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Sartana - Im Schatten des Todes

Italien, 1969

  • Originaltitel: Passa Sartana... è l'ombra della tua morte
  • Alternativtitel:

    Llego Sartana... la sombra de tu muerte (ARG)

    Sartana: A Sombra da Morte (BRA)

    El Sartana... l'ombre de ta mort (FRA)

    Sartana Contra Todos (POR)

    Meet the Sign of the Cross

    Sartana and His Shadow of Death

    Shadow of Sartana... Shadow of Your Death

  • Regisseur: Demofilo Fidani
  • Kamera: Franco Villa
  • Musik: Coriolano Gori
  • Drehbuch: Demofilo Fidani
  • Inhalt:

    In einem netten kleinen Städtchen im wilden Westen nimmt die Gewalt überhand. Der brutale Babyface Randall terrorisiert mit seiner Bande von Schakalen die ganze Gegend und schafft für die armen Bürger die Hölle auf Erden. Um dem ein Ende zu setzen wird der eiskalte aber gleichzeitig gutmütige Pistolero Sartana engagiert und bald stapeln sich die Leichen böser Buben.

  • Autor: nerofranco
  • Review:

    Es gibt Männer, die töten immer nur dann wenn es sich nicht vermeiden lässt, glauben sie mir. Ich kann ihnen versichern, dass Sartana ein ehrenwerter und fairer Mann ist. Er kämpft gegen das Unrecht und verteidigt die Armen und Schutzlosen.

     

    Sein Debüt als Regisseur feierte Demofilo Fidani im Jahre 1967 mit dem durchaus unterhaltsamen aber etwas langatmigen Straniero... fatti il segno della croce! (Bekreuzige dich, Fremder) mit Charles Southwood als wortkargen Kopfgeldjäger und Jeff Cameron als seinen leichtlebigen Kontrahenten. Nach dem vergnüglichen Ed ora... raccomanda l'anima a Dio! mit Fabio Testi folgte 1969 Passa Sartana... è l'ombra della tua morte (Sartana - im Schatten des Todes). Hier haben wir es mit dem dritten Werk aus dem unglaublichen Fidani-Universum zu tun, bei dem wohl versucht wurde, gemeinsam mit dem Nachfolgefilm ...e vennero in quattro per uccidere Sartana!, auf den erfolgreichen Sartana-Zug aufzuspringen.

     

    Verkörpert wird Sartana hier von Jeff Cameron, der allerdings rein gar nichts mit der Figur von Gianni Garko gemeinsam hat und somit reiner Etikettenschwindel ist. Sartana ist eigentlich ein brutaler Killer, bei dem sich die Leichen nur so stapeln und auf den, wegen Pferdediebstahl, sogar ein Kopfgeld von sage und schreibe 12000 Dollar ausgesetzt ist (Bürgermeister: Aber niemand hat sie bisher gefangen. Wissen sie warum nicht? Weil sie nur töten um die Menschen vor Dieben und Revolverhelden zu schützen). Die Menschen halten ihn allerdings für einen guten Menschen, da er ja nur bei den Bösewichtern das Licht ausbläst und so den schutzlosen Leuten Hilfe leistet. Daher beschränkt sich auch der ganze Film darauf Sartana beim arbeiten zu zusehen. Dabei ist der Streifen sehr episodenhaft aufgebaut, bei dem sich eine gute Tat Sartanas an die andere reiht. So hilft er den Armen und Schwachen, vorrangig Frauen, Schwarzen und alten Männer, die nicht in der Lage sind sich gegen die herrschenden Randall Brüder zur Wehr zu setzen. Die schnappt sich zu guter Letzt natürlich Sartana. Babyface Randall wird dargestellt von Benito Pacifico alias Dennis Colt, der sich mit Sartana am Ende des Film eine schöne Schlägerei in einer riesigen Schlammpfütze liefert. Für so ein wunderbares Schlammbad würde heutzutage so manche schönheitswütige High Society Lady nen Haufen Kies löhnen. Babyface bekommt das Ganze allerdings nicht so gut. Der Rest des Streifens beschränkt sich darauf Sartana zu folgen wie er durch die Gegend reitet oder wandert.

