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Mord auf der Via Veneto

Italien, 1968

  • Originaltitel: Roma come Chicago
  • Alternativtitel:

    The Violent Four (GBR)

    Bandits in Rome (USA)

    Guerra aos Gangsters (BRA)

    Den desperata jakten (SWE)

  • Deutsche Erstaufführung: 09. Mai 1969
  • Regisseur: Alberto De Martino
  • Kamera: Aldo Tonti
  • Musik: Bruno Nicolai, Ennio Morricone
  • Drehbuch: Giacinto Ciaccio, Massimo D'Avak, Carlo Romano
  • Inhalt:

    Die beiden Profi-Räuber Mario (John Cassavetes) und Enrico (Nikos Kourkoulis) wirbeln bei einem Postraub ein wenig zu viel Staub auf. Als plötzlich die Polizei vor Marios Tür steht flüchtet dieser und landet nach seinem nächste Coup, auf der Flucht vor der Polizei gefasst, im Knast. Da es mittlerweile Tote gibt legt die Polizei bei der Fahndung nach Enrico, der im Gegensatz zu Mario gerne mal zur Waffe greift und weiter munter seinen kriminellen Aktivitäten nachgeht, einen Zahn zu. Zeitgleich plant Mario seine Flucht aus dem Gefängnis, die seine Frau Lea (Anita Sanders) und ihren Sohn nach Griechenland führen soll…

  • Autor: Andreas Rick
  • Review:

    Leider gehört Alberto De Martino zu den eher weniger beachteten und geschätzten Regisseuren des italienischen Genre-Kinos. Für mich völlig unverständlich, zumal er uns einige sehr schöne Filme beschert hat. Besonders zu empfehlen sind der super Eurospy "Der Mann mit den 1000 Masken" [Upperseven, l'uomo da uccidere] (1966), welcher auch kürzlich von Filmjuwelen bei uns auf DVD erschienen ist. Ebenfalls 1966 entstand "Django – Nur der Colt war sein Freund" [Django spara per primo], der bei mir aufgrund geringer Erwartungen zu einer richtig positiven Überraschung geführt hat. Es folgten eine Reihe ansehnlicher Polizeifilme wie "Ein Mann geht aufs Ganze" [L' assassino... è al telefono] (1972) oder "Im Dutzend zur Hölle" [Il consigliori] (1973) sowie das Exorzismus-Highlight Der Antichrist [L' anticristo] (1974). Auch in den 80er Jahren gab es von De Martino noch einiges zu entdecken, allen voran die Trash-Perlen "Der Puma Mann" [L' uomo puma] (1980) und "Miami Golem" (1985), dazu gesellt sich der wundervolle Spät-Giallo "Das Haus der Verfluchten" [Seven Hyden Park: la casa maledetta] (1985) mit David Warbeck in der Hauptrolle.

     

    Aber nur zum eigentlichen Film der hier besprochen werden soll: "Mord auf der Via Veneto" [Roma come Chicago] (1968), welcher neben "Die Banditen von Mailand" [Banditi a Milano] (1968) von Carlo Lizzani zu den Begründern des Poliziottesco-Genres gezählt werden kann welches um einiges später, Mitte der Siebziger, seine Hochphase hatte.

     

    In den Hauptrollen sehen wir John Cassavetes als professionellen Bank-, Juwelier- und Postamt-Räuber Mario Corda und Gabriele Ferzetti in der Rolle des Kommissars. Cassavetes wird bei seinen Aktivitäten tatkräftig von Nikos Kourkoulis unterstützt. Dazu gesellen sich viele bekannte Gesichter wie bspw. Luigi Pistilli, Giudo Lollobrigida und Riccardo Cucciolla.

     

    Die Story mutet recht klassisch an und wird für die kommenden Jahre des Polizei-Films immer wieder die Blaupause sein, ganz frisch im Kopf ist mir hier "Die letzte Rechnung schreibt der Tod" [Milano Violenta] (1976) von Mario Caiano. De Martino inszeniert vor allem die Action-Szenen rasant, hart und spannend. Trotzdem liegt der Fokus eher auf der Ermittlungsarbeit Ferzettis, welcher den Gangstern Schritt für Schritt das Handwerk legt. Zu Anfangs gibt es eine Szene in der Enrico seine Gespielin mit einem Seidenschal stranguliert, da kommt einem gleich der Gedanke ob es sich nicht doch um einen Giallo handeln wird den man da sieht. Das Ende ist zwar irgendwann schnell absehbar, aber dennoch gut gelungen und hat auch an Dramatik eine Menge zu bieten.

     

    Die Kamera, welche bei den Motorradfahrten leider etwas sehr wackelig daher kommt, schwang Aldo Tonti, ein Mann der u.a. mit "Brutale Stadt", "Der Todesengel" oder "Die Valachi-Papiere" jede Menge Genre-Erfahrung aufweisen kann und seit den 1930er Jahren an über 130 Produktionen beteiligt war. Der Score stammt von Maestro Ennio Morricone und lässt soweit kaum Wünsche offen.

     

    Insgesamt also ein Rundumsorglos-Paket und für den geneigten Italo-Cineasten uneingeschränkt zu empfehlen.

  • Autor: Andreas Rick
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