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Porco Mondo

Italien | Spanien, 1978

  • Originaltitel: Porco mondo
  • Alternativtitel:

    Corrupción en el senado (ESP)

    Puerco mundo (ESP)

  • Regisseur: Sergio Bergonzelli
  • Kamera: Julio Bragado
  • Musik: Nello Ciangherotti
  • Drehbuch: Leandro Lucchetti, Jose G. Maero
  • Inhalt:

    Aufgrund ihres kostspieligen Hobbys vertreiben sich die drei hemmungslosen Heroinjunkies Manuela (Karin Well), Rene (Stefano Davanzati) und Lello den Großteil ihrer Freizeit mit Überfällen jeglicher Art, um sich somit den Stoff zur Bekämpfung ihres ständig wiederkehrenden Suchtdrucks finanzieren zu können. Da sich aber mit dieser kleinkriminellen Methode nur unzureichende Kleckerbeträge verdienen lassen, die außerdem gerade mal die benötigte Stoffmenge für lediglich einen einzigen Tag sicher stellen, muss dringendst eine neue Zuverdienstmethode gefunden werden, mit der dann auch am Ende eine weitaus höhere Gewinnausschüttung zu erzielen ist. Gesagt, getan und bereits im nächsten Moment lassen sich die drei fixen Jungjunkies dann auch schon im höchst lukrativen Erpressungsgeschäft nieder. Und da ihnen gerade erst kurz zuvor die lasterhaften Abgründe des landesweit bekannten Senators Albericci (William Berger) zu Ohren gekommen sind, küren sie diesen im Handumdrehen zum Opfer ihrer ersten Missetat. Was folgt, ist ein gemeinschaftlicher Besuch in der abgelegenen Villa des frivolen Senators, wo dann auch sogleich eine vermeintlich feucht-fröhliche Sexorgie zur Erlangung des kompromittierenden Bildmaterials veranstaltet wird. Als es dann aber im Rahmen der Konfrontation mit den verfänglichen Fotos zu einem tödlichen Handgemenge kommt, an dessen Ende schließlich der Leichnam des abgründigen Politikers zurück bleibt, eskaliert die bereits verfahrene Situation vollends: Völlig unerwartet betritt urplötzlich der nicht minder abgründige Sohn Massimo Albericci (Carlo De Mejo) die Showbühne, wo er dann auch sogleich dem Mündungsfeuer seines Revolvers freien Lauf lässt. Dabei streckt er ausgerechnet die flüchtende Manuela mit mehreren Kugeln nieder, so dass diese zunächst einmal zur Genesung ihrer erheblichen Verletzungen im vollmöblierten Gästezimmer der Villa einquartiert werden muss, bevor Massimo dann erst im benachbarten Wohnzimmer den leblosen Körper seines verblichenen Vaters vorfindet. Doch wer jetzt glaubt, dass der saubere Herr Sohn angesichts des gewaltsamen Todes seines prominenten Erzeugers in tiefe Trauer verfallen würde, der ist völlig falsch gewickelt, denn für Massimo gibt es in dieser Situation nur das eine Problem: Wie kommt er jetzt bloß an das dringendst benötigte Geld der hoch dotierten Lebensversicherung seines alten Herrns ran, da diese nur im Falle eines natürlichen Todes ihre Gültigkeit beibehält? Ein glasklarer Fall also für Frau Dr. Nadia...

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Mit dem im Jahr 1977 entstandenen Streifen PORCO MONDO ist der Regielegende Sergio Bergonzelli (LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST, IN THE FOLDS OF THE FLESH, VERBOTENE ZÄRTLICHKEITEN) ein wahrhaftes Intrigenfest gelungen, bei dem das Niederträchtigkeitspotenzial sämtlicher Rollencharaktere keine Grenzen mehr zu kennen scheint, denn einen Sympathieträger sucht man bei diesem skandalträchtigen Treiben vergebens. Dabei kann dieser obskure Blackmail-Thriller zweifelsfrei zu den besseren Arbeiten Bergonzellis gezählt werden, bei dem dann auch der Versuch mehr Sorgfalt bei der Inszenierung walten zu lassen spürbar zu bemerken ist. Aufgrund der bergonzellitypischen Schrägheiten verkommt das filmische Endresultat dann aber doch noch zu einer hoheitsvollen Kuriosität, für die wir den unkonventionellen Filmemacher letztendlich auch so sehr schätzen. Alles andere hätte sich in diesem Fall auch irgendwie unpassend angefühlt. Der dargebotene Plot entpuppt sich dabei als entsprechend wirr und überladen, da sich dieser in erster Linie aus unzähligen Nebenhandlungssträngen zusammensetzt.

