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Primitive Liebe

Italien, 1964

  • Originaltitel: L'amore primitivo
  • Alternativtitel:

    L'amour primitif (BEL)

    Primitieve liefde (BEL)

    Bidik ile Düdük ve dünyada ilk asklar (TUR)

    Primitive Love (USA)

    Amor primitivo (VEN)

  • Deutsche Erstaufführung: 05. Oktober 1967
  • Regisseur: Luigi Scattini
  • Kamera: Claudio Racca
  • Musik: Coriolano Gori
  • Drehbuch: Massimo Pupillo, Luigi Scattini, Amedeo Sollazzo
  • Inhalt:

    Die Anthropologin Dr. Jane (Jayne Mansfield) ist in Italien, um ihrem Professor (Carlo Kechler) ihre Dokumentation vorzuführen, mit der sie ihre These beweisen will, dass Fruchtbarkeitsriten Männer in einen primitiven Urzustand zurückversetzen können. In dem Hotel in dem sie absteigt, wird sie von den beiden Portiers Franco und Ciccio bewundert, die ihr nachstellen und an denen sie ihre These schließlich beweisen will.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „It’s the wildest, maddest, sexiest film of the year!“

     

    So die Tagline, doch eigentlich passt eher Monty Phyton’s „And now for something complety different...“, denn „Primitive Liebe“ ist different, sogar sehr anders. Wie kommt man auf die kuriose Idee eine Slapstick-Rahmenhandlung mit dem italienischen Komikerpaar Franco und Ciccio um einen Mondofilm mit Tiertötungen, gefakten Fruchtbarkeitsritualen und den sonstigen üblichen Mondofilm-Zutaten zu vermengen?

     

    Denn genau das wurde hier gemacht. Nach einem ca. 15 minütigen komödiantischem Einstieg zeigt Jane Mansfield ihrem Professor ihr sogenanntes anthropologisches Filmmaterial, Franco und Ciccio agieren zwischendurch zur Auflockerung als Spanner, die die Beiden durch Schlüssellöcher und Lüftungsklappen beobachten, bis zum finalen Schlussgag.

     

    Die Lösung auf diese Frage findet sich im Abspann, wo als Co-Produzent neben Fulvio Lucisano auch Dick Randall auftaucht, der ja schon immer einen etwas eigentümlichen Geschmack hatte. Nun kann man darüber streiten, was hier eigentlich stört – Franco und Ciccio oder das Mondofilmchen zwischendrin. Mein persönliches Langeweilometer hätte das Mondomaterial deutlich verkürzt, was bei einem Film von knapp 76 Minuten jedoch problematisch wäre.

     

    Der Komödienanteil ist zumindest was Franco und Ciccio betrifft erträglich, aber zwei doch sehr peinliche Traumszenen trüben den Spaß: eine davon eine Tanznummer Jayne Mansfield, die hart an der Schmerzgrenze vorbeidonnert, die zweite dagegen so übel, dass es doch schon wieder witzig war, eine Gesangsnummer von haiwaiianischen Mädchen in einer Dschungel-Pappkulisse mit einem Text, der Zeilen wie „Liebe unter dem Bananenmond“ enthält – autsch...

     

    Lustig sind hier die Kurzauftritte von Mansfields Noch-Ehemann Mickey Hargitay (mit angeklebtem Schnurrbart), wie er als Chefportier Franco und Ciccio mit immer dem gleichen Satz an die Arbeit scheucht. Mansfield und Hargitay ließen sich noch im selben Jahr scheiden. Eine der Töchter der beiden, Mariska Hargitay, können wir übrigens schon seit 1999 allwöchentlich in „Law and Order: New York“ als Detective Benson sehen.

     

    Am Anfang fiel mir ein gelungener Franco und Ciccio Gag auf, den man ruhig hätte fortsetzen sollen: die Beiden verursachen Unfälle mit Hotelgästen, die aber Franco und Ciccio als Ursache gar nicht wahrnehmen, obwohl sie direkt neben ihnen stehen – sind eben nur bedeutungsloses Personal, dass nicht sichtbar in Erscheinung zu treten hat. Daraus hätte man einen guten Running Gag machen können, ging aber nicht, denn dann hätte Dr. Jane nicht mit den Beiden agieren können.

     

    Noch ein Wort zu Franco und Ciccio – außer im italienischen und osteuropäischem Raum war dem Duo, das zwischen 1954 und 1973 immerhin mehr als 100 Filme gemeinsam gedreht haben, kein so großer Erfolg beschieden. In Deutschland, wo nur ein Bruchteil ihrer Filme zu sehen war, erschienen diese teilweise in arg gekürzten und schlecht synchronisierten Fassungen, und das Duo kann wirklich lustig sein – im Original. In ihren besten Zeiten spielten ihre Filme das Sechsfache der Produktionskosten ein. Inzwischen sind Beide schon lange nicht mehr am Leben, Franco Franchi starb 1992, Ciccio Ingrassia gut 10 Jahre später.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    Auf DVD erschienen in englischer Sprache von „Something Weird Video.“ Die italienische Originalfassung scheint etwas länger gewesen zu sein.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

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