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Sartana

Deutschland | Italien, 1966

  • Originaltitel: Mille dollari sul nero
  • Alternativtitel:

    Zwei Brüder in erbittertem Kampf (Alt.)

    One Thousand Dollars on the Black (US)

    Blood at Sundown (GB)

    Sartana: Sangue e la penna (IT)

    Johnny Texas (BR)

  • Deutsche Erstaufführung: 18. Juli 1967
  • Regisseur: Alberto Cardone
  • Kamera: Gino Santini
  • Musik: Michele Lacerenza
  • Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Rolf Olsen, Vittorio Salerno, Giorgio Stegani
  • Inhalt:

    10 Jahre saß Johnny Liston unschuldig im Knast, nun kommt er wieder nach Hause und dann das: Sein Bruderherz Sartana ist der psychopathische Anführer einer Bande von Halsabschneidern und Mördern und terrorisiert die gesamte Gegend. Seine Jugendliebe Manuela ist jetzt Sartanas Frau, die Mutter steht ebenfalls auf Sartanas Seite, und im Ort mag ihn als verurteilten Mörder auch keiner leiden. Trotzdem sieht er sich ein wenig in der Pflicht dem gesetzlosen Treiben Sartanas Einhalt zu gebieten, und sei es auch ganz allein. Einer gegen 50? Klingt nach dem Einsatz einer Menge Blei …

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Und genauso ist es auch. OK, ganz allein ist Johnny nicht, der frühere Schuhabtreter Sartanas, der stumme Jerry, hilft ihm dann und wann mit ein wenig Dynamit, und die Tochter seines vermeintlichen Mordopfers Joselita unterstützt mit Moral und netten Blicken. Aber im Wesentlichen ist die Handlung damit erklärt, dass Anthony Steffen die Bleispritze zückt oder die Fäuste schwingt und seine schlechte Laune rauslässt, was dem Tempo des Films und der Dynamik entschieden positiv zu Gute kommt. Das merkt man spätestens dann, wenn etwa zur Halbzeit ein wenig Hintergründe erklärt werden sollen, und sich der Erzählfluss schlagartig in zähen Schlamm verwandelt. Aber Regisseur Alberto Cardone bekommt noch rechtzeitig die Kurve und steigert die Schlagzahl bis zum im wüsten Ende.

     

    Schlagzahl trifft den Sachverhalt dabei ziemlich gut, weil geprügelt wird in SARTANA reichlich. Gleich zu Beginn geht ein Mann durch die Wüste, ein Schuss peitscht und der Mann fällt um. Als die Bösewichter zu dem Mann gehen ist der mitnichten tot, und es entsteht trotz reichlicher verfügbarer Schusswaffen eine wilde Schlägerei. Keine komische Spencer/Hill-Prügelei, sowas gab es 1966 noch nicht, sondern bei aller Übertriebenheit handfeste und kernige Diskussionen unter richtigen Männern. Zusammen mit den ebenfalls reichlich vorhandenen Schießereien bietet SARTANA also vor allem eines: Action satt!

     

    Gianni Garko als durchgeknallter Sartana sticht in dem Spektakel natürlich hervor, aber Anthony Steffen bietet mit seinem Ein-Gesicht-für-alle-Fälle-Schauspiel eine Art ruhenden Pol neben dem rumpelstilzenden Garko und macht sich dabei gar nicht schlecht. Den Einsatz von Chris Howland, stilecht mit klamaukiger Pianomusik, habe ich nicht verstanden, aber gottseidank werden weder Handlung noch Stimmung von dem Quatsch ernsthaft gestört, dafür ist Howland zu selten im Bild. Sämtliche weiteren Nebendarsteller wie Ida Galli, Carlo d’Angelo oder Sieghardt Rupp sind eine reine Freude für den Westernfan, genauso wie die eindringlich-tragische Musik von Michele Lacerenza feinstes Italo-Western-Flair aufkommen lässt. Wer bei der Saloonschlägerei gut aufpasst bekommt auch noch Riccardo Pizzuti (den Watschenmann von Spencer/Hill), Sal Borgese und Mimmo Palmara in frühen Rollen zu sehen.

     

    Nun, was soll man zu einem Italo-Western mit herkömmlicher Story und den üblichen Verdächtigen als Darsteller, der perfekt und spannend umgesetzt wurde, was soll man dazu schon schreiben? Ich würde sagen „Schwerstens empfohlen“ …!

     

    Noch ein Wort zu Anthony Steffen: Allgemein wird er ja nicht als der größte Schauspieler unter der Sonne Italiens angesehen. Im der DVD beigefügten Interview erzählt Gianni Garko, dass die Prügelszenen von den Schauspielern immer selber gemacht wurden. Weiter erzählt er, dass Steffen bei den Prügelszenen extrem vorsichtig war und stets Angst hatte tatsächlich einen Schlag abzubekommen, weil das wohl anscheinend schon mal vorgekommen war. Und wenn man sich SARTANA unter diesem Aspekt anschaut, mit den wirklich dynamischen, langen und realistisch gefilmten Schlägereien, dann beginnt man die ursprüngliche Einschätzung Steffens’ durchaus zu relativieren. Ehrlich, der Mann war Vollblutschauspieler durch und durch!

  • Autor: Maulwurf
  • Veröffentlichungen:

    Gesehen wurde SARTANA als Teil der Italowestern-Enzyklopädie No. 3 von Koch Media, zusammen mit den Filmen LANKY FELLOW, JONNY MADOC und JONNY MADOC RECHNET AB. Der Film wurde sichtlich aus mehreren Mastern zusammengebaut, was sich in wechselnder Bildqualität bemerkbar macht, wobei die Qualität sowohl von Bild wie Ton ordentlich ist. Fehlende Stellen im deutschen Ton wurden im Original belassen und mit englischen Untertiteln versehen.

     

    Als Extras liegen bei ein kurzes Interview mit Ida Galli sowie ein längeres Interview mit Ernesto Gastaldi und Gianni Garko. Sowohl dieser wie auch Ida Galli erzählen einige lustige Anekdoten aus dem italienischen Filmschaffen jener Jahre. Zusätzlich gibt es noch eine Bildergalerie mit Werbematerial und den deutschen und den italienischen Trailer.

  • Autor: Maulwurf
  • Filmplakate

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