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Die schwarzen Piraten von Malaysia

Frankreich | Deutschland | Italien | Spanien, 1964

  • Originaltitel: I pirati della Malesia
  • Alternativtitel:

    Los piratas de Malasia (ESP)

    Les pirates de la Malaisie (FRA)

    Sandokan e os Piratas (POR)

    Sandokan - Pirate of Malaysia (USA)

    The Pirates of Malaysia

    The Pirates of the Seven Seas

    Meute der Verdammten

  • Regisseur: Umberto Lenzi
  • Kamera: Federico G. Larraya, Angelo Lotti
  • Musik: Giovanni Fusco
  • Drehbuch: Víctor Andrés Catena, Jaime Comas Gil, Ugo Liberatore
  • Inhalt:

    Sandokan (Steve Reeves) erfährt, dass Lord Brook (Leo Anchóriz) den Maharadscha von Borneo als Gefangenen hält, nachdem er dessen Frau und Haushalt ermorden ließ. Der Verbleib von Prinzessin Hada (Jacqueline Sassard) – einer Jugendfreundin von Sandokan - ist unklar. Derweile beschlagnahmt Lt. Clintock (Nando Gazzolo) einen holländischen Raddampfer für einen Goldtransport, mit dem er Waffen für den Kampf gegen Sandokan und dessen Piraten kaufen will. Dieser lässt sich mit Freund Yanez (Andrea Bosic) und weiteren Kampfgefährten als Schiffsbesatzung anheuern. Als er auf dem Schiff Prinzessin Hada, die ihr Gedächtnis durch den Schock die Ermordung ihrer Mutter mitansehen zu müssen verloren hat – und ihrem Diener Kammamuuri (Dakar) begegnet, ist Eile geboten.

     

    Sandokan kapert das Schiff und bringt das Gold an sich, der kaltschnäuzige und menschenverachtende Lt. Clintock fällt angeschossen über Bord.  Von Prinzessin Hada erfährt er, dass es nur noch einen Überlebenden ihres ehemaligen Haushaltes gibt, der den Ort kennt, wo Lord Brook ihren Vater den Maharadscha gefangen hält, und der arbeitet als Gefangener bei Brook persönlich. Sandokan erschleicht sich Zugang zu Brook, indem er sich als schiffbrüchiger Prinz ausgibt, und es gelingt ihm mit einer List, den Gefangenen zu befreien. Doch dann wird er festgenommen – Clintock hat überlebt und Brook berichtet, wer er wirklich ist. Sandokan und seine Männer sollen daraufhin elendig bei der Zwangsarbeit in einer Salzmine umkommen, doch er verbündet sich mit dem Anführer der übrigen Zwangsarbeiter Sho Pa (George Wang). Gemeinsam gelingt die Flucht, und Sandokan hat nur noch wenig Zeit, den Maharadscha rechtzeitig zu befreien, der in einem Kloster auf einem unzugänglichen Felsen streng bewacht wird.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach einem Drehbuch von Ugo Liberatore – der hier eine weitere Geschichte des Pulp-Autors Emilio Salgari adaptiert – drehte Umberto Lenzi 1964 mit „Die Schwarzen Piraten von Malaysia“ sein drittes Asien-Abenteuer nach „Sandokan“ (1963) und „Im Tempel des Weißen Elefanten“ (Sandok, il Maciste della giungla, 1964). Zwei weitere Filme mit in ähnlicher Umgebung - diesmal mit Richard Harrison - sollten noch folgen. Zeitlich ist die Handlung dieser zweiten Sandokan-Adaption von Lenzi aber vor dem Erstling anzusiedeln.

     

    Die Titelrolle spielt wieder Steve Reeves, und leider zeigt dieser Film einige Ermüdungserscheinungen. Die Handlung ist kompliziert bis verwirrend, zu viele kleine Verwicklungen, denen man nicht immer folgen kann. In den durchaus zahlreichen Actionszenen merkt man Steve Reeves zudem die Folgen einer schweren Schulterverletzung an, die er sich während der Dreharbeiten zu „Die letzten Tage von Pompeji“ (Gli ultimi giorni di Pompei, 1959) zuzog und von der er sich nie mehr so recht erholte. Nach „Die Schwarzen Piraten von Malaysia“ war er nur noch in Camillo Bazzonis Western „Ich bin ein entflohener Kettensträfling“ (1968) – wo er auch am Drehbuch beteiligt war – zu sehen, bevor er sich aus eben gesundheitlichen Gründen aus dem Filmgeschäft zurückzog. 1975 bot ihm Produzent George Pal die Titelrolle in „Doc Savage – der Mann aus Bronze an“, was Reeves aber ablehnte, Ron Ely übernahm daraufhin diesen Part. Bereits 1962 hatte Reeves einen Part in „James Bond 007 jagt Dr. No“ abgelehnt, allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen sondern weil Produzent Broccoli ihn schlechter bezahlen wollte als die Peplum-Produzenten in Italien.

     

    Die Rolle der Prinzessin Hada fiel der Französin Jacqueline Sassard zu, die bereits im Alter von 15 Jahren von Alberto Lattuada für seinen Film „Guendalina“ für eine Hauptrolle entdeckt wurde. Weiterhin war sie unter anderem in Valerio Zurlinis „Wilder Sommer“ (Estate violenta, 1959), Duccio Tessaris „Kadmos – Der Tyrann von Theben“ (Arrivano i titani, 1962) und der Deutsch-Schmonzette „Freddy und das Lied der Südsee“ (1962) zu sehen. 1969 zog sie sich nach einer Regiearbeit von Joseph Losey („Accident – Zwischenfall in Oxford“ (Accident, 1967) und zwei Regiearbeiten von Claude Chabrol – „Zwei Freundinnen (Les biches, 1968) und „Crime Thief“ (Les Voleurs des Crimes, 1969) – aus dem Filmgeschäft zurück und zog nach Brasilien.

     

    Gedreht wurde „Die Schwarzen Piraten von Malaysia“ weitgehend in Singapur. Leider konnte ich nicht herausfinden, wo das Finale gedreht wurde, um welches Kloster (oder Festung) es sich dabei handelt. Sieht schick aus und erinnert ein wenig an die Erstürmung der Festung in „For your Eyes only“ (1981) mit Roger Moore. Ein wenig. Ansonsten brauchte man trotz einheimischer Statisten natürlich ein paar Nebendarsteller, die auch ein oder zwei Sätze sprechen konnten, und so bekommen wir ein paar Italiener mit reichlich Schuhcreme im Gesicht zu sehen, sieht lustig aus. Einen weiteren Einsatz (neben ein paar bereits in „Sandokan“ und „Im Tempel des Weißen Elefanten“ verwendeten Landschaftsaufnahmen) erhält auch das Maschinengewehr aus „Sandokan“, und noch immer funktioniert es nicht sehr überzeugend.

     

    Insgesamt bietet „Die Piraten von Malaysia“ routiniertes Abenteuerkino von Umberto Lenzi, aber – wie bereits erwähnt – mit ein paar Ermüdungssymptomen. Kann ich ihm aber nicht vorwerfen, geht mir bei meinen Reviews manchmal genauso.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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