Suchen

Die sieben glorreichen Gladiatoren

Italien, 1983

  • Originaltitel: I sette magnifici gladiatori
  • Alternativtitel:

    Los siete gladiadores (ESP)

    Les 7 gladiateurs (FRA)

    Los siete magníficos gladiadores (MEX)

    The Seven Magnificent Gladiators

  • Deutsche Erstaufführung: 11. Dezember 1984
  • Regisseur: Claudio Fragasso, Bruno Mattei
  • Kamera: Silvano Ippoliti
  • Musik: Dov Seltzer
  • Drehbuch: Claudio Fragasso
  • Inhalt:

    Der unverwundbare Halbgott Nicerote (Dan Vadis) terrorisiert mit seinen Banditen das kleine Dorf Clusium. Die Männer dieser Siedlung sind längst tot, nur noch Frauen, Alte und Kinder sind noch am Leben, und trotzdem fordert Nicerote alljährlich immer wieder Tribut. Die Dörfler haben allerdings noch ein As im Ärmel. Nicerotes Mutter, eine blinde Priesterin des Jupiter, besitzt das Schwert von Achilles, welches nur ein würdiger und uneigennütziger Held zu führen vermag. Einem Unwürdigen brächte es den Tod.

     

    Sie schickt die (vermutlich) jungfräuliche Pandora (Carla Ferrigno) mit drei weiteren Frauen nach Rom, um einen würdigen Helden zu finden. Die Frauen stoßen auf den muskulösen Han (Lou Ferrigno), welcher gerade in der Arena seinem Kontrahenten Scipio (Brad Harris) das Leben gerettet hat, beide befinden sich nun auf der Flucht vor dem Kaiser. Pandora gelingt es, die Zwei für die Befreiung ihres Dorfes zu gewinnen, und auf dem Weg dorthin schließen sich fünf weitere Kämpfer ihnen an. Unter ihnen befindet sich auch die Amazone Julia (Sybil Danning).

     

    Die sieben Helden unterrichten die Frauen und verbliebenen Jugendlichen des Dorfes im Kampf, und als Nicerote mit seinen Männern erneut Clusium ausräubern will, schlagen sie ihn gemeinsam zurück. Doch dann beginnen die Dörfler ihren Helden zu misstrauen und machen einen Deal mit Nicerote, den sie schon bald bereuen. Die sieben Gladiatoren, von Nicerote in Schande aus Clusium verjagt, wollen sich aber ohnehin nicht so demütigen lassen und beschließen zurückzukehren, um Nicerote endgültig zu vernichten. Doch wie tötet man einen unverwundbaren Halbgott?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Kommt jemandem die Story bekannt vor? Genau, wir befinden uns in einem Peplum-RipOff von „Die sieben Samurai,“ gedreht von Bruno Mattei und Claudio Fragasso. Der Film hat einen sehr schlechten Ruf, nicht zuletzt wegen der Panikmache der eigenen Produzenten. „Die sieben glorreichen Gladiatoren“ wurde im Sommer 1982 als erstes Projekt von Cannon Italia unter der Schirmherrschaft von Alexander HaCohen gedreht und produziert, welcher die Regie eben ausgerechnet an Bruno Mattei vergeben hatte. Was dann genau geschah, darüber gibt Luigi Cozzi im Interview auf der „Herkules“-Blu-ray von Koch Media Auskunft. Golan/Globus waren über das Endergebnis entsetzt. Zu ihrem Entsetzen scheint allerdings auch ein Drehbuch von Mattei/Fragasso für die geplante „Herkules“-Verfilmung beigetragen zu haben, in dem irgendwelche Nymphen Herkules einen blasen sollten.

     

    Kurzum, Alexander HaCohen wurde gefeuert, Mattei wurde gefeuert und Luigi Cozzi war drin. Zunächst engagierte man ihn für den kommenden „Herkules“ mit Lou Ferrigno plus Nachdrehs für den laut Produzenten missglückten „Die Sieben glorreichen Gladiatoren.“ Doch dann kam es anders. Die von Cozzi neugedrehten Szenen (bis dahin etwa 30 Minuten) wurden schließlich dafür verwendet, den völlig neuen Film „Herkules 2“ zu drehen. Das heißt, „Die Sieben glorreichen Gladiatoren“ wurde schließlich doch in der von Bruno Mattei gedrehten und editierten Fassung veröffentlicht. Luigi Cozzi hat mir das gerade auf Nachfrage noch mal bestätigt. Und nach dem so schlechten Ruf, den dieser Film genießt, war ich beim erstmaligen Anschauen heute doch sehr überrascht.

     

    Sieht man mal von der Tatsache ab, dass Mattei hier mal wieder schlecht geklaut hat (Kurosawa/Sturges), ist es sein professionellster Film. Was immer das wert sein mag. Selbstredend ist die Charakterzeichnung der sieben Helden im Angesicht ihrer großen cineastischen Vorgänger nur schlampig ausgeführt, aber Mattei ist hier ein gut ansehbares und spannendes Abenteuer geglückt. Mehr noch – ich finde, es ist ihm hier ganz gut gelungen, eine Brücke zwischen den Peplums der Sechziger hinein in die Achtziger Jahre zu schlagen. Lou Ferrigno – hier an der Seite seiner Frau Carla als Pandora – wirkt dagegen für einen Titelhelden noch etwas blass und hat auch nicht so viel Screentime. Einen schönen Part als dessen Sidekick Scipio hat Altstar Brad Harris („Samson – Befreier der Versklavten“, 1962), der noch mal ordentlich zulangen darf. Kam wiederzuerkennen ist dagegen Dan Vadis („Der Triumph des Herkules“, 1964), der hier in seinem letzten Spielfilmauftritt den Bösewicht Nicerote spielt.

     

    Erwähnenswert ist sicher auch die Tatsache, dass es zahlreiche Kampfszenen mit ausreichend Komparsen gibt, und Bruno Mattei hier auf die professionelle Kameraarbeit von Silvano Ippoliti zählen konnte. Mattei’sche Peinlichkeiten gibt es zwar, aber die halten sich in Grenzen. Als Beispiel sei hier eine etwas missglückte Szene erwähnt, in der die vier Frauen in Rom von einer Gruppe Bettler und Kranker angegriffen wird, die kommen sehr unfreiwillig komisch rüber. Eine eher grenzwertige schauspielerische Leistung liefert Yehuda Efroni als Römischer Imperator. Alles in Allem ist „Die sieben Glorreichen Gladiatoren“ aber keineswegs die Katastrophe, die ich zunächst erwartet hatte, sondern sehr spannendes Abenteuerkino. Vielleicht war er für die Intention von Cannon-Films, den Film für ein junges Publikum in den USA zu vermarkten, mit den eingeölten Ringerinnen, den (nicht allzu) blutigen Schwertstreichen und einem bei lebendigem Leib verbrennenden Bösewicht zu hart. Vielleicht hätte man mit diesem Film aber doch Profit machen können, wen die Produzenten etwas mehr Mut zu ihrem Produkt gezeigt hätten. Nein, ehrlich, von Mattei hätte man durchaus Schlimmeres bekommen können.

     

    Zur Ansicht dieses Films lag mir ein erstaunlich gutaussehender VHS-Rip der VMP-Videokassette vor, Laufzeit etwa 81 Minuten. Eine längere Fassung ist mir nicht bekannt, die englischsprachige Fassung läuft zwar länger, ist aber inhaltlich identisch. Es wäre schön, wenn sich mal jemand erbarmen und diesen Film professionell auf DVD/Blu-ray veröffentlichen könnte.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

     

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.