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Piranhas II - Die Rache der Killerfische

Brasilien | Italien | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten, 1979

  • Originaltitel: Killer Fish
  • Alternativtitel:

    O Peixe Assassino (BRA)

    Esmeraldas y pirañas (COL)

    Voracidad (ESP)

    L'invasion des piranhas (FRA)

    Killer Fish - L'agguato sul fondo (ITA)

    Pirañas asesinas (MEX)

    O Tesouro das Piranhas (POR)

    Deadly Treasure of the Piranha (Int.)

    The Naked Sun (Int.)

    Treasure of the Piranha (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 17. April 1981
  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Alberto Spagnoli
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Michael Rogers
  • Inhalt:

    Nach einem Diamantenraub in Brasilien versenken Lasky (Lee Majors) und seine Crew die Beute in einer kleinen Bucht vor einem Staudamm. Dort soll die Beute zwei Monate verbleiben, bis man sie gefahrlos aufteilen und außer Landes schaffen kann. Doch der „herzkranke“ Paul Diller (James Franciscus) traut den anderen nicht und hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: schon Monate zuvor hat er dort Piranhas ausgesetzt und selbst seine Partnerin Kate (Karen Black) nicht eingeweiht.

     

    Die Brüder Warren und Lloyd dagegen wollen nicht zwei Monate warten. Sie geben vor, nach Rio abzureisen, versuchen stattdessen jedoch heimlich, die Steine an sich zu bringen. Dabei wird einer der beiden im Wasser attackiert und verblutet. Der andere begibt sich zu Lasky und erzählt ihm alles. Derweile ist eine Gruppe von Modefotografen dabei, mit ihrem Model Gabrielle (Margaux Hemingway) Fotos zu schießen. Sie schließen sich dem Bootskapitän Max (Anthony Steffen) an, der sie zu besonderen Plätzen führten soll. Auch Lasky ist schließlich mit dabei, da er sich in Gabrielle verguckt hat.

     

    Paul Diller und Kate werden nach der heimlichen Bergung der Diamanten von einem Sturm überrascht und flüchten auf das Boot zu den Anderen. Doch der Sturm zerstört den Staudamm, die Gruppe ist mitten auf dem See auf dem kenternden Bott gefangen, und die Piranhas sind außer Rand und Band.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Sir Lew Grade presents
    A Carlo Ponti Production“

     

    Ja, wir sind nicht in einem B-Movie, auch wenn es so einige Male danach ausschaut. Der bereits 1979 gedrehte und erst 1981 in Deutschland etwas voreilig als „Piranhas II – Die Rache der Killerfische“ vermarktete Film „Killer Fish“ von Antonio Margheriti ist routiniertes und spannendes Abenteuerkino, wie man es von Margheriti erwarten kann. Und es wurde lustig zu Zeiten der Kinopremiere, kam doch nur wenige Monate später noch „Piranhas II-Fliegende Killer“ an den Start.

     

    Meine Entscheidung steht fest: ich war nie ein Fan von Joe Dantes „Piranhas“, „Fliegende Killer“ ist einfach nur Sondermüll, somit bleibt nur Margheritis Beitrag, der, wenn man ihn als Abenteuerfilm und nicht als Horrorfilm versteht, einfach unterhaltsamer ist.

     

    Gedreht an Originalschauplätzen in Brasilien und auf einer Miniatur-Industrieanlage in irgendeinem Keller kommt der Film mit einem sehenswerten Cast daher. Lee Majors, der nichts falsch aber auch nichts Herausragendes macht, Margaux Hemingway, deren niedlichen kleinen Sprachfehler man in der deutschen Fassung leider nicht hört, und Karen Black und Anthony Steffen liefern neben solider Grundleistung auch ein paar herrliche Momente des Overactings.

     

    Und dann ist da noch der „dicke Ollie“, gespielt von Roy Brocksmith, und wenn man den mal googelt, wird man sich wundern, wie oft man den schon gesehen hat, von „Sunset Killer“, „Arachnophobia“ und „Tango und Cash“ bis zu unzähligen Fernsehauftritten.

     

    Aber zurück zum Anfang, wo wir einen Diamantenraub sehen, und Margheriti bringt leider schon wieder sein nur altbekanntes Miniaturszenario, mit explodierenden Industrieanlagen, der rollende Güterzug, kawumm, und so weiter. Später, in den Szenen von dem Sturm/Hurricane funktioniert das jedoch wesentlich besser. Der Staudamm und die kleine Bucht, die wir während des Films schon mehrfach in Originalgröße gesehen haben, wurden sehr schön nachgebaut und die Überschwemmung des Industriekomplexes wirkt weitgehend visuell glaubhaft. Kleines Manko hier nur die eingezeichnete Windhose und eine kurze Einstellung, wo zwei Arbeiter deutlich sichtbar vor einer Leinwand agieren. Zwei weitere eher erheitertende Moment habe ich zum ersten Mal auf der US-BD entdeckt. In der wirklich schicken Villa, in der Paul Diller lebt, ist ein Schimmelfleck oben in der hinteren Zimmerecke. Und als gerade während James Franciscus spricht, das Wasser durch die Decke zu tropfen beginnt, folgt ein schneller Kameraschwenk in eine andere Richtung. Und schaut mal oben auf Screenshot No.1 – da steht einer zwischen den beiden Tanks in Margheritis Miniaturlandschaft! HD kann so grausam sein, nichts bleibt verborgen. Liefert aber mal einen interessanten Einblick in die Größenverhältnisse, ist gar nicht so klein, was die da gebaut haben.

     

    James Franciscus gibt einen überzeugenden Bösewicht, der skrupellose Denker hinter dem Coup, ein Spieler, der so einige Karten vor seinen Komplizen und seiner Lebensgefährtin verbirgt. Und seine Todesszene bleibt einem im Gedächtnis, nicht zuletzt auch wegen dem gelungenen Kamerawechselspiel zwischen ihm und Karen Black.

     

    Die musikalische Untermalung von Guido und Maurizi de Angelis ist faszinierend und sogar eine Hitsingle war drin, „The Winner takes it all“ mit Ami Stewart.

     

    Die Piranha-Szenen sind annehmbar, doch hier das große Manko der US-BD: es handelt sich um eine PG-Version, die einige Schnitte in den Fressszenen aufweist. Ich fand es nun nicht so dramatisch, da es sich wirklich nur um Sekunden handelt (hauptsächlich beim Tod vom dicken Ollie), aber nach Allem, was man so hört, ist man mit der deutschen DVD wohl qualitativ völlig ausreichend und uncut bedient.

     

    Und wer meint, „Die Rache der Killerfische“ gehöre zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten, hat wirklich nicht hart genug gesucht...

  • Autor: Gerald Kuklinski
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