La polizia brancola nel buio

Italien, 1975

  • Alternativtitel:

    The Police Are Blundering in the Dark

  • Regisseur: Helia Colombo
  • Kamera: Giancarlo Pancaldi
  • Musik: Aldo Saitto
  • Drehbuch: Helia Colombo
  • Inhalt:

    In einem Provinzstreifen der idyllischen Toskana verbreitet ein unbekannter Killer unter den weiblichen Fotomodellen Angst und Schrecken, da dieser bereits binnen kürzester Zeit vier solcher Blitzlichtgewitterziegen dahinraffte und ein Ende des tödlichen Serienlaufs auch weiterhin nicht in Sicht ist. Somit lässt der nächste Tötungsakt auch nicht mehr lange auf sich warten, wobei es dieses mal die ahnungslose Vorführdame Enrichetta Blonde (Margaret Rose Keil) trifft, die eines verregneten Abends während des Nachhausewegs von der Arbeit aber zunächst einmal Opfer einer heimtückischen Autopanne wird, woraufhin sie sich notgedrungen zu einem nahegelegenen Gasthaus begibt, um von dort aus schließlich ihren langjährigen Bekannten Giorgio D'Amato (Joseph Arkim) telefonisch um Hilfe zu bitten. Da aber Gigolo D'Amato im 35km weit entfernten Rom für diese Nacht unabkömmlich zu sein scheint, empfiehlt er Enrichetta auf höchst emphatische Art und Weise, sich doch am besten gleich für eine Nacht in der Pension einzuquartieren, da er sie persönlich erst frühestens am nächsten Morgen aus ihrer misslichen Lage befreien könne. Doch soweit kommt es dann erst gar nicht, da Enrichetta Blonde bereits schon zur späten Abendstunde nicht mehr unter den Lebenden weilt und somit den nächsten Morgen überhaupt nicht mehr erlebt.

     

    Als der adrette Journalist D'Amato am nächsten Tag lediglich das verlassene Auto seiner zwischenzeitlich spurlos verschwundenen Freundin vorfindet, schwant ihm Böses. Mit einem unguten Gefühl im Magen begibt er sich daraufhin zur „Villa Eleonora“ am Rande der Stadt, da es sich hierbei laut einem vorgefundenen Notizbuch um den letzten bekannten Aufenthaltsort des verschwundenen Fotomodells handeln soll. Die Bewohner der Villa entpuppen sich daraufhin als ein äußerst skurriles Pack, von denen theoretisch jeder ein potenzieller Täter sein könnte. Als Familienoberhaupt stellt sich ihm zunächst ein gewisser Edmundo Parissi vor, der den Journalisten auch sogleich zur Übernachtung auf sein Anwesen einlädt. Edmundo sieht sich selbst als leicht exzentrischen Fotokünstler, der leider aufgrund eines unbekannten Leidens an den Rollstuhl gefesselt ist und außerdem ein erhebliches Potenzproblem aufweist. Sein ganzer Stolz ist eine von ihm selbst entwickelte Maschinerie, mit der er das menschliche Seelenleben samt den dazugehörigen Gedankenschwämmen abfotografieren kann. An seiner Seite fristet seine sexuell gefrustete Ehefrau Eleonora (Halina Zalewska) ein unglückliches Dasein und auch seine Nichte Sara (Elena Veronese) ist alles andere als gut auf ihn zu sprechen, da er sie angeblich gegen ihren Willen in der Villa gefangen hält. Der nächste im Bunde hört auf den Namen Dr. Dalla und ist seines Zeichens nicht nur der angestammte Hausarzt der Familie, sondern auch ein bekennender Liebhaber der Botanik und chronischer Dauergast bei den Parissis. Zu guter Letzt mischen dann auch noch der undurchsichtige Diener Alberto und die leichtfrivole Dienstmagd Lucia (Gabriella Giorgelli) munter im Hintergrund mit, so dass Giorgio D'Amato erst einmal damit alle Hände voll zu tun hat, die unzähligen Verdächtigen ordentlich in die Mangel zu nehmen. Bleibt nur noch die Frage, ob es ihm letztendlich auch gelingt, den geheimnisvollen Killer unter den Anwesenden der „Villa Eleonora“ ausfindig zu machen?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    - Die Polizei tappt im Dunkeln -

