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Das rote Phantom schlägt zu

Italien | Spanien, 1966

  • Originaltitel: Superargo contro Diabolikus
  • Alternativtitel:

    Superargo, el hombre enmascarado (ESP)

    Superargo contre Diabolikus (FRA)

    Hayaletin Tuzagi (TUR)

  • Deutsche Erstaufführung: 11. August 1967
  • Regisseur: Nick Nostro
  • Kamera: Francisco Marín
  • Musik: Franco Pisano
  • Drehbuch: Mino Giarda, Jaime Jesús Balcázar
  • Inhalt:

    Superargo (Giovanni Cianfriglia), seines Zeichens Weltmeister im Wrestling, gerät in eine Sinnkrise, nachdem er versehentlich einen Gegner tötete. Aber lange hält sein Trauerspiel nicht an, denn sein alter Kumpel Colonel Kinski (Francisco Castillo Escalona) braucht seine Hilfe, denn aus mehreren Schiffen, welche den Golf von Mexiko überquerten, wurde das dort transportierte Uran gestohlen. Superargo ist für die Aufklärung genau der richtige Mann, denn mit sämtlichen übernatürlichen Kräften ausgestattet, kann er die bösen Buben nämlich mächtig alt aussehen lassen, auch wenn deren Plan zur Welteroberung diesmal besonders größenwahnsinnig ausfällt...

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Review:

    Nick Nostro, welcher auch den knallharten Western "Von Django mit den besten Empfehlungen" inszenierte, lieferte zwei Jahre zuvor diesen unterhaltsamen Eurospy'er mit Superheldeneinschlag ab. Eine sehr pikante Mischung, hatte ich doch vorher ein paar Albernheiten mehr vermutet, wird hier dennoch stringent und ohne großartige Umschweife zum Finale hingeritten. Stimmt der Anfang mit dem Sportunfall noch eher dramatische Töne an, wird nach den Credits zu Beginn sofort in die Spionage-Schiene eingebogen, welche absolut kompromisslos, garniert mit ein paar kleineren synchron-technischen Humureinlagen, bis zum Ende durchgezogen wird und auch wenn hier wenig bis gar kein Blut fliesst, so ist der Verschleiß an Menschenleben nicht gerade unbeachtlich.

     

    Die Hauptrolle als maskierter Superheld, welcher hier im Film seine Identät zu keiner Zeit sichtbar an den Zuschauer preisgibt, übernahm Giovanni Cianfriglia, ein sehr bekanntes Gesicht im italienischen Filmbusiness und dessen Rollen jetzt aufzuzählen, sicher ewig dauern würde. Die markanten Gesichtszüge und sein durchtrainierter Körper ermöglichten es ihm oftmals in die Rolle des Fieslings zu schlüpfen, allerdings kann er hier als Superargo, welcher wie eine Mischung aus den beiden Comicfiguren Diabolik und dem amerikanischen Phantom daherkommt, vollends mit seiner Athletik auftrumpfen. Ihm zur Seite stehen Francisco Castillo Escalona als alter Kumpel und Regierungsbeauftragter Col. Alex Kinski, sowie die hübsche Spanierin Mónica Randall, ebenfalls bekannt aus etlichen Italo-Western oder Spionagekrimis, als seine Freundin Lidia. Auf der Gegenseite gibt es mal wieder deutsche Beteiligung in Form des Obermuftis, denn Gérard Tichy gibt hier den Diabolikus, allerdings bekommt er in der deutschen Fassung keinen Namen, genau wie seine Gespielin, welche eiskalt von Loredana Nusciak, bekannt aus Sergio Corbucci's "Django", dargestellt wurde - sie bilden somit das namenlose Übel, zumindest in unseren Breitengraden. Ihr Plan ist natürlich wieder absoluter Größenwahn hoch zehn, aber mit Superargo wird ihnen ein anständiger Gegner auf's Feld gestellt und man kann sich wohl denken, daß dieser das Ruder letztendlich rumreisst. Wie aber zuvor schon angemerkt, auf sehr unterhaltsame Weise und so ergibt sich die gesamte Spielzeit auch keinerlei Leerlauf, da immer Action, Spannung und etwas Wahnwitz im Vordergrund stehen, denn auf übermäßige Figurenbeleuchtung wird größtenteils verzichtet, dafür lieber das Gaspedal gedrückt - eine sehr löbliche Entscheidung und Nostro versteht sein Handwerk, da gibt es gar keine Frage. Schade allerdings, das er als Regisseur nur an die zehn Arbeiten ablieferte und sich wohl Anfang der Siebziger aus dem Filmgeschäft zurückzog. Hier bediente er sich visuell zumindest am Stile des fumetti neri, den populären schwarzen Comics aus Italien, welchen auch Mario Bava zwei Jahre später mit "Gefahr: Diabolik" ein denkwürdiges Zelluloid-Spektakel huldigte und so sprießen auch bei Nostro's Werk die Farben, allerdings nicht in der Perfektion eines Signore Bava, aber es erfüllt den Zweck allemal und auch wenn das geringe Budget oftmals durchblickt, so bleibt am Ende immer noch eine gemütliche Spionage-Sause, die viele ihrer Genre-Verwandten mühelos hinter sich lässt.

  • Autor: Tobias Reitmann
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