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Minnesota Clay

Frankreich | Italien | Spanien, 1964

  • Originaltitel: Minnesota Clay
  • Alternativtitel:

    L'homme du Minnesota (FRA)

    Balas Assassinas (POR)

  • Deutsche Erstaufführung: 07. September 1965
  • Regisseur: Sergio Corbucci
  • Kamera: José F. Aguayo
  • Musik: Piero Piccioni
  • Drehbuch: Adriano Bolzoni, Sergio Corbucci, José Gutiérrez Maesso
  • Inhalt:

    Seit 18 Jahren sitzt der Revolverheld Minnesota Clay (Cameron Mitchell) unschuldig im Gefängnis und arbeitet dort im Steinbruch. Doch es gibt einen Mann, der seine Unschuld beweisen könnte, seinen Jugendfreund Fox (Georges Rivière). Der hat sich allerdings bei Clays Gerichtsverhandlung damals nicht blicken lassen. Als sich eine unerwartete Gelegenheit zur Flucht ergibt, nutzt Clay diese und begibt sich in seinen Heimatort in Neu-Mexiko, wo die dortige Stadt von zwei Banden heimgesucht wird: von dem Mexikaner Ortiz (Fernando Sancho) und Clays Ex-Kumpel Fox, der die Bürger der Stadt um Schutzgeld erpresst, da nur er und seine Revolverhelden sie vor Ortiz schützen könnten. Zunächst interessiert sich Clay nicht für diese Dinge, doch das ändert sich als er herausfindet, dass er eine Tochter hat. Außerdem suchen beide Banden, ihn für sich zu gewinnen. Clay wird zum Spielball von Verrat und seinem eigenen Handicap: er droht zu erblinden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Trotz einiger Verwirrung um die tatsächlichen Jahreszahlen, wann welcher Corbucci-Western tatsächlich gedreht wurde, scheint es sich bei „Minnesota Clay“ um seinen ersten Western zu handeln. Für die Hauptrolle konnte hier Cameron Mitchell gewonnen werden, der frisch vom Set von Mario Bavas „Blutige Seide“ erschien - falls Mitchells Erinnerung ihn nicht trügt. Denn in einem Interview gab Mitchell an, Bava zum letzten Mal am Set von „Minnesota Clay“ begegnet zu sein, wo dieser als Berater tätig gewesen sein soll. Eigentlich haut das nicht hin, es sei denn, Bavas „Eine Handvoll blanker Messer“ (mit Cameron Mitchell) ist deutlich früher entstanden als seine Veröffentlichung 1966 nahelegt.

     

    Corbucci orientiert sich in „Minnesota Clay“ stilistisch eher an amerikanischen Vorbildern, trotz zahlreicher eher für den Italo-Western typischen Zutaten. Zum Beispiel wäre da der Revolverheld, der jahrelang unschuldig im Steinbruch schmachtet, bevor er flieht, um seine Unschuld zu beweisen. Eine Stadt, von zwei Banden terrorisiert. Die drohende Erblindung des Helden, die ihm das Finale mehr als nur erschwert. Eine Tochter, die nicht wissen soll, wer ihr Vater ist, da dieser sich für seine Vergangenheit schämt. Corbucci ergänzt das jedoch durch den Anblick von Nordstaatlern, humoristischen Einlagen in der Beziehung zwischen Clays Tochter und deren Verehrer, Zutaten, die das Geschehen etwas im US-Westernstil auflockern. Mitunter erinnern Szenen vor dem Finale gar an Howard Hawks‘ „El Dorado“ mit John Wayne und Robert Mitchum.

     

    Interessant ist die Figur von Ortiz‘ Geliebter Estella (Ethel Rojo), welche der Story eine zusätzliche Note weiblichen Verrats verpasst, und trotzdem gelingt es ihr, Verständnis beim Zuschauer zu erlangen, so dass ihre Todesszene zu einem emotionalen Höhepunkt des Films wird. Das Finale ist hervorragend gelungen, doch trotz allem hat „Minnesota Clay“ seine Schwächen. Mitchell agiert schwerfällig, sein Gegenspieler Georges Rivière ist zwar ein Kotzbrocken, wirkt aber insgesamt eher schwach und feige. Einer seiner Revolvermänner agieret mit deutlich nur angemaltem Drei-Tage-Bart.

     

    Fazit: „Minnesota Clay“ ist noch kein Geniestreich, bietet aber solide Western-Unterhaltung mit einem kleinen Ausblick auf den folgenden Corbucci-Nihilismus späterer seiner Werke in diesem Genre.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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