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Sexorgien im Satansschloss

Italien, 1982

  • Originaltitel: La bimba di Satana
  • Alternativtitel:

    Dr. Porno und sein Satanszombie

    Satan's Baby Doll

    La hija de Satanás (ESP)

    Orgasmo di Satana (ITA)

    A Girl for Satan (USA)

  • Regisseur: Mario Bianchi
  • Kamera: Angelo Lannutti, Franco Villa
  • Musik: Nico Catanese
  • Drehbuch: Gabriele Crisanti, Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Gerade erst ist Maria, die Frau des Schlossherrn Antonio Aguilar gestorben, doch zuckt ihr kaum erkalteter Körper bei der Leichenwache bei einer Berührung zusammen. Was der Tochter Mirja einen Nervenzusammenbruch und die Übernahme ihres Geistes durch die tote Mutter beschert. Fortan geht im Schloss der Tod um, und immer mehr Schlossbewohner werden hinterrücks gemeuchelt. Wer wird der Nächste sein? Antonios gelähmter Bruder Ignazio, der in seinem Rollstuhl der Nonne hinterher spannt? Ignazios Pflegekraft in Gestalt der Schwester Sol, die unter ihrer Tracht unerhörte Wäsche trägt? Der Hausarzt Dr. Suarez, der mit Pferdespritzen die tote Maria einbalsamieren soll? Oder das Faktotum Isidro, das von der Rückkehr des Antichristen schwafelt und Leichen *schwupps* in die Kanalisation entsorgt?

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Mario Bianchi ist ja nun ganz allgemein nicht unbedingt ein Garant für anspruchsvolles Arthouse-Kino, aber flotte und niveaulose Unterhaltung, das konnte der Mann damals schon recht gut. Hier zeigt er sogar, dass er, wenn er nur will, auch mal richtig was fürs Auge bieten kann. So schiebt in einer Szene Antonio seinen Bruder durch das Schloss, die Stimmung ist sowieso bereits sehr unheilvoll – und die Kamera ist auf den Fußrasten des Rollstuhls montiert, rollt die gesamte Zeit mit und zeigt den sprechenden Aldo Sambell und den zunehmend irritierten Alfonso Gaita von unten, was die Stimmung noch mal erheblich verdüstert. Auch insgesamt gesehen hat der Film viel Atmosphäre und ist von den Bildern und der Kameraarbeit her alles andere als billig oder gar trashig. Wenn dann allerdings das Faktotum eine halb vertrocknete Mumie beschwört, und als Parallelmontage dazu Jacqueline Dupré sich befriedigt, dann wirkt das doch wieder einigermaßen merkwürdig und irgendwie drollig. Trotzdem, filmisch gesehen ist SEXORGIEN … alles andere als ein Totalausfall, dafür ist zuviel düsteres Flair erfolgreich hineingepackt worden.


    Was in den Film definitiv nicht hineingepackt wurde ist ellenlanges und sinnfreies Gepoppe. Tatsächlich werden in der SC-Fassung zwar einige Nuditäten gezeigt, aber zwischen SEXORGIEN … und einem Reißer wie beispielsweise MALABIMBA liegen bezüglich der Fleischeslust Welten (letzterer ist ja auch von einem anderen Bianchi, bitte nicht verwechseln). Wer also aufgrund des Titels eine endlose Schau von Möpsen erwartet wird bitter enttäuscht werden, hier liegt der Schwerpunkt ganz klar eher im Gruselbereich, was dann ja auch relativ gut klappt.

     

    Werfen wir mal einen Blick auf die Personen im Schloss (Charaktere wäre jetzt vielleicht ein wenig hoch gegriffen):


    Die absolute Wucht ist das Faktotum Isidro (Joe Davers). Keine Ahnung was der Mann darstellen soll – Den Steuerberater? Den Hausmeister? Einen Priester? Am ehesten noch letzteres, aber dann ist es einer von der Sorte die während der Messe wüst grimassieren, dabei stöhnen wie im Bahnhofskino und Hähnen die Gurgel durchbeißen!