     

    So in etwa dürfte die deutsche Übersetzung dieser sehr obskuren Giallo-Stilblüte lauten, die im Rahmen einer italienisch-türkischen Co-Produktion zwar erst im Jahre 1975 das Licht der Leinwand erblickte, obwohl sie bereits seit 1972 fertig produziert vorgelegen haben soll. Leider ließen sich sowohl zu den Drehbegebenheiten, als auch zum Großteil der am Film beteiligten Akteuren so gut wie keine verwertbaren Infos ausfindig machen. Kein Wunder, denn diese ultragünstig produzierte Giallo-Show hat in erster Linie nur Laiendarsteller an Bord, die außerdem für diese fast schon lausige Filmproduktion ihr einziges Stell-Dich-ein vor einer Kamera gaben. Sogar die Regiekarriere von „Helia Columbo“ beschränkte sich lediglich auf diese einzige Filmproduktion, wobei dieser aber hauptsächlich unter seinem eigentlichen Namen „Elio Palumbo Pasquale“ in der Musikbranche tätig war und dabei u.a. Alben für die italienische Beat Band „the Giants“ produzierte.

     

    Obwohl diese ultrakostengünstige Inszenierung vor sonderbaren Kuriositäten und Bizarrheiten nur so strotzt, bleiben sowohl das Drehbuch, als auch die Machart weit hinter dem regulären Durchschnitt zurück, wodurch dieses dilettantisch zusammengeflickte Filmwerk wiederum eher in Bodensatznähe des gelblastigen Thrillergenres zu verorten ist. Low Budget an allen Ecken und Enden sozusagen. Um die produktionstechnischen Mängel zu kaschieren, wurde die Chose wiederum mit zahlreichen Schmuddelleien angereichert, wodurch letztendlich jedes der weiblichen Opfer den Weg ins ewige Paradies völlig barbusig beschreitet. Zwar schnetzelt sich der unbekannte Killer dabei einige Male voller Wonne durch pralle Brüste und versteifte Kehlen, wobei die gezeigten Mordtaten dann aber doch eher weniger explizit in Szene gesetzt sind. Ein Höhepunkt dürfte hierbei zweifelsfrei der gezeigte Mähdreschertod sein, den einen der Protagonisten völlig unerwartet ereilt. Ansonsten greift der unbekannte Killer lieber auf altbewährte Tötungswerkzeuge wie Schere oder Messer zurück. Letztendlich lebt dieser spannungsarme Giallo von seinen exaltierten Persönlichkeiten, den gezeigten Schmuddelleien und der völlig abgedrehten Idee der Gedankenfotografie. Dabei gestalten sich die Dialoge der Laiendarstellerriege sehr überspannt und kommen zudem sehr ungekonnt geschwollen daher, da auch hier purer Dilettantismus und eine stellenweise Sinnbefreitheit der gesprochenen Inhalte vorherrschen. Hinzu gesellen sich eine willenlose Kameraführung und recht karge und sporadisch eingerichtete Drehkulissen, was wiederum den Billig-Touch dieses Giallos unterstreicht.

     

