rande behandelt. Emanuelles Suche nach Beweisen wird zum Kern. Dabei spielen sich die Charaktere, Madame Claude (Gota Gobert) und Stefan (Nicola D'Eramo) in den Vordergrund. Zweitgenannte Person sorgt für den amüsanten Teil des Films. Nicola D'Eramo agiert als Transvestit, Madames „rechte Hand“ und „Kampfsport-Experte“. Wenn der Transen-Pitbull - auf einer Kegelbahn – sein spezielles Selbstverteidigungs-Repertoire abruft, dann ist für Stimmung gesorgt. Gabriele Tinti hat - als Francis Harley - viel zu wenig Spielzeit und somit keine Chance sein Schauspielerpotential auszuspielen.

     

    Gabriele Tinti und Laura Gemser standen (oder lagen) 1975 – für Bitto Albertinis „Black Emanuelle“ - erstmals gemeinsam vor der Kamera. Laura Gemser wurde schlagartig zum Symbol und Aushängeschild des italienischen Sexploitationfilm. Eine exotische und hedonistische Schönheit, die an eine moderne Version von Margaretha Gertruida Zelle (Mata Hari) erinnert. Diese geheimnisvolle und zugleich faszinierende Aura – lässt Laura Gemser zu einer einzigartigen Persönlichkeit des italienischen Genrekinos werden. Ihre Präsenz beim „Sklavenmarkt der weißen Mädchen“ macht keine Ausnahme.

     

    Der (bereits erwähnte) Aspekt des Wohlfühlens wird innerhalb der „Black Emanuelle-Filme“ u.a. durch deren musikalische Untermalung gestärkt. Hier muss man Dominic Colarossi, besser bekannt als Nico Fidenco, die Bestnote zugestehen. Melodien die sich (auf der einen Seite) einem Schema unterordnen - auf der anderen Seite allerdings auch vordergründig und dominant wirken – können. Man denke an „Make love on the wing“. Ein Song der - mit dem vereinnahmenden Gesang von Ulla Linder - zum Etikett von „Nackt unter Kannibalen“ wurde. Beim „Sklavenmarkt der weißen Mädchen“ dominiert das Maintheme „Run Cheetah, Run“. Eine Komposition die mit ihrer „markanten“ Art zum Ohrwurm - und zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil des Films - avanciert. Klänge die sich in ihrer Individualität auszeichnen und – für die Ewigkeit - mit dem Visuellen verbunden bleiben.

     

    Die deutsche Bearbeitung des Films wurde von Schier-Film praktiziert. Von einer Frauenfeindlichen Dialogregie hält H.G. Schier (auch als Heinz Gerhard Schier und Harry Reisch bekannt) Abstand. Trotzdem ist es erstaunlich wie einem Arzt die Definition des Begriffs: Schizophrenie, in den Mund gelegt wird. Der „Gott in Weiß“ spricht nämlich eindeutig von einer Multiplen Persönlichkeit und nicht vom eigentlichen Thema des Verfolgungswahns.

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

     

    Der Film wurde im Februar 2014 erstmals in Deutschland auf DVD veröffentlicht. Die zuerst erschienene DVD von Motion Picture beinhaltet die deutsche Kinofassung. Die x-rated Auflage bietet die ungekürzte italienische Originalversion. Zudem ist die Motion Picture DVD enthalten. Qualitativ sagt mir die deutsche Kinoversion mehr zu, da die italienische Originalversion (in ihrer Farbenpräsentation) eher blass gehalten ist.

     

  • Autor: Frank Faltin
  • Filmplakate

    Links

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    IMDb

     

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