Nackte Körper

Italien, 1983

  • Originaltitel: Corpi nudi
  • Alternativtitel:

    Cuerpos desnudos (ESP)

    Nude Strike (Int.)

    Nackte Luder im Sexwahn

    Apokalyptischer Sexwahn frühreifer Nacktluder

  • Regisseur: Amasi Damiani
  • Kamera: Felice De Marla
  • Musik: Nedo Benvenuti
  • Drehbuch: Amasi Damiani
  • Inhalt:

    Seit einem Unfall sind die Beine des Fotografen „Gianni“ (ich nenn‘ ihn mal so, denn das Skript hatte keinen Namen für die arme Wurst übrig) gelähmt. Und so sitzt er daheim vor einem 16mm-Projektor und guckt Pornos, selbstmitleidig alten Zeiten hinterher trauernd. Dabei hat er seine schöne Lebensgefährtin Ines (Rosy Navarro), deren abendliche Annäherungsversuche er jedoch aggressiv zurückweist. Ob er impotent ist oder einfach nur ausgepupt vom vielen Pornogucken erfahren wir nicht. Seine wahre Leidenschaft gilt jedoch Marisa Mell, die früher eines seiner Models war. Wenn er also nicht gerade Pornos anschaut, schaut er sich Fotos von Marisa an. Natürlich hat Ines Bedürfnisse, und so überredet „Gianni“ einen alten Freund, es Ines ordentlich zu besorgen, damit er es nicht selbst machen muss. Er guckt währenddessen noch mehr Porno. Ines kann ganz gut mit Giannis Freund, deshalb beschließt sie irgendwann, Gianni zu verlassen, doch der tröstet sich – womit? Richtig, noch viel mehr Pornos.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Corpi nudi“ ist ein 1983 veröffentlichter Film von Amasi Damiani, den dieser unter dem Ich-wars-nicht-Pseudonym Joseph Mallory inszenierte. Insgesamt scheinen von Vornherein drei Filmfassungen erstellt worden zu sein, Drama mit ein bisschen Nacktheit, Softcore-Version und Hardcore-Version. Ich kenne nur zwei davon, lege aber gerne meine Hand dafür ins Feuer, dass auch die Dritte sch..ße ist. Hier wird man unangenehm an Andrea Bianchis „Giochi Carnali“ von 1983 erinnert, wobei Bianchis Beitrag wenigstens noch mit einer netten sexuell-gewalttätigen Niedertracht aufwarten konnte. Aber was macht man mit einem Film, in dem das Fremdmaterial fast noch besser ist als das eigentliche Produkt?

     

    Den Protagonisten habe ich wie oben angeführt Gianni getauft, da dieser von Gianni Dei dargestellt wird, und man sich außerdem auch sonst kaum die Mühe gemacht hat, den Darstellern andere Namen zu geben. So sehen wir Marisa Mell in einem kurzen Gastauftritt und Femi Benussi in einer noch kürzeren Szene, Beide spielen sich selbst. Es gibt es eine Softcore-Szene mit Gianni Dei und Marisa Mell, man kannte sich ja bereits aus Amasi Damianis „Sündige Matratzenhäschen aus Venedig“ von 1980. Ob diese Szene sich nur in Giannis Phantasie abspielt oder in der Vergangenheit, erfahren wir nicht.

     

    Im Gegensatz zu den vielen anderen italienischen Produktionen mit Hardcore-Inserts scheinen diese bei „Corpi Nudi“ eingeplant gewesen zu sein. Deutlichstes Anzeichen dafür ist Rosy Navarro, deren Hardcore-Szenen gegen Ende eben keine Inserts sind sondern zum Geschehen gehören. Unter den Inserts, die Gianni sich anschaut, erkennt man u. a. Gabriel Pontello und Marina Hedman.

     

    Die Handlung: eine bodenlose Frechheit, was man dem Zuschauer hier zumutet. Und das Ende? Es gibt kein verdammtes Ende! Gianni schaut weiter Pornos, während seine Freundin zukünftig woanders schläft. Als ob er das bemerken würde.

     

    Zum Regisseur gibt es nicht viel zu sagen, zu seinen größten Karriere-Highlights gehören wohl der erste Ilona Staller-Porno „Ein zärtliches Biest“ (Cicciolina Amore mio, 1979), und der Softcore Videotheken-Hit „Manhattan Gigolo“ (1986), ebenfalls mit Gianni Dei.

     

    Fazit: ein uninspiriertes kleines Schundprodukt, das von mir gerade noch zwei Sternchen für den Pornoanteil bekäme, null Sternchen für die Regie, und dann wieder zwei Sternchen Abzug für das sinnlose Verheizen von Marisa Mell und Femi Benussi. Was bleibt also übrig? Null.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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