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Die neunschwänzige Katze

Frankreich | Deutschland | Italien, 1971

  • Originaltitel: Il gatto a nove code
  • Alternativtitel:

    O Gato de Nove Caudas (BRA)

    El gato de las nueve colas (ESP)

    Le chat à neuf queues (FRA)

    Cat o' Nine Tails (GBR)

    O Gato das Sete Vidas (POR)

    The Cat o' Nine Tails

  • Deutsche Erstaufführung: 15. Juli 1971
  • Regisseur: Dario Argento
  • Kamera: Erico Menczer
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Dario Argento, Luigi Collo, Dardano Sacchetti
  • Inhalt:

    Der Ex-Journalist Franco Arno (Malden) lebt mit seiner kleinen verwaisten Nichte Lori (Cinzia De Carolis) in Rom und bestreitet seit seiner Erblindung seinen Lebensunterhalt mit der Erstellung von Kreuzworträtseln für eine Tageszeitung. Bei einem nächtlichen Spaziergang wird er Ohrenzeuge einer erpresserischen Unterhaltung zweiter Personen in einem parkenden Auto. Lori gelingt es, sich das Gesicht des Erpressers einzuprägen, den Erpressten kann sie leider nicht erkennen. Der Wagen parkt vor einem medizinisch-biologischen Institut, das gerade in einer von der Regierung in Auftrag gegebenen Forschungsreihe den Beweis für die Existenz eines »XYY-Chromosoms«, einer angeborenen Veranlagung zur Kriminalität, erbringen soll. Noch in dieser Nacht wird in der Forschungseinrichtung eingebrochen. Dieser Einbruch bildet den Auftakt zu einer immer grausamer werdenden Mordserie an den an dem Projekt beteiligten Wissenschaftlern. Gemeinsam mit dem Reporter Carlo Giordani (James Franciscus) nimmt sich Franco der Sache an und stößt bald auf den Leiter des Instituts, Professor Fulvio Terzi (Tino Carraro) und dessen Tochter Anna (blass und fade: Catherine Spaak)…

  • Autor: André Schneider
  • Review:

    Argento bezeichnete »Il gatto a nove code« — nach »L’uccello dalle piume di cristallo« und vor »4 mosche di velluto grigio« der zweite Teil seiner Tier-Trilogie — wiederholt als seinen schlechtesten Film, aber man muss dem großen Meister ja nicht immer zustimmen. Fakt ist, dass der Film im Vergleich zu »L’uccello dalle piume di cristallo« oder »Profondo rosso« (1975) recht konventionell geraten ist. (Es ist der einzige Film Argentos, der in keinem Land zensiert wurde!) Dennoch bietet die mit einer Million US-Dollar budgetierte deutsch-französisch-italienische Co-Produktion spannende Unterhaltung und wartet zudem noch mit Karl Malden in einer für ihn ziemlich untypischen Rolle auf.

     

    Man kann den Film natürlich kritisieren, ihn »zu zahm« schimpfen oder ihm ankreiden, dass er sich in seiner komplexen Geschichte und den verschiedenen Handlungssträngen zu sehr verzettelt, und natürlich ist Anna Terzi die mit Abstand uninteressanteste Frauenfigur in einem Argento, dennoch bleibt der Regisseur seinen Grundthemen, das Wesen der Gewalt zu erforschen und sich auf pseudowissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen, treu, und auch an seinem Grundsatz »Stil über Substanz!« wird hier nicht gerüttelt. Gedreht wurde »Il gatto a nove code« auf Englisch, um seine Chancen auf dem internationalen Markt zu erhöhen. Zudem hatte Argento mit Karl Malden und dem smarten James Franciscus zwei durchaus kassenträchtige US-Stars auf seiner Besetzungsliste. Das Publikum mochte den stilsicheren Streifen und machte ihn zu einem der kommerziell erfolgreichsten des Altmeisters.

     

    Und übrigens: Morricones Musik ist traumwandlerisch schön!

  • Autor: André Schneider
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