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Porno Holocaust

Italien, 1981

  • Alternativtitel:

    Holocausto porno (ESP)

    Insel der Zombies

    Orgasmo nero II - Insel der Zombies

  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Nico Fidenco
  • Drehbuch: George Eastman
  • Inhalt:

    Captain O'Day erhält den Auftrag eine Insel zu erforschen, auf der vor längerer Zeit Atombombentests durchgeführt wurden. Sein Team besteht aus einem Doktor, einer Biologin, einer Zoologin und einer Kernphysikerin. Gemeinsam macht man sich auf den Weg zum ominösen Eiland. Die Vermutung, dass ein Inselbewohner zu einer Bestie mutiert ist, bestätigt sich. Werden Captain O'Day und sein Team „Herr der Lage“? Und vor allem: sind die weiblichen Expeditionsmitglieder dem – von seinem Sextrieb gesteuerten - Monster gewachsen?

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    „Porno Holocaust“ wurde 1981 vom „Sleaze-King“ (eine italienische Wochenzeitschrift suggerierte ihn als „König des italienischen Hardcore“) Joe D'Amato fertig gestellt. D'Amato drehte den Streifen, wie auch „Woodoo Baby - Insel der Leidenschaft“, in der Dominikanischen Republik. Ein Film („Woodoo Baby“), der auch unter den Titeln „Black Orgasm“ und „Orgasmo Nero“ publik ist. Auf Grund dieser filmhistorischen Tatsache bat es sich natürlich an: „Porno Holocaust“ den Stempel „Orgasmo Nero 2“ aufzudrücken. Dieses wurde (speziell für die ungeschnittene deutsche HC-Veröffentlichung) von Andreas Bethmann praktiziert. Die entschärfte SC-Version, die man u.a. auch in deutschen Kaufhäusern finden konnte, erhielt die Firmierung „Insel der Zombies“. Interessant, dass derselbe Titel (Mitte der 1990er Jahre) vom berüchtigten Label JPV Austria, für deren VHS Veröffentlichung von „In der Gewalt der Zombies“ verwendet wurde.

     

    In den 1970er Jahren fanden findige Produzenten und Regisseure aus dem Pornofilm-Business einen Weg, den Pornofilm mit anderen Genres zu „paaren“. Beim Blick über den „großen Teich“, kann man durchaus „niveauvolle“ (wenn man das so nennen darf) Genreverschmelzungen finden. Shaun Costello verband z.B. den Pornofilm mit den Komponenten eines Thrillers und ließ Klassiker wie „Teresa Butterfly Bizarre“ und „Water Power“ resultieren. Ein weiterer – für die Genreverschmelzung innerhalb des Pornokinos – unverzichtbarer Film ist Radley Metzgers hervorragendes HC-Drama „The Opening of Misty Beethoven“.

     

    In den 1980ern wurden nahezu alle populären Variationen des Unterhaltungsfilms in den HC-Film eingebracht. Fast jeder Filmfan wird irgendwann einmal die Aussage gehört haben:

     

    „Eye, davon „gibbett“ auch eine Pornoversion.“

     

    Der Titel „Porno Holocaust“ kündigt die Kombination eines HC-Films mit dem Zombie- bzw. dem Kannibalenfilm an. Abgesehen vom nationalsozialistischen Genozid und dessen filmische Aufarbeitung, findet der Begriff HOLOCAUST einige male seine Anwendung innerhalb des italienischen Genrekinos der 1970er und 1980er Jahre.

     

    „Cannibal Holocaust“,
    „Zombie Holocaust“,
    „Jungle Holocaust“,
    „Blue Holocaust“,

     

    sind italienische Filme die mit dem Schlagwort „Holocaust“ ausgestattet wurden. Werke die sich, außerhalb des Massenstroms, innerhalb des Exploitation-Cinema ansiedeln. Man thematisierte Geisteskranke, Kannibalen und Zombies, und ließ sie (innert einer minimalen und zugleich haarsträubenden Handlung) zu den Hauptprotagonisten werden. Eine solche (allerdings in seinem Ergebnis wesentlich reizlosere) Vorgangsweise kann man (auch) bei „Porno Holocaust“ beobachten.