    Onkel Ignazio (Alfonso Gaita) ist auch so ein Hallodri. Komplett gelähmt, inklusive Sprach- und Fortpflanzungsapparat, schaut er Schwester Sol beim Schlafen zu und stellt sich dabei sehr bildhaft vor wie sie sich selbst befriedigt. Dabei reißt er die Augen auf als würde er den Gottseibeiuns sehen, und gelegentlich schaut er auch wirklich gen Himmel. Nun ja, ich kann das nicht wirklich nachvollziehen wie es sein mag wenn man vollständig gelähmt ist und den Schniedelwutz von Mariangela Giordano ausgiebig gewaschen bekommt, aber vermutlich würde ich auch Stoßgebete irgendwo hin schicken …


    Schwester Sol (Mariangela Giordano) wiederum dürfte außer Schwester Emanuelle die wahrscheinlich einzige Nonne sein die unter ihrer Tracht sexy Strümpfe mit Strumpfband trägt (auch im Bett!) und dazu High Heels (zwar nicht ganz so hoch, aber flache Schuhe schauen anders aus. Und machen auch nicht so einen knackigen Po.). Ansonsten ist Signora Giordano wie immer eine Augenweide mit der Einladung zum hemmungslosen Grasen.


    Aldo Sambrell schließlich gibt den Schlossherrn Antonio Aguilar voller Bosheit und Heimtücke. Eine wahre Pracht der Mann, mit dem möchte ich nicht mal gleichzeitig auf einem vollen Rummelplatz sein, geschweige denn in einem fast menschenleeren Schloss. Was Sambrell hier an Gift versprüht, da kann sich die gesamte amerikanische Regierung hinter verstecken. So zweigt er beispielsweise die Medikamente, die für seinen Bruder gedacht sind, für sich ab und spritzt sich so allerlei Drogen. Auch ist sein Verhältnis zu Schwester Sol von regelmäßigen Aggressionsschüben geprägt, was aber auch daran liegen mag, dass sie ihn mit ihrer extrem unnachgiebigen Art unglaublich provoziert. Dass sie aber auch so gar nicht bereit ist, sich seinen Befehlen und seinem Verlangen bedingungslos zu unterwerfen … Ihr kaltes Schicksal hat sie somit fast ein klein wenig selber verschuldet. Auf jeden Fall ist Aldo ein wie immer hervorragender und verlässlicher Schauspieler, der hier sogar den kleinen Sambrelli zeigen darf (merkwürdigerweise aber nur in der Softcore-Fassung, in der HC-Fassung ist die Szene irgendwie anders geschnitten).

     

    Weiterhin bemerkenswert ist die teilweise recht schmissige Musik. Laut Vorspann von einem gewissen Nico Catanese, der in der IMDB genau diesen einen Eintrag hat. Aber ich würde Teile meiner Sammlung verwetten wenn da nicht Claudio Simonetti und Goblin ihre Finger im Spiel haben. Der Score, auch wenn er durch Dauereinsatz irgendwann reichlich abgenudelt klingt, würde sich in jedem 70-er Jahre-Argento hervorragend machen und groovt zum Teil sehr gut.

     

    In Summe ist der Film trotz allem ein Grusel-Sleazer wie man ihn sich nur wünschen kann. Wer Filme wie den wesentlich früher entstandenen SATAN OHNE GESICHT mag darf hier bedenkenlos zuschlagen, und wer gerne Priestern beim zerbeißen lebendiger Hähne zuschaut ist ebenfalls goldrichtig. Empfehlenswert ist die HC-DVD von X-Rated, die nämlich die Soft- und die Hardcore-Fassung enthält. Erstere ist sogar im Originalton mit englischen Untertiteln enthalten, letztere hat eine Laufzeit von guten 15 Minuten mehr und ist, unter dem Aspekt dass es eben eine Hardcore-Version ist, gar nicht so verkehrt. Die Inserts finden alle erst im letzten Drittel des Filmes statt, wodurch der Film Zeit hat Stimmung aufzubauen. Der Synchro merkt man nicht an dass sie erst im Jahr 2007 entstanden ist, und in der HC-Version bekommt man Dinge wie Laufstreifen oder verschmutztes Filmmaterial, was zum Schmuddelflair dann auch wieder einen guten Teil beiträgt.

  • Autor: Maulwurf
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