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Red Hot Shot

Italien, 1970

  • Originaltitel: Colpo rovente
  • Alternativtitel:

    The Syndicate: A Death in the Family (USA)

  • Regisseur: Piero Zuffi
  • Kamera: Pasqualino De Santis
  • Musik: Piero Piccioni
  • Drehbuch: Ennio Flaiano, Piero Zuffi
  • Inhalt:

    Nachdem der stadtbekannte und erfolgreiche Geschäftsmann Mac Brown (Vittorio Duse) völlig unerwartet am hellichten Tag auf einer belebten Strasse New Yorks von einem unbekannten Killer das Lebenslicht ausgeblasen bekommt, wird kein geringerer als Cpt. Frank Berin (Michael Reardon), seines Zeichens zuständiger Leiter des örtlichen Drogenderzernats mit den Ermittlungen an dem Mordfall beauftragt, da dieser bereits 1 Jahr zuvor dem vermeintlichen Großkriminellen Brown ganz dicht auf den Fersen gewesen war, diesen aber letztendlich aufgrund einer unzureichenden Beweislast nicht der vermuteten Lieferantentätigkeit im Rauschgiftgeschäft überführen konnte.

     

    Nach Bekanntwerden des hinterhältigen Mordes an dem zwielichtigen Geschäftsmann setzt dessen Tochter Monica Brown (Barbara Bouchet) zunächst einmal über die Medien eine Belohnung i.H.v. 250.000$ zur Ergreifung des unbekannten Mörders aus, bevor sie von dem zu neuem Tatendrang erwachten Kommissar Berin einem intensiven Verhör unterzogen wird.

     

    Im weiteren Filmverlauf eröffnet sich Berin ein immer tiefer werdender Sumpf aus kriminellen Machenmachenschaften einer verschworenen Organisation innerhalb der skrupellosen Pharma-Industrie, die völlig neu-entwickelte Rauschmittel gewinnbringend auf den Markt zu bringen versucht und diese dabei u.a. an ahnungslosen Jugendlichen der rauschsüchtigen Hippie Bewegung testen lässt.

     

    Ein gefundenes Fressen für den unerbittlichen und reaktionären New Yorker Cop, der zudem auch gerade wieder zu seiner Bestform zurückfinden kann...

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Regisseur Piero Zuffi macht es dem Betrachter mit seiner scheinbar einzigen abendfüllenden Filminszenierung nicht gerade einfach, da sich die Geschichte und der dazugehörige Filmverlauf zunächst als sehr verwirrend darstellt und unzählige Fragezeichen hinterlässt.

    Hat man das etwas lähmend-wirkende Verwirrspiel dann aber erst einmal bis zum Ende durchgestanden, folgt für den tapferen Betrachter schlussendlich doch noch eine wohlverdiente Belohnung in Form einer sehr überraschenden Plotauflösung, welche die gesamte Inszenierung rückblickend doch noch plausibel erscheinen lässt.

     

    Zudem lässt dieses etwas ungeordnet-wirkende Filmwerk zahlreiche Unglaublichkeiten und zwielichtige Rollencharaktere auf den zunächst ahnungslosen, danach aber völlig erstaunten Zuschauer los, wie z.B. den völlig abstrusen Psychologen Wolfel, seines Zeichens eine Koryphäe bei der Wirkungsforschung von halluzinogenen Substanzen auf das menschliche Gehirn, der zudem an der Entdeckung von LSD 25 partizipiert war und verwerfliche Operationen an unschuldigen Kinderhirnen durchführte (wobei man in diesem Fall den Charakter während des gesamten Filmverlaufs nicht vor die Augen bekommt). Aber auch Drogenguru „King Taboo“ ist nicht von schlechten Eltern und bleibt aufgrund seiner markanten Außenwirkung ziemlich schnell im Gedächtnis haften. Ein obligatorisches Rausch-Happening völlig zugedröhnter Hippies darf bei dieser nebulösen Inszenierung natürlich auch nicht fehlen....

     

    Michael Reardon darf dann in der Rolle des reaktionären Chefermittlers der New Yorker Drogenbehörde auch so richtig vom Leder ziehen, wobei er u.a. Drogenguru „King Taboo“ einer sehr schmerzhaften Polizeifolter unterzieht, einer 15. jährigen Blinden nicht ganz uneigennützig wieder zu Selbstbewußtsein verhilft oder sich im Rahmen eines Undercover-Einsatzes mit entsprechender Montur unter eine Gruppe von Nazi-Rockern mischt. Diese Szene gehört dann mit zu dem Kuriosesten, was dieser Film zu bieten hat.

    Barbara Bouchet überrascht dieses mal aufgrund ihrer sehr dunkel gefärbten Haarpracht und gibt auch ansonsten mal wieder eine gute Figur ab.

    Die in den Credits (bereits sehr klein) angekündigte Margarete Lee konnte ich aber während dieses diffusen Filmverlaufs leider nirgends ausfindig machen... Schade.

     

    Abschließend sei noch auf die außerordentliche Filmmusik von Pierro Piccioni hingewiesen, die aus einer ausgewogenen Mischung von feinen Beatkompositionen und jazzlastigeren Crime-Nummern besteht.

     

    Fazit: Selten ein solch (zunächst) lähmend-wirkendes Verwirrspiel gesehen, das sich im Nachhinein aber aufgrund der völlig überraschenden Auflösung des Plots als eine einzigartige Perle des italienischen Genrefilms entpuppt.

  • Autor: Richie Pistilli
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