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Mit Colt und Maske

Italien | Spanien, 1963

  • Originaltitel: Il segno del coyote
  • Alternativtitel:

    El vengador de California (ESP)

    La griffe du coyote (FRA)

    La marca del Coyote (MEX)

    The Sign of the Coyote

  • Deutsche Erstaufführung: 28. März 1964
  • Regisseur: Mario Caiano
  • Kamera: Aldo Greci, Ricardo Torres
  • Musik: Francesco De Masi, Manuel Parada
  • Drehbuch: Mario Caiano, José Mallorquí
  • Inhalt:

    „Als die kleine Republik an die USA fällt, machen sich hier allerlei Schurken breit. Doch Halt! Der Coyote (Fernando Casanova) ­ ein zweitklassiger Zorro-Verschnitt ­ schwingt sich zum Rächer der Entrechteten auf…“ (cinema.de)

     

    Wir schreiben das Jahr 1847. Mexiko verliert im Krieg mit den Vereinigten Staaten Kalifornien an den Feind. Der von Washington eingesetzte Gouverneur Parker regiert mit eiserner Hand und lässt jedes Aufbegehren der einheimischen Bevölkerung im Keim ersticken. Dabei schreckt er auch vor kriminellen Methoden nicht zurück. Um diesem Unrecht entgegenzutreten kämpft ein maskierter Rächer mit seinem Colt für Gerechtigkeit.

  • Autor: nerofranco
  • Review:

    Ein toter Held ist nur halb so viel wert wie ein lebender Patriot.

     

    Nach dem 1962 erschienen Il segno del Zorro inszenierte der italienische Regisseur Mario Caiano mit Il segno del Coyote (Mit Colt und Maske) bereits seinen zweiten Film mit einem maskierten Rächer als Hauptfigur. Und da man von Caiano selten enttäuscht wird bekommt man auch hier gute und kurzweilige Unterhaltung geboten. Caiano sorgte später noch in mehreren Genres für erstklassige Unterhaltung. Mein Liebling unter seinen Werken ist der Revolutionswestern Un treno per Durango (Der letzte Zug nach Durango), bei dem sich Anthony Steffen, Mark Damon und Enrico Maria Salerno auf eine höchst vergnügliche Schatzsuche begeben.

     

    Den maskierten Rächer El Coyote spielt der mir bis dato unbekannte Francesco Casanova, der in Mexiko aber ein ziemlich gefragter Darsteller gewesen sein dürfte wenn man sich seine Filmographie so ansieht. In jungen Jahren arbeitete der gute Mann in Mexiko als Torero. (1) Den Django würde man ihm wahrscheinlich nicht abnehmen aber als junger, auch wenn ihn Giusti im Gegensatz zu mir für zu alt für die Rolle hält (2), und edler Großgrundbesitzer macht er eine ausgezeichnete Figur und in seinem Nebenjob als Rächer El Coyote kann er ebenso überzeugen. César de Echagüe ist ein ziemlich geschwätziger Edelmann, von da her ist es auch erstaunlich, dass er als Rächer solange unerkannt bleibt. Außerdem wundert es mich, dass der gute Mann aus seiner schwarzen Maske überhaupt heraussieht, geschweige denn so gut trifft. Ihm zur Seite stehen drei Mexikaner, zu denen die beliebten Fernando Sancho und José Jaspe gehören. Vor allem Sancho entwickelte sich in den Folgejahren zu einem ganz Großen des Genres, wenn er auch meist den üblen Banditen spielte.

     

    El Coyote: Ein Übel, dass man kennt ist nur noch halb so gefährlich weil man sich darauf einstellen kann. Wir haben keinen fehlerlosen Gouverneur erwartet und auch keinen großzügigen aber zumindest einen redlichen, ehrlichen Mann.
    Gouverneur: Ich weiß nicht was Sie damit sagen wollen?
    El Coyote: Dass ich Sie erschießen würde wenn nicht Unschuldige dafür büßen müssten.

