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Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen

Italien | Vereinigte Staaten, 1977

  • Originaltitel: Tentacoli
  • Alternativtitel:

    Tentáculos (ESP)

    Tentacules (FRA)

    Angriff aus der Tiefe

    Tentacles

  • Deutsche Erstaufführung: 17. März 1977
  • Regisseur: Ovidio G. Assonitis
  • Kamera: Roberto D'Ettorre Piazzoli
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Jerome Max, Tito Carpi, Steven W. Carabatsos
  • Inhalt:

    An der kalifornischen Küste kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Diese ereignen sich immer in Meeresnähe. Der Journalist Ned Turner und der Meeresforscher Will Gleason wollen der Sache auf den Grund gehen. Dabei finden sie heraus, dass ein Riesenkrake für die Todesopfer verantwortlich ist. Durch die - von Tiefseebohrungen hervorgerufenen - Vibrationen und Sonarwellen ist das Biest besonders aggressiv. Ausgerechnet jetzt soll vor Solana Bay eine Juniorenregatta stattfinden, was den Speisezettel des Kraken bereichert. Ob Turner und Gleason den Krakenschmaus verhindern können?

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    Wenn Tiere zu Antagonisten werden.

     

    Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Die animalischen Killer der Lichtspiele sind überall zuhause. Der Riesenaffe, die Riesenspinne, der Hai, der Killerwal sowie Piranhas, Frösche, Ameisen, Vögel und der herzallerliebste Bernhardiner - sie alle sorgen für Chaos und Massenhysterie. Gewässer-, Luft- und Bodenverschmutzung als Resultate von Fahrlässigkeit und Skrupellosigkeit. Der Mensch - das angebliche Maß aller Dinge - hat mal wieder voll „in die Scheisse gegriffen“. Die Natur rebelliert und schickt seine Rächer. Der Kinosaal wird zur Arena und dessen Besucher dürfen (wie so oft) der ultimativen Schlacht - zwischen Mensch und Natur - beiwohnen. Lights out, curtain up, it's showtime!

     

    Der kommerzielle Erfolg, den „Der weiße Hai” (Mitte der 1970er Jahre) verbuchen konnte, rief weitere „Monster der Meere“ auf den Plan. Starke Beiträge, wie „Piranhas“ und „Orca - Der Killerwal“, konnten den Kinobesucher begeistern und dessen Durst nach „Monsteraction“ stillen. Zu Haien, Walen und Piranhas, gesellte sich ein weiteres Monster: der Krake. Ein achtarmiger Killer, der an der kalifornischen Küste für Terror sorgt, genannt: „Die Bestie mit den Todesarmen“. Angelehnt an Spielbergs „Jaws“, gespickt mit der ein oder anderen Hommage an weitere Genreklassiker wie „Insel des Schreckens“, Moby Dick“ etc..

     

    „Die Todesursache ist noch unbekannt.”

     

    …und eben diese gilt es zu ergründen. Zur Unterstützung bietet Ovidio G. Assonitis dem Rezipienten mehr Informationen, als er den Protagonisten zugesteht. Der erste Einsatz des Kraken wird dem Zuschauer aus der Sicht des Monsters präsentiert. Folgende Attacken zeigen ein Gesamtbild bei dem Killerpolyp und Opfer gemeinsam in den Mittelpunkt rücken. Die Szenen gestalten sich zwar relativ „speziell“, allerdings mag der Begeisterungsfunke nicht überspringen.

     

    Wie bereits angesprochen, orientiert sich Ovidio G. Assonitis an Spielbergs „Der weiße Hai“. Anstatt Amity heißt der Schauplatz Solana Bay. Dort wimmelt es von Charakteren die in die achtarmige Todesfalle tappen. Dieses Prinzip funktioniert in den ersten beiden Dritteln - zumindest bedingt. Anschließend kackt der Film rapide ab. Es gelingt dem Regisseur nicht, den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Der Dialog wird immer belangloser, und die Themen Spannung und Action rücken in weite Ferne. Folglich kann nicht der ultimative Kick praktiziert werden, der den Rezipienten in ein fulminantes Finish befördert. Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass während des „Unter Wasser-Showdowns“ nicht sonderlich viel zu erkennen ist. Die Blickwinkel der Kamera sind unglücklich gewählt und lassen die Monsteraction zu einer banalen Rauferei werden. Die Kameraarbeit von Roberto D'Ettorre Piazzoli kann die ausufernden Phantasien des Drehbuchautors nie so umsetzen, dass der Fan von „Trash-Produkten“ seinen Spaß daran findet. Hier hätte man deutlich mehr Feingefühl investieren müssen. Was zu Beginn des Schlussdrittels positiv auffällt, ist der Einsatz von Standbildern.

     

    Hinsichtlich der Besetzung hat man sich nicht lumpen lassen. John Huston, Henry Fonda, Bo Hopkins und Shelley Winters sind beachtliche Hausnummern für einen Film dieser Güteklasse. Leider gelingt es keinem der Beteiligten sich in den Vordergrund zu spielen, geschweige denn einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Das Highlight ist Franco Diogene in der Rolle von Chuck. Ein sympathischer Typ, der jedem Freund des italienischen Genrekinos bekannt sein sollte. Franco bietet eine Vorstellung die (mir zumindest) einige Lacher entlocken kann. In der deutschen Synchronisation erhält Signor Diogene die wunderbare Stimme von Michael Habeck.

     

    „Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen“ ist von der ersten bis zur letzen Sekunde absehbar. Nichts Negatives, aber selbst hanebüchene Grundideen kann man wesentlich knackiger verarbeiten. Somit ist der Film nicht mehr, als ein bestenfalls durchschnittlicher Beitrag innerhalb des Tierhorrorkosmos.

     

    „Ich habe gelesen, dass die Fangarme so eines Kraken gefährlicher als Tigerpranken sind.“ (Ned Turner)

     

    „Verglichen mit den Saugnäpfen der Fangarme - sind Tigerpranken harmlos.“
    (Will Gleason) 

     

    Alles klar! Aber haut demnächst nicht so „auf die Kacke“!

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    „Die Bestie mit den Todesarmen“ erschien am 28. April 2016 erstmals - in Deutschland - auf Blu-ray. Der Film ist die Nummer 4 innerhalb der „Creature Feature Edition“ von Koch Media. Das Bild ist scharf, die Farben kräftig und von unnötigen Filtern wurde abgesehen. Somit wird dem Filmfan auch das geliebte Filmkorn geboten. In technischer Hinsicht gibt es an der Blu-ray nichts zu bemängeln. Als Extras werden drei Trailer, eine Radiospot und eine umfangreiche Bildergalerie geboten.

  • Autor: Frank Faltin
  • Filmplakate

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