My Dear Killer

Italien | Spanien, 1972

  • Originaltitel: Mio caro assassino
  • Alternativtitel:

    O Carrasco da Mão Negra (BRA)

    Sumario sangriento de la pequeña Estefania (ESP)

    Time to Kill, Darling!

  • Regisseur: Tonino Valerii
  • Kamera: Manuel Rojas
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Roberto Leoni, Franco Bucceri, José Gutiérrez Maesso, Tonino Valerii
  • Inhalt:

    Der Privatdetektiv und Repräsentant einer großen Firma Umberto Paradisi (in der italienischen Originalfassung “Vincenzo” Paradisi - gespielt von Francesco Di Federico) wird von der Polizei am Ufer einer Sumpflandschaft von einer Baggerschaufel enthauptet aufgefunden und der gewiefte Kommissar Luca Peretti (George Hilton) mit der Aufklärung des mysteriösen Todesfalls beauftragt. Nachdem der verantwortliche Baggerfahrer Mario Ansuini (Remo De Angelis) anschließend nur noch am Strick baumelnd in einer abgelegenen Scheune tot aufgefunden werden kann, steht für Peretti anhand der vorliegenden Indizien und Beweise eindeutig fest, dass es sich bei beiden Todesfällen um eiskalten Mord handelt.

     

    Im Laufe seiner Ermittlungen trifft Peretti auf einen weiteren Doppelmord, dem bereits ein Jahr zuvor die Entführung eines kleinen Mädchens vorausgegangen war, auf den undurchschaubaren und etwas kauzigen Umsonst-Mann (Dante Maggio) mit seiner schrulligen Lebensgefährtin Adele Rudigiani (Lola Gaos) und auf sämtliche Familienmitglieder des ermordeten Mädchens. Außerdem kommt es zu weiteren bestialischen Morde durch einen maskierten und handschuh-tragenden Killer. Kann Peretti die grausamen Verbrechen aufklären und den außer Kontrolle geratenen Mörder rechtzeitig überführen?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Tonino Valerii serviert uns hier einen fantastisch abfotografierten Hochglanz-Giallo nach bester Whodunit-Manier, der über seine gesamte Laufzeit bestens zu gefallen vermag. In stimmungsvollen Bildern wird hier eine äußerst spannende Geschichte erzählt, wobei der Betrachter hinsichtlich des vermeintlichen Täters zunächst völlig im Unklaren gelassen wird, da die ersten potenziellen Kandidaten erst in der zweiten Filmhälfte in Erscheinung treten. Die Story ist hierbei recht durchdacht und der dramaturgische Spannungaufbau mehr als gelungen. Zudem wartet dieser durch und durch stereotypische Giallo mit einem obglitarorisch in schwarz gekleideten Killer auf, der dieses mal neben ein paar schwarzen Handschuhe sogar elektronisches Schlitzwerkzeug mit sich trägt. Grausamer Höhepunkt dieser fröhlichen Meuchel-Parade ist somit zweifelsfrei der Einsatz eines elektrischen Dremels mit Kreissägenaufsatz, dessen verheerende Wirkung eine junge Lehrerin auf ihrem -zuvor makellosen- Körper verspüren darf. In einer weiteren Filmszene gibt es außerdem kurzzeitig Corbuccis “Django” im laufenden TV Gerät zu bestaunen (“Ich schaue gerade einen schrecklichen Western im Fernsehn”).

     

    Die Darsteller legen zudem allesamt eine respektable Leistung an den Tag und können in ihren jeweiligen Rollen zur vollen Zufriedenhit überzeugen. George Hilton darf dieses Mal den ermittelnden Gesetzeshüter verkörpern und erledigt seine Sache dabei mit Bravour. Liiert ist er in der Geschichte mit der dunkelhaarigen Marilù Tolo, die im vorliegenden Film die Psychiaterin Dr. Anna Borgese spielt, wobei die Beziehung zwischen den Beiden sehr angespannt wirkt, da sie ihre jeweiligen Arbeitszeiten scheinbar schwer übereingestimmt bekommen: Entweder unterhält man sich mit dem Anrufbeantworter der Psychiaterin oder der Kommissar glänzt mal wieder mit chronischer Abwesenheit. In weiteren Rollen können zudem Schauspielerlegende William Berger, aber auch bekannte Genrestars wie Piero Lulli, Helga Liné, Alfredo Mayo oder auch Sofia Dionisio, ihres Zeichens die Schwester von Genresternchen Silvia Dionisio, bewundert werden. Zudem durfte die erst 6 jährige Lara Wendel in diesem vorzüglichen Giallo ihr Leinwanddebut absolvieren.

     

    Diesem sehr feinen Giallo wurde in unseren Breitengraden erst recht spät eine Veröffentlichung zugesprochen und erschien daher erstmals auf DVD. Die hierzu extra angefertigte Synchronisation kann sich hören lassen, wobei die ursprüngliche Geräuschkulisse im Hintergrund neu vertont wurde. Zudem wurde das Spektakel mit einer bittersüß-verstörenden Filmmusik von Maestro Morricone unterlegt, die dabei ordentlich Spannung erzeugen kann.

     

    Fazit: Ein hochsolider Genre-Veteran, der mit Spannung, tollen Bildern und einem gutaufgelegten George Hilton aufwartet und eine neue Generation an hochtechnisierten Tötungswerkzeugen mit sich bringt.

  • Autor: Richie Pistilli
  • Veröffentlichungen:

    Dieser Giallo ist unseren Breitengraden bisher nur bei „X-Rated“ als DVD erschienen, wobei auch hier wieder zwei verschiedene Fassungen existieren: Zum einen gibt es die „Erstauflage“, die ausschließlich eine deutsch untertitelte Tonspur in englischer Sprache mit an Bord hat und zum anderen existiert eine „Neuauflage“, der neben einer neu-erstellten deutschen Synchronisation auch zudem eine italienische und wiederum die englische Tonspur zugesprochen wurde.

  • Autor: Richie Pistilli
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