     

    Zum einen hätten wir die Geschichte der drei fixen Jungunternehmer, welche zur fulminanten Eröffnung des Films gleich mal mit einer geklauten Karre durch ein frischgeputztes Schaufenster eines zentralgelegenen Bistros brechen, um sich daraufhin zur Sicherstellung ihrer täglich benötigten Stoffmenge ungefragt die Tageseinnahmen des völlig schockierten Besitzers anzueignen. Für die Rolle der umtriebigen Manuela wurde hierbei die italienische Darstellerin Karin Well (STACCO, HÄUTET SIE LEBEND - UNTERNEHMEN WILDGÄNSE, DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES) auserkoren, welche dann gemeinsam mit ihren beiden Junkbrüdern Rene und Lello den abgründigen Senator Albericci zu erpressen versucht. Gleichfalls wurde der guten Frau Well eine Art Schlüsselrolle zukommen gelassen, da sie im Rahmen des schwer durchschaubaren Beziehungsgeflechts scheinbar bereits mit jedem der Beteiligten -egal ob Männlein oder Weiblein- etwas am Laufen hatte. Und somit ist es auch kaum verwunderlich, dass unsere vielbeschäftigte Heroindame Manuela für mannigfaltige Eifersüchteleien unter den weiteren Beteiligten sorgt, auf die dann aber im Weiteren noch etwas genauer eingegangen wird.

     

    Aber kommen wir zunächst einmal zur unverwüstlichen Genrefilmlegende William Berger (5 DOLLS IN A AUGUST MOON, ICH - DIE NONNE UND DIE SCHWEINEHUNDE, DER TÖDLICHE KREIS), der in der Rolle des zwiespältigen Senators Albericci zwar nur ein kurzes Gastspiel abliefert, welches dafür aber umso schmieriger ausfällt. Zu Beginn der Geschichte befindet sich der abgründige Herr Senator zunächst noch in der heißen Phase eines gerade von Statten gehenden Wahlkampfs und hat auch ansonsten viel mit innerparteilichen Querelen um die Ohren. Dabei erpresst er nebenbei seinen vorsitzenden Parteisekretär Morelli (Arthur Kennedy) mit einem höchstbelastenden Dossier, welches Einzelheiten eines bereits stattgefundenen Politskandals beinhaltet. Darüberhinaus scheint er auch seit geraumer Zeit ein engeres Freundschaftsverhältnis zur Ex-Freundin seines Sohnes zu hegen, wobei es sich bei dieser wiederum um keine geringere als unsere unheilvolle Junkbraut Manuela handelt. Und genau dieses Verhältnis wird ihm dann auch schlussendlich zum tödlichen Verhängnis, da die rückgratbefreite Fixerdame seine bis dato vor der Öffentlichkeit geheimgehaltenen homosexuelle Neigungen zur Erlangung eines finanziellen Vorteils schamlos ausnutzt.

