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Die Rache der Wikinger

Frankreich | Italien, 1961

  • Originaltitel: Gli invasori
  • Alternativtitel:

    La furia de los vikingos (ESP)

    La ruée des Vikings (FRA)

    Fury of the Vikings (GBR)

    Erik the Conqueror (USA)

    Das Königsmal

    The Invaders

  • Deutsche Erstaufführung: 07. Dezember 1962
  • Regisseur: Mario Bava
  • Kamera: Mario Bava
  • Musik: Roberto Nicolosi
  • Drehbuch: Oreste Biancoli, Piero Pierotti, Mario Bava
  • Inhalt:

    Im 8. Jahrhundert haben die Wikinger einige Küstenstreifen Schottlands erobert, und deren König Harald (Folco Lulli) bemüht sich um ein friedliches Zusammenleben durch Verhandlungen mit König Lotar (Franco Ressel). Lotar schickt Sir Rutford (Andrea Cecchi) als Unterhändler zu Harald, doch Rutford lässt das Wikinger-Dorf niedermetzeln und Harald fällt in der Schlacht. Als Lotar diesen Verrat seines Beauftragten durch dessen Degradierung strafen will, tötet ihn ein Pfeil von einem von Rutfords Handlangern.

     

    Haralds Söhne Eron und Erik werden in dem Durcheinander getrennt, Eron wird von einigen überlebenden Wikingern zurück nach Skandinavien gebracht, und Erik wächst in Schottland – ohne Wissen um seine Abstammung – als Ziehsohn der neuen Königin Alice auf. Als Eron (Cameron Mitchell) erwachsen ist, soll er im Auftrag der Wikinger Schottland zurückerobern, um die Burg von Königin Alice einzunehmen. Das gelingt ihm mithilfe eines Verrats von Sir Rutford, der daraufhin sein Regent wird. Die Königin wird entführt und nach Skandinavien verschleppt.

     

    Während Eron glaubt, den Sohn der Königin mitsamt seinem Schiff versenkt zu haben, gelangt dieser als Schiffbrüchiger an die skandinavische Küste. Dort trifft Erik (George Ardisson) auf Rama (Alice Kessler), der Zwillingsschwester von Eriks Geliebter Daya (Ellen Kessler), und die Zwei verlieben sich ineinander. Mit Unterstützung von Rama gelingt es Erik, seine Mutter zu befreien und nach Schottland zurückzukehren. Das will Erik nicht auf sich sitzen lassen und verfolgt ihn, und bei einem Zweikampf finden sie heraus, dass sie Brüder sind. Gemeinsam suchen sie nun, die Festung von Rutford einzunehmen, der Daya gefangen hält.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach dem Erfolg von Richard Fleischer „Die Wikinger“ (The Vikings, 1958) mit Kirk Douglas und Tony Curtis schrieben drei Jahre später Oreste Biancoli, Piero Pierotti und Mario Bava selbst eine Neufassung der Story, zugeschnitten auf ein italienisches Budget. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit Begeisterung erzählt Bava hier ein Wikinger-Drama mit für 1961 erstaunlich graphischen Kämpfen.

     

    Die zwei Wikinger-Brüder Eron (bei Fleischer Einar) und Erik werden hier von Cameron Mitchell und George Ardisson verkörpert, beide haben Gelegenheit, sich während des Handlungsverlaufs in eine der Kessler-Zwillinge zu verlieben. So komplex die dramatischen Verwicklungen auch erscheinen, hat der Film ein paar Wehmutspunkte. Trotz einiger faszinierender Szenenbilder – besonders sei hier der Unterschlupf der Wikinger erwähnt – gibt es schmerzhafte Längen. Diese seien vergeben, da es das Drehbuch nun mal um Dramatik bemüht, trotz stereotyper Charaktere. Unangenehm fällt auf, dass die Story irgendwie davon auszugehen scheint, dass Schottland und Skandinavien gleich um die Ecke voneinander liegen, denn das der schiffbrüchige Erik den ganzen Weg bis an die skandinavische Küste geschwommen oder gar getrieben worden sein soll, scheint wenig glaubhaft. Auf den „lustigen Sidekick“ an Eriks Seite hätte ich ebenfalls gerne verzichtet.

     

    Sofort ins Auge gefallen ist mir Wikinger Garian, gespielt von Joe Robinson. Den kennt man aus „Höllenschlacht der Tartaren“ (Ursus e la ragazza tartara, 1961) und „James Bond 007 – Diamantenfieber“ (Diamonds are forever, 1971). Eine kurze, wenn auch wichtige Rolle spielt er hier als Garian und trotz merklicher Präsenz und Prägnanz hat er es nicht in den Vorspann geschafft. Gesondert erwähnt sei hier der sehenswerte Zweikampf zwischen Robinson und Mitchell, bei dem sie erst ihre Waffen schmieden und dann mit diesen gegeneinander antreten müssen.

     

    Dass Mario Bava in „Die Rache der Wikinger“ der dramatische Anteil sehr wichtig war, merkt man an dem Umstand, dass Cameron Mitchell beim finalen Endkampf nicht mehr dabei ist, sondern dieser von George Ardisson mehr oder weniger im Alleingang bewältigt werden muss. Mitchell bekam dafür eine schöne Reise nach Walhalla-Szene. Aber Schwächen hin oder her, „Die Rache der Wikinger“ ist ein gelungenes und unterhaltsames Stück Abenteuerkino, in dem freilich auch die typischen Bava’schen Kameratricks und Farbverliebtheit nicht fehlt.

     

    Eine HD-Abtastung bekam „Die Rache der Wikinger“ von Arrow Films spendiert, und es bleibt zu hoffen, dass sich Koch Media nach „Vampire gegen Herakles“ auch noch dieses Filmes in der Mario Bava-Collection annimmt. Wer weiß?

  • Autor: Gerald Kuklinski
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