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Orgasmo Exotico

Italien, 1982

  • Originaltitel: Orgasmo Esotico
  • Alternativtitel:

    Orgasmo Erotico

  • Regisseur: Mario Siciliano
  • Kamera: Luigi Ciccarese
  • Inhalt:

    Marina (Marina Hedman) lebt und liebt mit ihrem Ehemann in einem kleinen Landhaus, doch jemand will ihnen Böses. Nach einem gemeinsamen Schäferstündchen erscheint ihnen eine böse, dunkelhäutige Frau und deren homosexueller Freund tötet Marinas Ehemann. Sie selbst wird unter Drogen gesetzt und missbraucht, ist infolge der Droge aber künftig den Beiden hörig. Und so hilft sie der Dunkelhäutigen bei einem Mord (natürlich nach dem Dreier) an ihrem Arzt, und es wird nicht der letzte sein. Außerdem scheint Marinas Ehemann von den Toten zurückgekehrt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Endlich wieder ein Film für die ganze Familie, Fellatio, Zombies, Voodoo, Missbrauch, eine nette Mischung. Nur worum geht es eigentlich bei dem Ganzen? Das ist erst mal schwer zu sagen. Aber dafür muss ich ein klein wenig ausholen.

     

    Mario Sicilano drehte 1982 unter dem Pseudonym Lee Castle diesen Horror-Porno-Krempel für die Produktionsfirma Metheus Film, die nicht nur zahlreiche seiner eigenen Meisterwerke finanzierte, sondern in den Sechzigern auch als Co-Produzent für ein paar Filme von Ernst Hofbauer und Manfred R. Köhler tätig wurde. „Orgasmo Esotico“ wird häufig Joe D’Amato zugeschrieben, was womöglich an dem Einsatz der Musik von Carlo Maria Cordio aus „Absurd“ (1981) liegen könnte. Aber an diesem Porno Holocaust scheint D’Amato unschuldig.

     

    In der Hauptrolle sehen wir die reife Porno-Ikone Marina Hedman (als Marina Lotar) und Sonia Bennett, die in einer Reihe von Sicilianos Pornos zu sehen war. Letztere spielt eine geheimnisvolle, dunkelhäutige Rächerin, die zur Befriedigung ihrer Rache nicht nur Drogen und Schwarze Magie sondern ebenso vollen Körpereinsatz aufwendet. Inhaltlich ist allerdings alles ziemlich konfus. Ein offensichtlich homosexueller Helfer, der jedoch am Meisten Spaß an der sexuellen Demütigung von Frauen zu empfinden scheint, als Alibi beim Blasen durch Marina Hedman hat er dabei Bennetts Daumen im Hintern. Und was ist mit den Zombies, und warum ist Hedman später mal selbst ein Zombie, dann aber wieder nicht?

     

    Die Antwort kommt gleich, und ich hoffe, niemand wird mich steinigen, weil ich das Ende eines Pornos spoilere. Zwei lustige Szenen seien zuvor noch gesondert erwähnt. Bennett hext einem Nachbarn brunstige Geilheit an, der springt aber – wohl mangels schaupielerischen Talents – dann in Unterhose im Garten herum und kratzt sich überall als hätte er unerträglichen Juckreiz von einem Sack voll Flöhe. No. 2 ist ebenso wenig zu verachten: ein Liebespaar – Freunde von Marina – auf der Couch, Bennett hext daraufhin das Kaminfeuer aus. Dieses entwickelt in Folge anscheinend so starken (für den Zuschauer allerdings unsichtbaren) Rauch, dass das Paar daraufhin versucht…ja, was eigentlich? Sie stehen auf einem Sofa gegen die Wand gepresst, der Mann versucht nach Oben zu entkommen, wohin, durch die Zimmerdecke? Niemand hindert sie daran, einfach den Raum zu verlassen, lächerlich, dieses Szenario.

     

    Und endlich – so zehn Minuten vor Schluss – erwacht Sonia Bennett aus tiefem Schlaf und die konfuse Story klärt sich auf. Kein großes Geheimnis, kein Horror und kein Orgasmus Esotico sondern nur eine dunkelhäutige Hausangestellte, die in ihren Alpträumen sexuellen Gewaltphantasien gegenüber ihren Arbeitgebern frönt, die in diesen letzten Minuten gerade noch Zeit für eine Nummer von Hinten finden. Wer’s braucht, viel Spaß.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

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