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Raumschiff Alpha

Italien, 1966

  • Originaltitel: I criminali della galassia
  • Alternativtitel:

    Esse Bravo, Selvagem e Violento Mundo (BRA)

    (The) Wild, Wild Planet (USA)

    The Criminals of the Galaxy

    The Galaxy Criminals

    Raumschiff Alpha - Der Planet der Verdammten

  • Deutsche Erstaufführung: 23. Dezember 1966
  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Riccardo Pallottini
  • Musik: Angelo Francesco Lavagnino
  • Drehbuch: Ivan Reiner, Renato Moretti
  • Inhalt:

    Auf der Raumstation Gamma führt Professor Nurmi (Massimo Serato) biochemische Experimente im Auftrag der CBM-Corporation durch, misstrauisch beäugt von Commander Mike Halstedt (Tony Russel), der nichts von genetischer Verbesserung von Menschen hält. Da sich Halstedt zu wenig um die in ihn verliebte Connie Gomez (Lisa Gastoni) kümmert, will diese ihm eines auswischen, indem sie sich von dem keineswegs uncharmanten Prof. Nurmi auf dessen Forschungsstation Alpha einladen lässt. Doch Halstedt hat andere Probleme. Auf der Erde und anderen besiedelten Planeten verschwinden Menschen, und die Zahl der Entführten scheint sich täglich exponential zu multiplizieren. Doch mit steigender Anzahl beginnen die Entführer auch Fehler zu machen, und so hat man bald ein klares Bild der Täter. Es handelt sich stets um schöne Frauen in Begleitung eines schwarzgekleideten Glatzkopfs. Doch davon scheint es unerwartet Viele zu geben. Schließlich entdecken Mike und seine Crew eine Spur, die sie zu den Auftraggebern führt. Die Hinweise deuten nach Forschungsstation Alpha und der CBM-Corporation. Und so gilt es sowohl Connie als auch die gesamte Menschheit zu retten.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Raumschiff Alpha“ ist der erste Film der sogenannten Gamma One-Quadrilogie, vier Science Fiction-Filmen, deren Handlungen um eine Erde der Zukunft und der Raumstation Gamma kreisen. Obwohl diese Reihe als italienische Produktion gilt – Margheriti selbst war Co-Produzent – war das Ganze eigentlich eine Auftragsarbeit für das US-Fernsehen. Und trotz der Tatsache, dass sich in den zwei letzten Filmen die Hauptprotagonisten ändern und die Veröffentlichung der einzelnen Teile sich von 1966 bis 1968 hinzog, soll Margheriti alle vier Filme bereits 1965 am Stück gedreht haben, und das in nur zwölf Wochen. Da die Ergebnisse sich sehen lassen konnten, veröffentlichte selbst in den USA schließlich MGM alle Teile zunächst im Kino, bevor man sie dem TV überließ.

     

    „Raumschiff Alpha“ – entstanden mit Regie-Assistenz von Ruggero Deodato – ist knallig buntes Sci-Fi-Kino, und Antonio Margheriti macht reichlich Gebrauch von Miniatur-Settings und mal mehr mal weniger gelungenen Technik-Gimmicks. Mit Tony Russel, Lisa Gastoni und einem noch sehr jungen Franco Nero hatte man ein paar angemessen interessante Darsteller auf der Helden-Seite, Massimo Serato darf indessen den größenwahnsinnigen Gegenspieler mimen. Sein Plan ist es – natürlich – eine neue Rasse von Supermenschen zu erschaffen, wobei seine Pläne ein paar Lücken aufweisen. Genetische Doppelgänger haben kein gutes Zukunftspotenzial. Und seine eigenen persönlichen Verwandlungswünsche, ein Hybrid zwischen Mann und Frau zu werden, sind ebenfalls denkwürdig. Bei Letzterem geht es keineswegs um eine Verschmelzung zweier Geschlechter, sondern er will physisch (!) eine Hälfte Mann und eine Hälfte Frau werden. Das hätte ich gerne gesehen.

     

    Doch da kommen die Helden um Commander Mike Halstedt in die Quere, die die fortgesetzten Beleidigungen durch Nurmi nicht mehr auf sich sitzen lassen können. Genetischen Ausschuss nennt er sie, für eine perfekte Rasse unbrauchbar, Abfall, den er dann auch in einer entsprechenden Verbrennungsanlage entsorgen will. Und sein Gequatsche führt schließlich auch zu seinem Ende, denn anstelle dies einfach zu tun, veranstaltet er ähnlich wie ein Bond-Bösewicht zunächst eine Führung durch sein materielles und geistig verkorkstes Reich. Am Ende – in welchem Margheriti-Film hat man das wohl schon mal gesehen? – geht alles in einem Strom rauschenden Wassers unter, dass diesmal allerdings bonbonfarben ist. Vielleicht hatte Professor Nurmi mit seiner Ausschuss-Einschätzung bezüglich der Helden gar nicht so unrecht.

     

    Selbstredend gibt es auch ein paar lustige Szenen, etwa gleich zu Anfang: bei Außenreparaturen an der Raumstation bewegen sich zwei Darsteller in Raumanzügen als wären sie im All. Sind sie natürlich nicht, also ein Fall von Zeitlupenbewegung ohne Zeitlupe. Ein Dritter schwebt im freien Raum – hängt also an einem Seil – und hat sichtlich Manövrierprobleme, die schließlich dazu führen, dass er ungewollt aus dem Bild verschwindet. Und warum schmiert sich die eine Frau am Anfang vorm Spiegel Rasierschaum an Kinn und Wange? Freiwillig komisch ist dagegen eine Szene in der Halstedt und einer seiner Männer drei der Entführerinnen in ihrem Hotelzimmer festnehmen wollen, dann aber zunächst übel von den Damen verdroschen werden.

     

    In der deutschen Kinofassung wird Tony Russel von Horst Niendorf gesprochen, in der Italienischen dagegen ist seine Stimme die von Riccardo Cucciolla (Sacco und Vanzetti, 1971). Lisa Gastonis deutsche Stimme ist mir unbekannt, in Italien sprach sie Mirella Pace, welche auch Darstellerinnen wie Luciana Paluzzi (in „The Green Slime“, 1968), Marisa Mell (in „Obscene Desire“, 1978), Jayne Mansfield (in „Primitive Liebe“, 1964) oder Linda Lovelace (in „Deep Throat“, 1972) ihre Stimme lieh. In kleinen Nebenrollen kann man als Agenten der Bösewichter Michel Lemoine und Kitty Swan entdecken. Einige Leute rechnen noch Kinji Fukasakus „Monster aus dem All“ als (inoffiziellen) fünften Teil der Saga hinzu, da hier teilweise die gleichen Produzenten am Werk waren.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    Empfehlenswert ist hier die X-Rated DVD, die sowohl die deutsche Kinofassung als auch die italienische Kinofassung mit deutschem Ton an Bord hat. Vorsicht ist bei der VZM-Veröffentlichung geboten, hier wurde getrickst und obendrein auch noch schlampig. Siehe hierzu die OFDb. Die X-Rated DVD ist auch als Bonus beim „Dämonen aus dem All“ Mediabook dabei, sollte sie jedenfalls. Bei mir hats nicht geklappt, ich hatte zwei Mal die „Dämonen aus dem All“ Blu-ray drin.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

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    IMDb

     

     

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