Romulus und Remus

Frankreich | Italien, 1961

  • Originaltitel: Romolo e Remo
  • Alternativtitel:

    Rômulo & Remo (BRA)

    Rómulo y Remo (ESP)

    Romulus et Remus (FRA)

    La fundación de Roma (MEX)

    Gigantes de Roma (POR)

    Duel of the Titans (USA)

    Duell der Titanen

  • Deutsche Erstaufführung: 18. Januar 1963
  • Regisseur: Sergio Corbucci
  • Kamera: Enzo Barboni
  • Musik: Piero Piccioni
  • Drehbuch: Luciano Martino, Sergio Corbucci, Ennio De Concini, Franco Rossetti, Duccio Tessari, Sergio Leone, Adriano Bolzoni
  • Inhalt:

    Nachdem König Amulio von Alba Longa (Franco Volpi) den Vater von Rea Silvia (Laura Solari) töten ließ, setzt Rea ihre vom Kriegsgott Mars gezeugten Zwillinge auf einem kleinen Floß im Fluss Arno aus. Gefunden werden die zwei Babys zunächst von einer Wölfin, die sie zusammen mit ihrem eigenen Rudel säugt, bevor sie von einem Jäger mit einem Pfeil erlegt wird. Der nimmt die beiden Kinder bei sich auf und zieht sie groß.

     

    Als die Zwei – Romulus (Steve Reeves) und Remus (Gordon Scott) - erwachsen sind, nehmen sie den Kampf gegen den diktatorischen König Amulio auf, sich zunächst ihrer eigenen Herkunft nicht bewusst. Bei einem Überfall entdeckt dabei Romulus die Tochter des Königs Tazio der Sabiner (Massimo Girotti) - Julia (Virna Lisi) - und entführt diese, sehr zum Ärger seines Bruders. Julias Verlobter Curzio (Jacques Sernas) stellt Romulus in der Hütte Numas (Enzo Cerusico), und Romulus wird gefangen genommen und gefoltert, denn er soll den Unterschlupf der Widerständler verraten.

     

    Da sich Romulus nicht als sehr gesprächig erweist, soll er in der Arena von einem Bären zerrissen werden, doch der muskulöse Recke kann den Kampf natürlich für sich entscheiden, und dann kommen ihm Remus und seine Gefährten zu Hilfe. König Amulio wird getötet, und Julia bleibt freiwillig bei ihrem Helden. Zudem erfahren die Brüder durch ihre sterbende Mutter von ihrer wahren Herkunft. Curzio gelingt dagegen die Flucht zum Sabinerkönig Tazio.

     

    Romulus und Remus wollen mit ihren Gefährten ins Tal der sieben Hügel, um dort eine Stadt zu gründen, verfolgt von den Sabinern. Zudem kommt es zwischen den Brüdern zum Streit. Remus wählt mit einigen Gefolgsleuten und der Jugendfreundin und Kämpferin Tarpeia (Ornella Vanoni) den kürzeren aber gefährlicheren Weg über den aktiven Vesuv und scheitert. Romulus dagegen erreicht das ersehnte Tal und zieht dort die zukünftige Stadtgrenze. Nach dem Willen seiner Gefolgsleute soll er ihr König werden. Doch dann taucht Remus auf, der sich um seinen ehrgeizigen Traum betrogen fühlt, und es kommt zum Kampf auf Leben und Tod zwischen den Brüdern.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nicht weniger als die Legende um die Gründung Roms hat sich Sergio Corbucci hier vorgenommen, und das mit prominenter und zahlreicher Unterstützung: 8 Produzenten bzw. ausführende Produzenten, 7 Drehbuchautoren, darunter Corbucci selbst sowie Sergio Leone, Luciano Martino, Ennio de Concini, Duccio Tessari u. a. Als Second Unit-Regisseure findet man u.a. Franco Giraldi und Guido Zurli. Hauptkameramann Enzo Barboni fand Unterstützung durch Dario di Palma und Stelvio Massi.

     

    Und da ich bereits so freigiebig mit Namen um mich werfe, eine Besonderheit dieses Peplums ist natürlich das Zusammenwirken zweier Muskelgrößen wie Steve Reeves und Gordon Scott als Romulus und Remus. Dabei war zunächst angedacht, dass Steve Reeves in einer Doppelrolle beide Parts übernehmen sollte, dieser riet aber selbst davon ab und schlug seinen Buddy Gordon Scott für den Part seines Bruders vor. Bei der weiblichen Besetzung hat mich am Meisten der Part von Ornella Vanoni als hosentragende Kämpferin interessiert. Vanoni hatte nur wenige Rollen als Schauspielerin, ist Filmfans aber vielleicht als Sängerin des Songs "Quei giorni insieme a te" aus Lucio Fulcis „Don’t torture a Duckling“ bekannt. Eine dunkelhaarige, eher burschikose und herbe Schönheit, damals zumindest. Heute kommt sie eher gruslig daher, hat sich ein paarmal zu heftig liften lassen.

     

    Da Ornella Vanoni in ihrer Rolle als Tarpeia sehr eifersüchtig auf die Königstochter Julia ist, kommt es zu einem interessanten Wechselspiel zwischen ihr und Schauspiellegende Virna Lisi. Virna Lisi ist eine Ausnahme unter den weiblichen, italienischen Stars – blond, flach und doch so erfolgreich, dass sie nicht mal im Alter um Rollen bangen musste. Das kennt man aus Italien auch ganz anders, wo Schauspielerinnen aufgrund eines bestimmten Alters ganz schnell in der Versenkung verschwinden konnten.

     

    Gott, bin ich heute wieder eine Tratsche. Also, zum Film. Eine vielschichtige Story mit einem interessanten Thema, geradlinig und spannend erzählt. „Romulus und Remus“ kann man auch uneingeschränkt an Zuschauer empfehlen, die nicht gerade Fans des preiswerten italienischen Peplums sind. Aber es gibt auch Defizite. In vielen Fassungen des Films fehlte die vollständige Sequenz der Überquerung des Vesuvs durch Remus samt Anhang und deren Scheitern, dass ich ja bereits in der Inhaltsangabe verpetzt habe. Dankbar muss man Koch Media sein, dass sie diese Szene in die DVD-Veröffentlichung wieder integriert haben, so dass man sie mal in ihrer Gänze zu sehen bekommt, sollte aber im Hinterkopf behalten, dass diese Sequenzen einst absichtlich entfernt bzw. verkürzt wurde. Budget und schauspielerische Mangelerscheinungen nebst Wackelkamera machen diese Sequenz zu einem eher gespaltenen Zuschauererlebnis. Erst danach, als Tarpeia mit dem ohnmächtigen Remus im Arm vom Sabinerkönig überrascht wird, kehrt die Professionalität zurück und Ornella Vanoni bekommt ihren Glanzmoment.

     

    Nicht verkehrt, aber trotzdem eher unspektakulär ist die Musik von Piero Piccioni, der sich beim Peplum einfach auf Fremdterrain befindet, ist nicht wirklich sein Metier. An spannenden Momente und Dramatik fehlt es bei dieser Gründerstory Roms in jedem Falle nicht, und ich bestelle mir jetzt eine Pizza Romana.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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