Der Pfaffenspiegel

Deutschland | Italien, 1972

  • Originaltitel: Quando le donne si chiamavano 'Madonne'
  • Alternativtitel:

    Cuando las mujeres se llamaban madonas (ESP)

    When Women Were Called Virgins

  • Deutsche Erstaufführung: 27. September 1974
  • Regisseur: Aldo Grimaldi
  • Kamera: Angelo Lotti
  • Musik: Giorgio Gaslini
  • Drehbuch: Aldo Grimaldi, Giovanni Grimaldi, Dieter Geissler
  • Inhalt:

    Das kleine italienische Dorf Prato im Mittelalter:

     

    Giulia (Edwige Fenech) ist die Ehefrau von Romildo Varrone (Peter Berling), der sie jedoch nicht befriedigen kann. Er braucht seine Zeit bis zur Erektion, dagegen ist der eigentliche Akt nur eine Frage von Sekunden, und selbst das findet nur einmal monatlich statt. So hat Giulia einen Liebhaber, den jungen und unermüdlichen Marcuzio (Don Backy).

     

    Als Romildo die Beiden in flagranti erwischt, bringt er seine Frau vor Gericht und ihr droht die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Doch Giulia hält eine flammende Rede und entblößt sich vor den Richtern, um zu demonstrieren, wie schade es doch wäre, wenn all diese weiblichen Rundungen unerfüllt unter der Bürde eines sexuell untauglichen Ehemannes verdorrten.

     

    Die Richter veranlassen einen Lokaltermin, bei dem der Ehemann und der Hausfreund ihre Fähigkeiten als Liebhaber vor einer erlesenen Jury aus Ärzteschaft und kirchlichen Würdenträgern (sowie zahlreichen Schaulustigen) in einem Wettbewerb unter Beweis stellen sollen.

     

    Währenddessen erreichen die drei Vagabunden Ruberto, Tazio und Gsippo (Jürgen Drews, Paolo Turco, Carlo de Mejo) Prato. Sie quartieren sich bei Rubertos geizigem Onkel Quinto Fulvo (Mario Carotenuto) ein und versuchen mit allerlei Tricks an die Unschuld der jungen Frauen Peronella, Francesca und Lucia (Eva Garden, Stefania Careddu, Antonia Brancati) zu kommen.

     

    Unterstützt werden sie in ihren Bemühungen von Gisa (Francesca Benedetti), der unbefriedigten Frau des geizigen Onkels. Doch der erwischt seine Ehefrau als sie des nachts Geld aus einem seiner Verstecke entnehmen will, woraufhin sie Somnambulismus vortäuscht. Der örtliche Priester soll ihr das austreiben.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Quando le donne si chiamavano Madonne“ (übersetzt ungefähr „Als man Frauen noch Madonnen nannte“) gehört zum Subgenre der historischen Sexkomödien. Der deutsche Titel „Der Pfaffenspiegel“ wurde willkürlich gewählt, man findet eher Motive von Bocaccio wieder, z. B. die Teufelsaustreibung durch den Priester mit heruntergelassenen Hosen.

     

    Wie man an den Darstellern erkennen kann, entstand das Ganze in Co-Produktion mit Deutschland, genauer gesagt mit der Dieter Geissler Filmproduktion. Sowohl in deutschen als auch italienischen Kinos wurde „Der Pfaffenspiegel“ erst ab 18 freigegeben, die deutsche Videofassung später ab 16. Natürlich ist dieses Filmchen eher harmlos, eine heitere Kostümfarce, in der sich zwar irgendwie alles um Sex dreht, man aber nicht allzu viel davon zu sehen bekommt. Ein paar (sehr sehenswerte) nackte Tatsachen von Edwige Fenech, die eine zentrale Rolle spielt, aber mit begrenzter Screenzeit. In der ofdb ist zudem noch Rita Calderoni gelistet, wüsste aber nicht, sie gesehen zu haben.

     

    Ungekürzt scheint keine Fassung zu sein. In der deutschen Fassung fehlt jede Menge (eigentlich für die Handlung wichtiger) Dialog, in der Italienischen fehlen dafür ein paar nackte Tatsachen. Eine heitere musikalische Untermalung steuert Giorgio Gaslini bei, aber lohnt es sich wirklich, sich dieses Filmchen reinzuziehen? Für Edwige Fenech-Fans sicher ein Muss, ansonsten wirkt das Ganze eher unverdaulich und antiquiert. Manche Genrefilme überstehen die Jahrzehnte sehr gut, für „Quando le donne si chiamavano Madonne“ gilt das eher nicht. Aber natürlich bleibt das jedermanns Geschmack selbst überlassen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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