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Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig

Italien, 1989

  • Originaltitel: Paganini Horror
  • Alternativtitel:

    Partitura Mortal (POR)

    The Killing Violin

  • Regisseur: Luigi Cozzi
  • Kamera: Franco Lecca
  • Musik: Vince Tempera
  • Drehbuch: Luigi Cozzi, Raimondo Del Balzo, Daria Nicolodi
  • Inhalt:

    Kate und ihre Band spielen seit Jahren den gleichen Mist. Ihre Produzentin ist demnach gewaltig genervt und verlangt nach neuen Ideen. Nun soll es eine alte (bisher unbekannte) Partitur von Paganini richten. Motiviert - wie auch euphorisiert - mietet man das (Horror)-Haus von Sylvia Hackett um dort ein Musikvideo zu drehen. Nach kurzer Zeit wird das erste Bandmitglied tot aufgefunden. Doch das ist erst der Anfang. Schließlich schloss Paganini, mit dieser Partitur, einen Pakt mit dem Teufel - und Satan will sich nun „sein Frühstück holen“.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    „Paganini Horror – Der Blutgeiger von Venedig“ ist einer der „Spät-Italos“ die für das italienische TV gedreht wurden. Ein Teil der Filmpalette welche für den Diskussionsstoff zum Thema „Untergang des Italienischen Kinos“ sorgt. „Paganini Horror“ ordnet sich demnach brav - in die Liste der überwiegend enttäuschenden TV-Produktionen - ein. Die Situationen ziehen sich dahin und die Handlung ist natürlich absehbar. Trotzdem hat der Film – zumindest im Originalton – einen gewissen Reiz. Dieses begründet sich mit dem altbackenen Slasher-Thema und dem Verwenden bekannter Genreelemente. Luigi Cozzi reizt diese Ingredienzien bis zum Ultimo aus. Das bekannte „10 kleine … Prinzip“, das „Final Girl“ … Alles nach dem üblichen Strickmuster, jegliche Klischees bestätigend.

     

    Der Schauplatz des „Paganini Horror“ ist ein altes Haus in dem eine Rockband ein Video drehen will. Die Momente - in denen der Videodreh praktiziert wird - ziehen sich (wie bereits erwähnt) dahin. Die Absicht, den Rezipienten zwischen Videodreh und Realität pendeln zu lassen, misslingt. Um auf eben jene Szene anzuspringen muss man schon mit einer immensen Naivität gesegnet sein. Die Musik - die man der Band zuschusterte - kann man mit den Kompositionen (aus STRAßEN IN FLAMMEN) von Jim Steinman vergleichen. Dazu mischt sich der typische US Pop-Rock-Sound der 80er Jahre.

     

    Unser Serienkiller trägt – wie es sich für einen Vertreter seiner Zunft gehört – eine (silberne) Maske. Diese Fassade gleicht der eines Totenkopfs. Optisch ganz okay, aber nicht ausreichend um beispielsweise neben den vergötterungswürdigen Killern - des Slasher-Genres - zu bestehen. Dazu verpasst die deutsche Synchronisation dem „Teufelsgeiger“ eine vollkommen unpassende Stimme. Die Natürlichkeit des O-tons wird - durch eine von Hall dominierte tiefe Stimme - schlagartig eliminiert. Auf diese Weise wird die Person, die eigentlich für das Überbringen von Angst und Terror zuständig ist, zu einer kleinen Witzfigur. Die Auftritte des Killers mit der silbernen Maske werden in die Primärfarben Rot und Blau getaucht. Ein altbewährtes und überwiegend erfolgreiches (Mario Bava, Dario Argento) Schema.

     

    Der bekannteste Name innerhalb der Besetzungsliste ist (nach Donald Pleasence) Daria Nicolodi. Ein Name der jedem Freund des italienischen Genrekinos ein Begriff sein sollte, und über den man keine weiteren Erklärungen verlauten lassen muss. Frau Nicolodi spielt den Part der Hauseigentümerin Sylvia Hackett ziemlich unmotiviert runter. Auch die weiteren Darsteller/innen können (gelinde gesagt) „keine Bäume ausreißen“. Ein absoluter Hingucker ist zumindest Luana Ravegnini in der Rolle des Bandmitglieds Rita. Eine extrem attraktive Erscheinung die – zumindest optisch - das gewisse Etwas zu bieten hat.

     

    Unter dem Strich stellt sich „Paganini Horror“ als ein bestenfalls durchschnittlicher Spät-Horror-Aufguss - den man nicht gesehen haben muss - vor. Der Film spielt überwiegend innerhalb von Räumlichkeiten. Nach der geheimnisvollen Atmosphäre von Venedig sucht man vergeblich. Zwei kurze Schwenks über die Grachten von bella Venezia reichen dazu nun wirklich aus.

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    PAGANINI HORROR – DER BLUTGEIGER VON VENEDIG wurde 2003 von X-Rated (in Deutschland) veröffentlicht. Neben der deutschen- ist die englische- und italienische Tonspur enthalten. Sehr ärgerlich - dass keine deutschen Untertitel geboten werden - da sich die italienische Tonspur deutlich (positiv) von den anderen abhebt. Die deutsche Bearbeitung raubt dem Film einiges an Überzeugungskraft und Ernsthaftigkeit.

  • Autor: Frank Faltin
  • Links

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    IMDb

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