     

    Er könnte sich den Weg aus der Hölle freischießen. Er kennt keine Angst.

     

    Noch mit dabei ist auch Dino Strano, der diesmal aber leider nur einen Kurzauftritt hat. Er spielt den korrupten Sheriff Nick Logan, der von Sartana in einer sehr schönen Duellszene ins Jenseits befördert wird. (Sartana: Hey Sheriff. Wo finde ich in dieser Stadt einen armseligen Feigling und ein übles Stinktier? - Logan: Sie sind ja völlig betrunken. Verschwinden sie hier! – Sartana: Oh nein, denn du bist der Mann den ich gesucht habe. – Logan: Sartana!). Regisseur Demofilo Fidani ist diesmal sogar selber mit von Partie und spielt einen wohl ziemlich faulen, oder feigen, Sheriff, der lieber einen bezahlten Killer anheuert als selbst die Arbeit zu erledigen für die er ja eigentlich bezahlt wird. Fido trägt übrigens eine hammergeile Brille. Seine Tochter Simonetta wird mal so nebenbei entführt aber vom edlen, und zufällig vorbeikommenden Sartana relativ schnell wieder aus den Fängen von ein paar ordentlich dämlichen Entführern befreit. Sonst noch zu bewundern gibt’s einige Fidaniregulars wie Luciano Conti und Amerigo Castrighella.

     

    Die Geschichte des Streifens ist natürlich völlig minimiert, unzusammenhängend und weist jede Menge logische Löcher auf. Als Sartana beispielsweise mitten in der Wüste eine Postkutsche vor ein paar Aasgeiern rettet wandert er lieber weiter allein ohne Pferd durch die trockene Wüste anstatt sich gemütlich mit der Kutsche in nächste Stadt bringen zu lassen. Dafür liefert uns Fidani ein paar nette Actionszenen, vor allem die Prügeleien und Duelle sind wieder recht gut gelungen. An der Kamera war neuerlich Franco Villa, der uns allerhand nette Schwenks und subjektive Einstellungen liefert und dabei durchaus ein paar Schmakerl gefertigt hat. Einige Szenen aus dem Vorgängerfilm Straniero... fatti il segno della croce! wurden schlecht in diesen hier integriert. So gibt’s aber immerhin ein kurzes Wiedersehen mit Ettore Manni. Lallo Gori liefert uns noch einen flotten Soundtrack, der aber ebenso in einigen anderen Fidanis Verwendung gefunden hat. Geklaut wurde auch ein wenig bei Francesco de Masis Musik aus Giuliano Carnimeos erstklassigem Il momento di uccidere (Django - ein Sarg voll Blut).

     

    Eine einzige Katastrophe stellt allerdings die deutsche TV-Synchro dar, die so miserabel ist, dass sie zumindest bei mir regelmäßig Ohrenschmerzen verursacht hat. Ganz furchtbar wird beispielsweise Sartana ausgesprochen, klingt ungefähr nach Sartänna, einfach schrecklich. Zudem wurden noch fast sämtliche Hintergrundgeräusche weggelassen. Auch wenn Fidani ein großer Sparefroh war gehe ich mal nicht davon aus, dass er im Original auch die Geräusche ausgespart hat. Dadurch verliert der Film einen großen Teil seiner, von Hause aus nicht gewaltigen, Atmosphäre. Die Kabel 1 Fassung aus dem Jahre 2000 dürfte wohl die Premiere im deutschsprachigen Raum gewesen sein. Tja, manche Klassiker haben eben nicht den Weg auf die große Leinwand gefunden.

     

    Bei Passa Sartana... è l'ombra della tua morte handelt es sich sicherlich um einen der schwächeren Western von Trashmeister Demofilo Fidani. Auf der Habenseite hat der Film einen flotten Soundtrack und ein paar gute Actionszenen. Negativ zu vermerken ist dagegen die völlig unzusammenhängende und unspektakuläre Geschichte und zwischendurch immer wieder einiges an Leerlauf, weswegen mitunter schon mal Langeweile aufkommen kann. Für kurzweiliges und trashiges Vergnügen reicht es allemal aber wer auf unterhaltsameren Trash abfährt sollte auf andere Werke Fidanis ausweichen.

  • Autor: nerofranco
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