Ring of Darkness

Italien | Vereinigtes Königreich, 1979

  • Originaltitel: Un'ombra nell'ombra
  • Alternativtitel:

    De duivelse maagden (BEL)

    Les vierges damnées (BEL)

    Paholaisen lapsi (FIN)

    Djevelens barn (NOR)

    Satan's Wife (USA)

  • Regisseur: Pier Carpi
  • Kamera: Guglielmo Mancori
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Pier Carpi
  • Inhalt:

    Carlotta Rhodes (Anne Heywood) gehört zusammen mit Elena, Agatha und Raffaella (Valentina Cortese, Marisa Mell und Irene Papas) einem Hexenzirkel an. Als junge Frauen haben sie sich alle dem Teufel (Ezio Miani) hingegeben und Kinder von ihm bekommen, mit gemischten Resultaten. Carlottas Tochter Daria (Lara Wendel) erweist sich als besonders übles Früchtchen und wird sich gerade mit einsetzender Pubertät ihrer wachsenden Fähigkeiten bewusst. Sie erkennt ihre dämonische Herkunft, liest Gedanken und aus ihrem Unterbewusstsein erwachsen Kenntnisse der Magie, die sie z. B. dafür nutzt ihren falschen, menschlichen Vater bei einem Flugzeugabsturz sterben zu lassen. Carlotta erzählt ihren Mit-Hexen von ihren Problemen und will Daria dabei helfen, sich für ihre menschliche Seite zu entscheiden. Elena dagegen, die auch Darias Lehrerin ist, hat dagegen ihre eigenen Sorgen, denn ihre Satanstochter begeht Selbstmord. Mithilfe eines beinahe Ex-Priesters (John Philip Law) will man Daria bei einem Ritual von Satans Einfluss befreien. Doch der Versuch schlägt fehl und es kommt zum Kampf der Hexen, Mutter gegen Tochter.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Ring of Darkness“ oder „Un ombra nell’ombra“ (Ein Schatten in einem Schatten) von Pier Carpi (unter dem Pseudonym Peter Karp) steht ganz oben auf meiner Wunschliste für eine anständige deutsche Erstveröffentlichung - was womöglich gar nicht so einfach wäre, dazu am Ende mehr.

     

    Pier Carpi reagierte einst äußerst ungehalten, als man ihm vorwarf, der Film sei ein Exorzist-Rip-off. Und natürlich ist das Quatsch, denn wenn schon, denn schon, enthielte der Film Motive aus „Rosemarys Baby“, „Das Omen“ und „Der Exorzist.“ Carpi dagegen inszenierte diese Geschichte nach seinem eigenen Roman, den er bereits in den Sechzigern geschrieben habe – Copyright und Erstveröffentlichung dieses Romans datieren allerdings auf 1974.

     

    „Ring of Darkness“ entstand 1979 und dürfte keinen leichten Stand gehabt haben. Sieht man mal von den vielen bekannten (und teils verheizten) Namen im Cast ab, ist der Film pseudo-okkultistischer, handlungslastiger, unblutiger Sleaze. Aber so schön in Szene gesetzt, wie es eben nur Italiener können.

     

    Die musikalische Untermalung von Stelvio Cipriani allein ist schon das Ansehen und Anhören wert und bietet auch ein besonders herausragendes Event – während einem der Höhepunkte des Films, dem okkulten Ritual, das Daria vom Einfluss des satanischen Vaters befreien soll, liefert Cipriani mit „The Hour of Infernal Game Pt.1 & Pt.2“ eine lange Goblin Hommage, kombiniert deren „L’alba dei morti viventi“ und „Zombi“ mit seinem eigenen Motiv der Titelmusik.

     

    Zum Sleaze-Anteil sei erwähnt, dass es sich nicht um irgendwelche überflüssigen Nacktauftritte handelt sondern um handlungsbedingte Nacktheit während der okkulten Rituale. Und der finale Endkampf zwischen Anne Heywood und Lara Wendel (die übrigens die Tochter von Schauspieler Walter Barnes ist) kommt nackt auch viel dramatischer rüber.

     

    Zu Lara Wendel sei gesagt, dass sie trotz ihrer 13 oder 14 Jahre, die sie zur Zeit der Dreharbeiten gewesen sein mag, herrlich dominiert, und das muss ihr bei dieser Besetzung erst mal einer nachmachen.

     

    Nachdem über lange Jahre hinweg eine grauenvolle englischsprachige VHS-Kopie mit hardcoded französischen und holländischen Untertiteln kursierte, erschien „Ring of Darkness“ 2010 bei „Mya“ in den USA auf DVD mit englischem oder italienischem Ton unter dem Alternativtitel „Satan’s Wife.“ Leider ist die Bildqualität ebenfalls kaum berauschend, und zudem handelt es sich erneut um den 87 minütigen „Producer’s Cut.“ Denn Carpi hatte wohl Differenzen über das Endergebnis mit seinem Produzenten. Der schmiss knapp 20 Minuten raus, auch von Nachdrehs ist die Rede. Hier fällt es sogar im Film auf, dass an manchen Stellen von eigentlich wichtigen Ereignissen erzählt wird, die wir, die Zuschauer, schon ganz gerne selbst gesehen hätten.

     

    Also, bitte ran an einen Director’s Cut! Wie wär’s, z. B. bei X-Rated als „Tanz der Hexen, Teil 5“ oder bei Filmart als Doppelpack mit zwei Fassungen? Falls natürlich der Produzent die ursprüngliche Carpi-Fassung nicht vernichtend entsorgt haben sollte...

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Kommentare (1)

    • André Schneider

      André Schneider

      07 März 2016 um 23:47 |
      Eine kleine Korrektur: Der Film wurde bereits 1975 gedreht und war 1977 komplett fertig gestellt, musste aber noch zwei Jahre auf sein Kino-Release warten, da es Verleih-Schwierigkeiten gab.

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