    Kommen wir zur Darstellerriege, von denen der Großteil - wie bereits geschrieben - Laienschauspieler sein dürften und lediglich bei dem vorliegenden Gialloexemplar in Erscheinung traten. Aus diesem Grund war es auch bei einigen Rollencharakteren unmöglich, die entsprechenden Darsteller zu zuordnen, da von diesen noch nicht einmal eine Fotografie ihrer selbst im Internet vorzufinden ist. Als Hauptprotagonist gibt sich zunächst einmal der türkische Einwegdarsteller Joseph Arkim die Ehre, wobei dieser oftmals als ein Namenssynonym von Cüneyt Arkin angegeben wird, was augenscheinlich aber überhaupt nicht stimmt. Joseph Arkim verkörpert bei dieser rutschgefährlichen Filmproduktion den leichtlebigen Journalisten und Hobbydetektiven Joe D'Amato, der sich vor Angeboten lüsterner Damen kaum retten kann. Dadurch kommt es dann auch zu erheblichen Zeitverzögerungen im geplanten Ermittlungsablauf, wodurch dann auch die Anzahl der modellhaften Mordopfer wiederum um ein weiteres ansteigt. Da die restlichen Darsteller auch der Einwegfraktion zugehörig sind, verbleiben letztendlich nur noch vier Damen, über die es dann ein paar Sätze zu schreiben gibt: Die bekannteste der vier besagten Darstellerinnen dürfte zweifelsfrei Gabriella Giorgelli (DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS, IM KNAST DER PERVERSEN MÄDCHEN, DIE GEWALT BIN ICH) sein, die sich erstmals aufgrund ihrer Darbietung in Rolf Olsens DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN in meinem Gedächtnis verewigen konnte. Im vorliegenden Fall spielt sie die lüsterne Hausmagd Lucia, welche sich auf ein Schäferstündchen mit einem geistig retardierten Kraftprotz einlässt und natürlich auch unserem unwiderstehlichen Journalisten D'Amato Avancen macht, indem sie sich diesem bereits am ersten Abend völlig selbstlos als williges Betthäschen anbietet. Als nächstes hätten wir mit Halina Zalewska (EIN ENGEL FÜR DEN TEUFEL, AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE, DÄMONEN AUS DEM ALL) eine gebürtige Polin an der Reihe, die dieses mal die sexuell frustrierte Ehefrau Eleonora verkörpern darf und außerdem ihrem im Rollstuhl sitzenden Ehemann Edmundo eine entsprechende Hassliebe entgegenbringt. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass sie Gigolo D'Amato gegenüber auch nicht abgeneigt zu sein scheint. An ihrer Seite fristet dann Elena Veronese (DAS LIEBESNEST, DSCHUNGELMÄDCHEN FÜR ZWEI HALUNKEN, DER DUFT DER FRAUEN) als Nichte der Parissis ihr unglückliches Dasein, da sie von ihrem Onkel Edmundo gegen ihren Willen im Familiensitz gefangen gehalten wird. Aber auch sie verfällt den unwiderstehlichen Reizen des adretten Journalisten und beginnt mit diesem bereits beim ersten gemeinsamen Abendessen unter dem Tisch zu füßeln. Zu guter Letzt tritt dann auch noch die Darstellerin Margaret Rose Keil (DAS LIEBESNEST, ICH, DIE NONNE UND DIE SCHWEINHUNDE, ZWEI HALUNKEN STÜRMEN TROJA) in der Rolle des gestrandeten Fotomodells Enrichetta Blonde auf den Plan, den sie aber bereits nach nur kurzer Zeit aufgrund eines sauberen Kehlenschnitts auch schon wieder verlässt. Und über allem thront dann der unfassbare Wahnsinn der Gedankenfotografie, welche völlig ungehemmt von Familienoberhaupt Edmundo Parissi betrieben wird. Dabei kommt es dann auch zu einem der unbeschreiblichen Höhepunkte dieser wahnwitzigen Inszenierung, nämlich Eduardos willenloses herumschrauben an der selbst entworfenen Apparatur, bei dem ihm augenscheinlich das volle Potenzial seines Wahns ins Gesicht geschrieben steht. Hinzu gesellen sich völlig abgedrehte Synthie-Sound-Attacken aus einer analogen Moog-Maschine, die den Zuschauer dabei gleichfalls in den Wahnsinn treiben.

     

    Alles in allem würde ich dieses bodensätzige Giallo-Exemplar weniger Genreneulingen empfehlen, da diese mit dieser ultragünstigen Schmierenparade vermutlich recht wenig anfangen dürften. Fortgeschrittene Giallo-Liebhaber sollten aber schon einmal einen Blick riskieren, denn ein solch wundersames Unterfangen ist mir bis dato noch nicht unter die Augen gekommen.

     

    Fazit: „Blumen, Wein und Weiber“

  • Autor: Richie Pistilli
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