     

    Auf einer Insel scheinen Bestien ihr Unwesen zu treiben. Ein angeschwemmter Leib, dem die Beine fehlen, lässt auf Kannibalismus schließen. Diese Vermutung ist allerdings vollkommen neben der Spur. Natürlich treibt sich auf der Insel eine seltsame Gestalt herum, allerdings ist diese nicht als Fleischfresser im Einsatz. Die Kreatur ist eine – seinen Sextrieben folgende – Mutation die, nach dem erzwungenen Beschlaf, seine weiblichen Opfer abschlachtet. Es gibt eine Ausnahme und diese zeigt uns, dass die „Mutation der Schmuddelinsel“ auch menschliche Gefühle entwickeln kann. Der „Zombie“ verliebt sich in eine der „hochintelligenten“ weiblichen Expeditionsmitglieder. Somit bleibt die sexgierige Inselschlampe auch länger im Spiel, und hat gute Chancen das „Final Girl“ zu werden.

     

    Die Besetzung die D´Amato für seinen Film auswählte ist, gelinde gesagt… ziemlich übel. Abgesehen von George Eastman, spottet die grenzenlose Inkompetenz der Darsteller/innen jeder Beschreibung. Ein kleiner Lichtblick ist Mark Shannon den man (zumindest was die Optik anbelangt) als die italienische Antwort auf Harry Reems bezeichnen kann. Ein sympathischer Typ, der in einigen Italo-HC-Vehikeln sein zuhause fand.

     

    „Porno Holocaust“ bietet eine minimale Story. Diese kann mit der Rahmenhandlung von „In der Gewalt der Zombies“ verglichen werden. Auch die Atmosphäre auf der Insel ist ähnlich. Hauptsächlich glänzt „Porno Holocaust“ jedoch mit ungepflegter Langeweile. Eines ist jedoch bemerkenswert, denn es gibt keinen anderen Film in dem George Eastman derart verheizt wird.

     

    D´Amato präsentiert seine Sex- bzw. Hardcoreszenen extrem schmuddelig. Auf diese Weise wird dem Genrefreak das geboten, was er sehen will. Folglich darf man sich (in keiner Weise) über den Look des Films beschweren. Denn so hat Italo-Schmuddel nun mal auszusehen. In diesem Sinne:

     

    Ihr solltet wissen worauf ihr euch - bei diesem Inseltrip - einlasst. Denn „Porno Holocaust“ bzw. „Orgasmo Nero 2“, oder wie auch immer ihr das Ding nennen mögt, ist nicht für jeden Italo-Film-Verrückten geeignet.

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    Die DVD Veröffentlichung von X-Rated enthält die Soft- und die Hardcore-Version des Films. Diese Versionen differenzieren sich nicht allein in ihrer Laufzeit. Es gibt beträchtliche Diskrepanzen, welche für ein divergierendes Filmverständnis sorgen. Der Auftakt unterscheidet sich durch den Einsatz der Musik. Die HC-Version (Originalversion) wird mit den Klängen von Nico Fidenco eingeleitet. Ein Thema, das an die Kompositionen der Black Emanuelle-Filme erinnert. Eingängig und lebensbejahend. Ganz anders sieht es bei der Softcore-Version („Insel der Zombies“) aus. Der musikalische Auftakt ist düster und passt sich dem Auditiven aus Italo-Zombie-Sleazern an. Kein Wunder, denn die Komposition stammt von Marcello Giombini und gehört eigentlich zum „In der Gewalt der Zombies“ Soundtrack. Auch die finalen Einstellungen der beiden Versionen unterscheiden sich gravierend. „Porno Holocaust“ zeigt ein – für Italo-Schmuddel-Sex - typisches Ende. „Insel der Zombies“ einen düsteren und pessimistischen Abschluss.

     

    Meine Erstbegegnung mit „Porno Holocaust“ hatte ich (ungefähr) Mitte der 1990er Jahre. Ein spanisches VHS Tape, dass für 59,99 DM bei einer großen (und den Insidern bekannten) Videotheke in Berlin per „Newsletter“ (es gab einen kleinen Katalog im A5 Format) angeboten wurde. Auf dem Cover ist eine Person abgebildet, die nichts mit dem Film zu tun hat. Ich vermute, dass es sich um ein Foto der US-HC-Darstellerin Samantha Strong handeln könnte. Die Bildqualität dieser ominösen VHS-Auflage ist hundsmiserabel.

     

    Das „Porno Holocaust“ (2002 oder 2003) mit einer deutschen Synchronisation ausgestattet wurde, ist lobenswert. Allerdings ist diese nahezu unerträglich. Die Sprecher sind unpassend ausgewählt. Sie wirken nicht lippensynchron und sprechen ihren Text unmotiviert. Leider bietet die X-Rated DVD keine deutschen Untertitel so dass eine „Flucht“ zur Originaltonspur keinen Sinn macht. Das Bild ist ordentlich.

  • Autor: Frank Faltin
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