     

    Als nächstes hätten wir den spanischen Darsteller Carlo De Mejo (DAS GEHEIMNIS DES GELBEN GRABES, DIE DIAMANTENPUPPE, EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL), der in der Rolle des undankbaren Sohnes Massimo eine niederträchtige Erbschaftsintrige ins Rollen bringt. Dabei steht ihm seine langjährige Bekannte Frau Dr. Nadia stets zur Seite, welche im vorliegenden Fall von der Darstellerin Bárbara Rey (IM DUTZEND ZUR HÖLLE, WOODOO - INFERNO DES GRAUENS, TEUFELSCAMP DER VERLORENEN FRAUEN) verkörpert wird. Um die Gültigkeit der hoch dotierten Lebensversicheruing aufrecht zu erhalten, soll diese ihm nun eine natürliche Todesursache in Form einer Herzattacke auf dem Totenschein attestieren, was unsere ehrenwerte Ärztin dann auch anstandslos macht. Und da Massimo Albericci sein lotterhaftes Leben als erfolgloser Filmemacher fristet und außerdem ständig an chronischer Geldnot leidet, kommt diesem das unvorhergesehene Ableben seines Herrn Papas sehr gelegen, da er es ausschließlich auf die Ausschüttung der hoch dotierten Lebensversicherung abgesehen hat. Im weiteren Verlauf kommt er dann auch noch auf die glorreiche Idee, die bis dahin von Statten gegangene Erbschaftsintrige 1:1 verfilmen zu wollen, was wiederum bei den anderen Beteiligten auf wenig Gegenliebe zu stoßen scheint. Darüber hinaus wirkt das Beziehungsgeflecht zwischen ihm, Frau Dr. Nadia und der dauerbreiten Manuela stark angespannt, da er und die fixfidele Spritzenbraut einige Jahre zuvor mal ein glückliches Liebespaar waren, bis ihm schließlich die saubere Medizinerin seine Herzensdame eiskalt ausspannte. Und so ist es auch hier kaum verwunderlich, dass während der laufenden Erbschaftsintrige das Wettbuhlen um die Gunst der reizenden Drogenqueen aufs Neue entfacht und somit auch einigen neuen Ärger mit sich bringt.

     

    Kommen wir zu Arthur Kennedy (DER CLAN DER KILLER, KILLER COP, RAUSCHGIFT TÖTET LEISE - COVERT ACTION), der in der Rolle des zwielichtigen Parteisekretärs Morelli bei der niederträchtigen Erbschaftsintrige munter mitmischt. Und da er trotz des fremdbestimmten Ableben seines parteivorgesetzten Senators auch noch weiterhin durch Massimo mit dem hochbrisanten Dossier erpresst wird, platzt Morelli irgendwann die Hutschnur, woraufhin er dann wiederum seine brandgefährliche Sekretärin samt eines gnadenlosen Schlägertrupps auf die drei Erbschleicher los lässt. Dabei wird dem hilflos ausgelieferten Senatorensohn dann auch ordentlich der Frack poliert. Weiterhin hätten wir mit Alida Valli (EYE IN THE LABYRINTH, SUSPIRIA, GESTÄNDNIS EINER NONNE) einen weiteren altgedienten Schausspielstar mit von der Partie, welche in der Rolle der nicht minder niederträchtigen Haushälterin Teresina auch ein Stück vom geldschweren Kuchen abhaben möchte. Doch leider wird ihr hierbei eine qualitätsgeprüfte Black & Decker Bohrmaschine zum Verhängnis. Zu guter Letzt hätten wir dann auch noch den hartnäckigen Fotografen Guiliano Ray, welcher mit seiner dauerbereiten Spiegelreflexkamera allgegenwärtig zu sein scheint.

     

    Was gibt es sonst noch über diesen filmischen Sündenpfuhl zu berichten?

     

    Als besonderes Gimmik hält die Geschichte einen hochspannungsgeladenen Swimming-Pool bereit, indem dann gegen Ende dennoch ausgelassen gebadet wird. Desweiteren werden auch die beiden Junkbrüder Rene und Lello Opfer einer weiteren Intrige, wobei ihnen die drei verwegenen Erbschleicher eine hinterhältige Razzia angedeien lassen, bei der es dann auch noch zu einer kurios ausschauenden Auseindersetzung kommt. Das Ende des Films entpuppt sich dabei auch als äußerst böse, wobei zunächst einmal der Showdown in einer Kiesgrube von Statten geht, bei dem dann "Ben" der Bagger schlussendlich den Rest erledigen darf.

     

    Fazit: Never trust a Junkie!

  • Autor: Richie Pistilli
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