     

    Ganz ausgezeichnet besetzt ist die Riege der Bösewichter. Den Gouverneur Parker spielt Mario Feliciani, der absolut skrupellos ist und vor keiner abscheulichen Tat zurückschreckt um seine Macht und die der Vereinigten Staaten in Kalifornien zu festigen. Den einzigen anderen Western, in dem man Feliciani zu sehen bekam war Guido Celanos mir noch unbekannten Uccideva a freddo. Ihm zur Seite steht Arturo Domenici als fieser Richter Clemens, der in einer Farce von Prozess den Mörder Piero Lulli mehr oder weniger freispricht. Der von Lulli gespielte Lenny wurde vor Gericht gestellt, weil er eine junge Tänzerin eiskalt abgeknallt hat und wird dafür zu gerade einmal 35 Tagen Gefängnis verurteilt, mit der Begründung er sei unvorsichtig mit seiner Waffe umgegangen (Clemens: (…) Das schließt jede Vorsätzlichkeit bei der Tat aus. Naja, es war ein dummer Zufall – Lulli: Ja, das wars. Ha, ha, ha).

     

    Neben Lulli bekommen wir auf der dunklen Seite der Macht auch noch Raf Baldassare zu sehen. Baldassare ist auch der erste, der vom Rächer gebrandmarkt wird und zwar mit einem Streifschuss auf eins seiner Ohren. Nur kurz zu sehen gibt es Andrea Scotti als verweichlichter Sohn eines Großgrundbesitzers, der sich mit César de Echagüe und dessen Vater in die Haare kriegt. Die Verlobte des Edelmanns Echagüe Leonora hat im Fortlauf der Geschichte schön langsam die Schnauze voll von ihrem Liebsten, der sich offensichtlich als ziemlicher Feigling und Schlappschwanz herausstellt und wer will schon so jemand ehelichen. Gespielt wird Leonora von María Luz Galicia, die nicht nur die Schwester des Bühnenbildners des Films sondern auch noch die Freundin des spanischen Produzenten Eduardo Manzanos ist (3). Es gibt ja immer mehrere Wege an eine Filmrolle zu kommen, ansonsten war sie recht selten auf der großen Leinwand zu sehen. Neben einigen Auftritten in so manchem Zorro-Filmen hatte sie beispielsweise eine ganz kleine Rolle in dem Hollywood Epos Cleopatra mit Elisabeth Taylor und Richard Burton.

     

    Il segno del Coyote kommt zwar recht altbacken daher, kein Wunder bei diesem Entstehungsjahr, ist aber von Caiano flott in Szene gesetzt und mit genug solider Action aufgepeppt, so dass dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Besonders erwähnenswerte Szenen gibt es allerdings kaum. Der Soundtrack von Francesco de Masi ist ebenfalls zeitgerecht, unterstützt das Geschehen aber blendend. Ein weiteres Plus sind die teils sehr schönen Drehorte, bei denen vor allem die wunderbare Villa von César de Echagüe und dessen Familie heraussticht. Positiv herausheben muss man auch noch die deutsche Synchronisation, die man wirklich als gelungen bezeichnen muss. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass in der Kabel 1-Fassung so einiges fehlt, da doch sehr häufig hastig umgeschnitten wird oder holprige Sprünge zu beobachten sind.

     

    Mario Caianos Il segno del Coyote ist ein weiterer Zorro-Verschnitt der Pre-Leone Ära, der aber einen beträchtlichen Westernanteil vorweisen kann. Caiano ist auf alle Fälle ein äußerst unterhaltsamer kleiner Film gelungen, der dank seiner flotten Inszenierung und der soliden Action sowie dem schön im Hintergrund vor sich hin dudelnden Soundtrack von de Masi die gesamte Laufzeit hindurch zu unterhalten weiß. Wer den Zorro-Filmen oder den Zorro-Western verschnitten etwas abgewinnen kann sollte Il segno del Coyote nicht verpassen. Kein großer Wurf der Film aber solide und kurzweilige Unterhaltung wird uns hier allemal geboten.

     

    (1) Giusti, Marco (2007): Dizionario del Western All'Italiana. Milano, Arnold Mondadori Editore S.p.A. S. 454
    (2) Giusti, Marco (2007): Dizionario del Western All'Italiana. Milano, Arnold Mondadori Editore S.p.A. S. 454
    (3) Giusti, Marco (2007): Dizionario del Western All'Italiana. Milano, Arnold Mondadori Editore S.p.A. S. 454

  • Autor: nerofranco
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